Hitzesommer in den Bergen – Wenig Wasser, wenig Probleme: SAC-Hütten kommen glimpflich davon

War das der beste Sommer? Gut möglich. Marco Dirren, Zentralpräsident des Schweizerischen Alpenclubs, geht aufgrund von Gesprächen mit Hüttenwarten davon aus, «dass wir einen Rekord haben oder zumindest nahe am Rekord-Jahr sind». 2023 und 2025 verbuchten die SAC-Hütten bislang am meisten Sommer-Übernachtungen, je etwas mehr als 310'000.
Was heisst das für die Hüttenwarte? Zum einen ist es eine gute Nachricht, die Gäste bringen Umsatz und helfen, die Kosten zu decken. Die vielen kurzfristigen An- und Abmeldungen erschweren aber die Planung. «Wir wurden überrannt», sagt Christian Affolter, Hüttenwart der Lidernenhütte im Kanton Uri. «Das geht an die persönlichen Ressourcen, das ganze Team ist müde nach diesem Sommer».
Welche Folgen hatte der Wassermangel? Auffällig wenige Hütten hatten ernsthaft damit zu kämpfen. In einer bislang unveröffentlichten Umfrage des SAC von Anfang August geben nur vier von 71 Hütten an, dass sie stark betroffen waren. Alle anderen hatten laut eigenen Angaben noch genügend Wasser. Mitte August kam der Regen.
Was half gegen die Trockenheit? Viele Hütten haben in den Vorjahren Investitionen getätigt, etwa in Trockentoiletten und in Wasserhähne, die Luft anreichern, damit man weniger Wasser benötigt. Andere stellten Anfang Saison gut gefüllte Wassertanks auf. Entscheidend ist laut SAC, ob eine Hütte eine eigene, ergiebige Quelle hat oder auf Schmelz- und Regenwasser angewiesen ist.
Wieviel kosten diese Massnahmen? Der SAC muss laut eigenen Angaben jedes Jahr 5 bis 7 Millionen Franken alleine aufgrund des Klimawandels investieren. Das ist gut ein Drittel der gesamten Investitionen. Jedes Jahr werden etwa fünf der insgesamt 151 SAC-Hütten erneuert.
Ist das bisherige Geschäftsmodell gefährdet? An einigen Orten besteht die Gefahr. Wenn Zugänge zu den Hütten nicht mehr gewährleistet seien, wenn der Untergrund bröcklig werde, müsse man sich gut überlegen, ob es sich lohnt, all die Infrastruktur aufrecht zu erhalten, sagt Stefan Forster. Er beschäftigt sich an der ZHAW mit nachhaltigem Tourismus. «Die Neubauten sind in den vergangenen Jahren immer teurer geworden». SAC-Präsident Dirren sagt dazu: «Wir möchten natürlich möglichst viele Hütten aufrechterhalten, aber das muss auch sinnvoll sein. Wir machen das nicht einfach nur, damit die Hütte da steht.»
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