Überzeugungstäter am Werk
Das erste Training des neuen Bundestrainers Jürgen Klopp mit seinem kompletten 24er-Kader hatte demonstrativen Charakter. Immer wieder ging es um Spaß und Zusammenhalt.
Jürgen Klopp steigt ein mit vier Nations-League-Spielen
Klopp spielte den Beobachter des mit viel Gelächter unterlegten Aufwärmprogramms. Wer seine Gruppe nicht schnell genug fand, musste Liegestütze machen. Klar, was Klopp in der für Medien offenen Viertelstunde als Außenwirkung erzeugen wollte: Nur gemeinsam kann das Großprojekt gelingen, um das bei drei Weltmeisterschaften blamierte Aushängeschild wieder strahlen zu lassen. Der gerne als Menschenfänger bezeichnete 59-Jährige will zum Herbstanfang mit den vier anstehenden Aufgaben in der Nations League für einen Stimmungswechsel sorgen.
Der Auftakt mit dem Klassiker gegen die Niederlande in Amsterdam (Donnerstag, 20:45 Uhr/RTL) löst weltweites Interesse aus, das der DFB über seinen englischen Instagram-Account durchaus einfallsreich bediente. Klopps Botschaft erinnerte an dessen Vorstellung beim FC Liverpool, wo er sich als "The Normal One" vorgestellt hatte. Nun hieß es: "I am The New One" ("Ich bin der Neue").
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Die Türen sind nach weitgehend erfolglosen Zeiten seiner Vorgänger Julian Nagelsmann und Hansi Flick so weit auf, dass leuchtende Augen den Neustart prägen. Im Grunde ist das Experiment mit 43 Kräften (ursprünglich 44, aber Brajan Gruda musste verletzt absagen) nach den düsteren WM-Vorstellungen in Nordamerika zwar einerseits risikoreich, andererseits aber auch alternativlos. Woher sollen sonst neue Impulse kommen?
Der neue Bundestrainer hat für die ersten vier Spiele in der Fußball-Nations-League 44 Spieler nominiert. Im Kader sind elf Neulinge und vier Spieler des Tabellenführers SC Freiburg.
17.09.2026 | 1:10 minPhilipp Treu schwärmt vom "Mega-Typ" Klopp
Der frisch nominierte Philipp Treu veranschaulichte, was der Erneuerer mit seiner Aura, seiner Auswahl und seinen Ansprachen schon bewirkt habe. "Durch seine lockere, positive Art, wie er einen anlacht, sagst du: Der ist ja ein Mega-Typ, mit dem hab' ich einfach Bock, zu arbeiten. Da merkt man: Für den würde ich durchs Feuer gehen", sagte der Verteidiger vom SC Freiburg bei einer Pressekonferenz in Herzogenaurach.
Auch Younes Ebnoutalib von Eintracht Frankfurt ist Feuer und Flamme für die deutsche Nationalelf. Der bullige Stürmer verkörpert mit seinem laufintensiven Stil genau jenen Typ Offensivkraft, den es beim Pressing, wie es der Bundestrainer gerne spielen lässt, braucht.
Am Donnerstagmorgen hat Jürgen Klopp seinen XXL-Kader für die bevorstehende Länderspielpause verkündet. Ein Zusammenschnitt der 70-minütigen Pressekonferenz.
17.09.2026 | 3:03 minYounes Ebnoutalibs steiler Weg vom FC Gießen ins Nationalteam
Vater Faissal Ebnoutalib, Taekwondo-Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele 2000, leitet ein Fitnessstudio, in dem auch der Filius Extraschichten schiebt.
Der 23-Jährige lebte vor einigen Jahren in einer Baracke beim AC Perugia, war zwischenzeitlich vereinslos, ehe er 2024 gerade noch beim Viertligisten FC Gießen unterkam. "Mein Weg war nie gerade hoch. Das prägt einen, niemals aufzugeben", sagte er. Passt auch zur Klopp-Idee.
Die fehlende Zeit stört den Bundestrainer nicht
Der Bundestrainer hadert nicht damit, dass er nur zwei Trainingseinheiten zur Verfügung hat: "Keine Zeit zu haben, ist im Fußball völlig normal." Klopp erinnerte an seine Zeit beim FC Liverpool, wo die Terminhatz eben Alltag war.
44 Spieler sind für die vier Partien in der Nations League eingeladen. Nicht alle gleichzeitig, sondern in zwei Gruppen. Im Kader stehen vier Freiburg-Profis.
17.09.2026 | 1:30 minDass sein Einstand gegen den Nachbarn Niederlande und sein Heimdebüt gegen Griechenland in Augsburg (Sonntag, 20:45 Uhr/ARD) nicht nur positive Erlebnisse, sondern auch gute Ergebnisse liefern sollten, weiß er: "Wir wollen - und das ist im Fußball normal - alle vier Spiele gewinnen."
Das zweigeteilte XXL-Aufgebot sei so komponiert, "dass es gut zusammenpasst, von den Positionen her, von den Charakteren her, von der Anzahl der erfahrenen und jüngeren Spieler". Eine These, die nun gleich vier Mal in enger Abfolge auf den Prüfstand kommt.
Dass sich Younes Ebnoutalib (Bild) für die DFB-Elf und nicht für Marokkos Nationalteam entschied, lag auch an der Tatsache, dass Jürgen Klopp neuer Bundestrainer wurde. Klopp sei "einer der besten Trainer der Welt. Und ja, es gibt schon positive Energie", sagte der Stürmer von Eintracht Frankfurt im Teamquartier in Herzogenaurach.
Der 23-Jährige hätte auch für den WM-Viertelfinalisten Marokko spielen können. Es gab auch Gespräche mit dem Nationalcoach Mohamed Ouahbi. Aber: "Wenn Kloppo dich anruft, muss man hingehen."
Über dieses Thema berichtete ZDFheute live in dem Beitrag "Live: Wer schafft es in den DFB-Kader?" am 17.09.2026 ab 09:45 Uhr.
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