Problem für Putins Wirtschaft: Russen plündern ihre Konten und horten massenhaft Bargeld
Problem für Putins Wirtschaft
Russen plündern ihre Konten und horten massenhaft Bargeld
Die russische Bevölkerung hat Angst um ihre Ersparnisse. Deshalb räumen viele ihre Konten leer – und verstecken ihr Geld bei sich zu Hause. Für Putins Wirtschaft ist das ein Problem.
Publiziert: vor 6 Minuten
Darum gehts
KI-generiert, redaktionell geprüft
- Russlands Bevölkerung hebt massiv Bargeld ab, 2,7 Mrd Franken in zwei Wochen
- Bargeldlose Zahlungen sanken im Q2 2026 erstmals seit Jahren um 0,5 Prozent
- Ukrainekrieg kostete Russland 63 Franken CHF im ersten Quartal 2026
Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk
In Russland bilden sich wieder lange Schlangen vor den Bankautomaten – wie damals beim Ausbruch des Angriffskriegs der russischen Armee auf die Ukraine Anfang 2022. Der Grund: Die Bevölkerung hortet immer mehr Bargeld. Allein in den ersten zwei August-Wochen hoben die Russen Geld im Wert von 2,7 Milliarden Franken von ihren Konten ab.
Total belaufen sich die Bargeldbezüge für dieses Jahr auf rund 20 Milliarden Franken. Das ist jetzt schon mehr als im gesamten Jahr 2022. Das Horten von physischem Geld wirkt sich auch aufs Zahlungsverhalten der Bevölkerung aus. Im zweiten Quartal 2026 gingen die bargeldlosen Zahlungen zurück – erstmals seit vielen Jahren. Der Anteil sank gemäss Angaben der russischen Zentralbank um 0,5 Prozentpunkte, beträgt aber immer noch gut 88 Prozent.
Jüngst bezeichnete Wladimir Putin (73) die Russen als «grössten und geduldigsten Investor» der heimischen Wirtschaft. Für diese ist das ein Problem, weil das massenhafte Abheben zu Liquiditätsschwierigkeiten bei Banken führt und dem Finanzkreislauf Geld entzieht. Noch kann nicht von einem Bankenansturm gesprochen werden, der die Finanzinstitute in ernsthafte Gefahr bringt. Und doch scheinen die Russen Geduld und Vertrauen in die Putin-Regierung etwas verloren zu haben.
Wachsende Zukunftssorgen
Die Entwicklung zeigt klar, dass die Kriegsangst bei den Bürgern steigt. Sie fürchten, dass sie die direkten Folgen des Ukrainekriegs immer mehr zu spüren bekommen. Offenbar plant der russische Präsident eine neue Eskalation des Kriegs. Er hat laut einem Bericht der US-Denkfabrik «Institute for the Study of War» vor, weitere 300’000 bis 400’000 neue Soldaten an die Front in der Ukraine zu entsenden – verdeckt und mittels Zwangsrekrutierung.
In letzter Zeit ist es der Ukraine regelmässig gelungen, mit Drohnen kritische Infrastruktur im russischen Hinterland anzugreifen. Die gezielten Attacken führen etwa zu Unterbrüchen in der Treibstoffversorgung, was zu stark steigenden Benzinpreisen geführt hat. Und auch das Internet fällt immer mal wieder aus, wodurch keine Kartenzahlungen möglich sind. Das macht Bargeld zur praktischen Absicherung.
Putins Staatskasse braucht Geld
Gleichzeitig häuft Russland immer mehr Schulden an. Der Krieg in der Ukraine verschlingt Unsummen. Allein im ersten Quartal 2026 vergrösserte Putin das Loch in der Staatskasse um 63 Milliarden Franken – über 20 Milliarden mehr, als für das ganze Jahr vorgesehen war. Hochrangige Regierungsvertreter riefen den Präsidenten deshalb Anfang Sommer zum Sparen auf.
Der Kreml macht nun vermehrt Jagd auf das Vermögen von in Ungnade gefallenen Oligarchen. Im Juni etwa beschlagnahmte der Staat 6 Milliarden Franken vom inhaftierten Milliardär Wadim Moschkowitsch (59) – eine Rekordsumme. In der Bevölkerung wächst deshalb die Sorge, dass Putin auch an ihr mühsam Erspartes will. Darum hortet sie ihr Geld lieber in physischer Form bei sich zu Hause. Und verzichtet freiwillig auf Sparzinsen.
Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.