«Vogelwild», «absolute Geschenke»: Nach 7:3-Sieg ist Nati hässig

Darum gehts
- Die Schweizer Frauen-Nati gewinnt das WM-Quali-Playoff-Hinspiel gegen Israel 7:3.
- Trotz dem klaren Sieg war die erste Halbzeit laut Captain Lia Wälti «vogelwild» – die Gegentore seien «absolute Geschenke» gewesen.
- Das Rückspiel findet am Dienstag um 19.30 Uhr in Sion statt.
So hat sich die Schweizer Nati das nicht vorgestellt. Zwar gab es am Ende gegen Israel in der 1. Runde der WM-Playoffs im Hinspiel einen verrückten 7:3-Sieg, doch das Ding: Die Schweizerinnen überzeugten erst gegen Ende. Vor allem die erste Halbzeit war sackschwach.
Die Schweizerinnen hatten zwar viel Ballbesitz, aber wenig Ideen, verloren Zweikämpfe und leisteten sich gegen die Weltnummer 65 viele Fehler – insbesondere auch Goalie Livia Peng, der die fehlende Spielpraxis bei Chelsea teilweise durchaus anzusehen war – hier gibt es die Noten.
«Wir konnten uns alle in die Augen sehen und die Dinge ansprechen»
Kein Wunder, dass Captain Lia Wälti nach der Schlussphase klare Worte wählte. «In gewissen Situationen war es vogelwild», sagte sie gegenüber dem SRF. Die Gegentore seien «absolute Geschenke» gewesen. «Wir waren unglaublich wütend», sagte Wälti über die Gefühlslage zur Pause. Sie selbst sei laut geworden. «Wir haben auf den Tisch gehauen und gesagt: Wenn wir an die WM wollen, dann müssen wir es jetzt zeigen.»
Und weiter: «Rafel (Navarro, der Nati-Coach, d. Red.) blieb sachlich. Wir konnten uns alle in die Augen sehen und die Dinge ansprechen.» Wälti erklärte: «Was wir heute gezeigt haben, ist, dass wir dominieren können und mit dem Ball gut umgehen können. Wir haben aber noch Luft nach oben bei der Konkretisierung des Ballbesitzes.»
Schweizer Programm WM-Qualifikation
Viola Calligaris war auch unzufrieden. «Wir waren sicher nicht bei 100 Prozent. Wir haben zu viele Fehler gemacht und diese teuer bezahlt. Ich bin froh, dass wir in der zweiten Halbzeit mehr Gas geben konnten», sagte sie.
Lia Kamber ist nach zwei Toren glücklich
Jedes Spiel sei schwierig zu gewinnen. Es gebe Gegnerinnen, die schwächer seien, aber Qualität hätten. «Dennoch müssen wir jedes Spiel ernst nehmen. Das haben wir heute teils etwas zu wenig gemacht», so die Nati-Verteidigerin. «Es ist sicher gut, dass wir am Schluss noch einige Tore gemacht haben. Es war dennoch für alle sicher ein guter Weckruf. Es geht um die WM. Da wollen auch die anderen Teams hin.»
Lia Kamber, die zu den besten Spielerinnen gehörte und zwei Tore schoss, sagte: «Ich bin unglaublich dankbar, dass wir gewinnen konnten und ich zwei Treffer machen konnte. Es war unglaublich cool, vom Team die Unterstützung zu spüren. Es ist eine Riesenehre, für die Nati auflaufen zu dürfen, mit zwei Toren umso schöner.»
Am Dienstag findet nun das Rückspiel der 1. WM-Quali-Playoff-Runde gegen Israel statt. Das Spiel findet um 19.30 Uhr in Sion statt (live bei uns).
Nils Hänggi (nih) ist seit 2019 bei 20 Minuten. Er ist Sportredaktor und Teil des Social Responsibility Boards. Er schreibt oft übers Thema Fussball.
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