Anthropic: KI-Firma eröffnet Biologie-Labor bei San Francisco
Anthropic, das Unternehmen, das für jede kleine Funktionsänderung eine Pressemitteilung rausgibt, hat anscheinend geräuschlos ein Labor für biologische Forschung eröffnet. Die Einrichtung soll laut Insidern von Reuters in der Nähe von San Francisco stehen und sich unter anderem mit der Forschung an Medikamenten beschäftigen.
Die Schaffung eines solchen Labors hat Anthropic offiziell bestätigt – über den inhaltlichen Fokus der Arbeit dort gibt es aber nur einige Hinweise. Laut Insidern geht es um die Forschung an Medikamenten vor allem für seltene Erkrankungen. Damit wolle man der Öffentlichkeit neben den ganzen Negativschlagzeilen der letzten Wochen demonstrieren, wie hilfreich KI für die Menschheit sein könne. Zu diesen Negativschlagzeilen zählt etwa ein Bericht über missbräuchliche KI-Forschung an Biowaffen, den Anthropic im September veröffentlichte. Anthropic hat in dem Kontext der Laborgründung auch offiziell bestätigt, dass man im Bereich Life Sciences die größten Chancen sehe, dass KI der Menschheit helfe. Außerdem hat Dario Amodei schon wiederholt öffentlich erzählt, dass die Erkrankung seines Vaters für ihn ein großer Motivator war, an künstlichen Intelligenzen zu forschen.
Das Labor sei jedoch nicht spezifisch für die Medikamentenentwicklung geschaffen worden, so ein Anthropic-Sprecher gegenüber Reuters. Und: Man wolle keine klinischen Studien mit den Medikamenten durchführen, die man entwickle, sondern die Arbeit vorher stoppen, um keine Konkurrenz zu Pharmaunternehmen zu sein.
Ein zweiter möglicher Motivator könnten laut den Insidern Anthropics Ambitionen im Bereich Labor-Robotik sein. Das Unternehmen will schon länger automatisierte Roboter für Forschungslabore bauen und bietet Pharmafirmen bereits entsprechende Dienste an. In einem eigenen Labor könnte es sie weiter testen.
Anthropic expandiert schon länger in den Pharma-Bereich
Anthropic kündigte bereits im Juni bei einer Veranstaltung in San Francisco seine Absicht an, Programme zur Arzneimittelentwicklung zu starten. Ein besonderer Fokus solle auf präklinischen Arbeiten in Bereichen liegen, die für traditionelle Unternehmen finanziell nicht attraktiv seien. Weitere Schritte Richtung Medikamentenforschung sind die Software „Claude Science“, die das Unternehmen veröffentlicht hat, und die Berufung von Vas Narasimhan (CEO von Novartis) in seinen Vorstand. Zusätzlich übernahm Anthropic das Start-up Coefficient Bio für laut Medienberichten rund 400 Millionen US-Dollar in Aktien.
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