Bis zu 100 TByte Kapazität: Fujifilm will Produktion von Tapes verfünffachen
Um der von der KI-Branche befeuerten Nachfrage nachkommen zu können, plant Fujifilm eine Verfünffachung der Produktionskapazitäten von Magnetbändern. Das berichtet das japanische Wirtschaftsmagazin Nikkei unter Berufung auf nicht genannte Quellen. Es wäre demnach der größte Produktionsausbau seit ungefähr 20 Jahren, der einmal mehr unterstreicht, wie drastisch der Ausbau der KI-Infrastruktur die IT-Branche transformiert. Die sogenannten LTO-Bänder haben eine enorme Kapazität und sind in bestimmten Nischen wegen der geringen Kosten und langen Haltbarkeit Speicheralternativen wie Festplatten und SSDs überlegen. Der KI-Boom hatte bei der ausgelieferten Kapazität zuletzt zu einem starken Wachstum geführt.
Kostenvorteil zuletzt noch gewachsen
Wurde Magnetband noch vor wenigen Jahren als Auslaufmodell gesehen, hat sich das mit großer Geschwindigkeit ins Gegenteil verkehrt. Weil KI-Anwendungen riesige Mengen an Trainingsdaten verschlingen, suchen Unternehmen vermehrt nach kostengünstigen sowie energieeffizienten Wegen zur Langzeitarchivierung. Und genau da haben Tapes enorme Vorteile. Im Ruhezustand benötigen Bandlaufwerke praktisch keinen Strom, die Kosten für die Datenarchivierung liegen auch deshalb schon lange deutlich unter denen bei Festplatten – und den noch einmal teureren SSDs. Wegen der vom KI-Hype befeuerten Speicherkrise ist dieser Kostenvorteil zuletzt auch noch größer geworden.
Laut Nikkei will Fujifilm für 10 Milliarden Yen (etwa 57 Millionen Euro) bis zum Geschäftsjahr 2028 hauptsächlich die Produktion von Magnetbändern mit einer komprimierten Kapazität von bis zu 100 TByte (nativ 40 TByte) hochfahren. Damit können Unternehmen Daten offline archivieren und unter anderem auch vor Cyberangriffen schützen, beispielsweise mit Ransomware. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund einer intensiven Forschung an neuen Alternativen zur Langzeitarchivierung. Bei Microsoft läuft die Forschung im Project Silica, viel geschieht aber bei eher unbekannten Firmen: Cerabyte brennt Muster auf eine keramikbeschichtete Glasplatte, SPhotonix nutzt 3D-Voxel in Quarzglas, Piql und DigiFilm schreiben Muster auf Filmrollen – und am Thema DNA als Langzeitspeicher für Daten arbeiten besonders viele.
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