Prinz Christian hat Angst vor dem Thron

Sohn vom faulsten König der Welt
Prinz Christian hat Angst vor dem Thron
Ein künftiger König, der am ganzen Körper zittert: Kronprinz Christian erzählt in einem Interview, wie ihn Militärdienst, Öffentlichkeit und die Aussicht auf Dänemarks Krone verunsichern.
Publiziert: vor 14 Minuten
- Dänemarks Kronprinz Christian spricht über Zweifel
- Beim Militär zitterte er, heute führt er Wehrpflichtige
- Im Rampenlicht zu stehen, belastet den künftigen König
Flavia SchlittlerRoyal- und People-Expertin
Dänemarks künftiger König zeigt eine ungewohnte Verletzlichkeit. Die Krone wurde Prinz Christian (20) in die Wiege gelegt. Doch je näher er dem Erwachsenenleben kommt, desto realer wird die gewaltige Aufgabe.
«Es ist für mich surreal, daran zu denken», sagt er in einem aktuellen Interview mit der dänischen Zeitung «Politiken». Obwohl ihn seine Eltern König Frederik X. (58) und Königin Mary (54) auf die Rolle vorbereitet hätten, sei er «natürlich sowohl gespannt als auch nervös».
Bemerkenswerte Worte
Es sind bemerkenswert offene Worte eines Mannes, dessen Zukunft eigentlich längst vorgezeichnet ist. Christian weiss, was ihn erwartet. Aber das bedeutet nicht, dass er sich bereits sicher fühlt.
Die Vorstellung, eines Tages die Verantwortung für ein ganzes Land zu tragen, bleibt für ihn überwältigend. Wie tief seine Unsicherheit gehen kann, hat er beim Militär gemerkt. Als er im Februar 2025 seinen Dienst antrat, war von königlicher Souveränität wenig zu spüren.
«Ich erinnere mich, dass ich auf der Fahrt dorthin am ganzen Körper zitterte. Ich war super nervös», erzählt er. Seine Gedanken kreisten um eine einfache Frage: «Bin ich sicher, dass ich das will?» Und was, wenn ihm das Soldatenleben nicht gefalle? «Ich war tatsächlich sehr im Zweifel», gibt er zu.
Macht und Privilegien
Heute hat der Kronprinz diese Hürde überwunden. Er ist zum Leutnant ernannt worden und führt bei der königlichen Leibgarde Wehrpflichtige. Sogar einen möglichen Auslandseinsatz kann er sich vorstellen. «Ich habe mich noch auf nichts festgelegt. Ich bin offen für alles, was kommen könnte», sagt er.
Auch mit der öffentlichen Aufmerksamkeit hadert der Thronfolger. Sie gehört zu seiner Rolle, selbst wenn er lieber darauf verzichten würde. Ein Leben ausserhalb des Rampenlichts ist für ihn kaum möglich. Die Krone bedeutet eben nicht nur Macht und Privilegien, sondern auch den Verlust von Privatsphäre.
Sein Vater König Frederik X. weiss, wie wichtig die Nähe zum Volk ist. Bei einer Ende 2025 veröffentlichten Umfrage des dänischen Senders DR bewerteten 87 Prozent der Befragten ihn positiv.
Vertrauen und Verletzlichkeit
Trotzdem wird Frederik wegen seiner Ferien im Ausland als «Ferienkönig» und faulster König der Welt verspottet. 2025 verbrachte er 49 Tage im Ausland am Sünnelen und Chillen. Gleichzeitig spricht der Monarch über Themen, die viele Familien beschäftigen.
In seiner Neujahrsansprache Ende 2024 thematisierte er die psychischen Belastungen junger Menschen und betonte, wie wichtig Zuhören und Vertrauen seien. Verletzlichkeit zu zeigen, sei eine Stärke.
Das hat Kronprinz Christian mit seiner Offenheit getan. Und im Interview auch erwähnt, dass er auf Schloss Amalienborg, mitten in der königlichen Residenz, eine eigene Wohnung bezogen hat. Ein weiterer Schritt in Richtung Selbstständigkeit.
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