Ex-Miss packt aus: «Ich wurde nach der Krönung allein gelassen»

- Naima Acosta, letztjährige Siegerin von Miss Universe Switzerland, wurde zur Krönung ihrer Nachfolgerin nicht eingeladen.
- Itiya Dube wurde am Samstagabend im Berner Kursaal zur Miss Universe Switzerland 2026 gekürt.
- Acosta spricht von «leeren Versprechen» der Schweizer Organisation und berichtet, dass sie Flüge und Outfits selbst bezahlen musste.
Die Schweiz hat eine neue Schönheitskönigin. Am Samstagabend wurde Itiya Dube im Berner Kursaal zur Miss Universe Switzerland 2026 gekürt. Itiya stammt aus einer indisch-schottischen Familie, wurde in Genf geboren und wuchs ab 13 Jahren in Singapur auf. Ihren Master in International Marketing absolvierte sie am King’s College in London. Den Titel als Miss Universe Switzerland möchte sie dafür nutzen, um auf Krebsforschung für Kinder aufmerksam zu machen.
Mit dem Sieg beim Schönheitswettbewerb geht für Itiya ein langjähriger Traum in Erfüllung. Hinter den Kulissen der Awardshow läuft es aber offenbar weniger traumhaft ab. Die Krone wurde Dube nicht von der letztjährigen Siegerin Naima Acosta übergeben, wie das normalerweise der Fall ist. Naima wurde von der Organisation nicht eingeladen. «Ich kenne den Grund nicht», sagt sie auf Anfrage von 20 Minuten.
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Naima wurde nach dem Sieg allein gelassen
Wirklich überrascht ist Naima von der Aktion nicht. Sie berichtet, dass ihr Jahr als Miss Universe Switzerland 2025 anders verlief, als sie sich dies gewünscht habe: «Ich hatte die Hoffnung, dass mich ein Team unterstützt in dieser Industrie, die komplett neu war für mich. Nach meiner Krönung musste ich aber alles selbst managen.»
Acosta gaben die Umstände zu denken. «Ich habe keinen Preis, kein Gehalt und keinen Manager erhalten. Sogar mein Flug an die Miss-Universe-Wahl in Thailand wurde teilweise von mir selbst und einem Sponsor, den ich auf eigene Faust gefunden habe, bezahlt», packt sie aus.
Naimas Berichte decken sich mit denen anderer Siegerinnen
Naimas Kritik wendet sich nicht an die internationale Miss-Universe-Organisation, sondern nur an die in der Schweiz, wie sie betont. Sie deckt sich mit Berichten anderer Siegerinnen, die 20 Minuten zugetragen wurden. Die Frauen sprechen von unprofessionellem Verhalten der Direktion. So mussten sie beispielsweise für Outfits, Hotelübernachtungen und Flüge selbst zahlen. Sogar kosmetische Eingriffe wurden ihnen von der Direktion ans Herz gelegt.
Trotz der Herausforderungen, die Naima als Miss Universe Switzerland erlebt hat, möchte sie niemanden persönlich attackieren. Das Problem sei grösser als individuelle Kandidatinnen oder Mitarbeitende. Es brauche einen strukturellen Wandel. «In der aktuellen Zusammensetzung ist die Miss Universe Switzerland ein komplexes Projekt, ohne stabiles Team und echte Kontinuität.»
Ihre Glückwünsche hätte Naima Itiya gerne persönlich auf der Bühne überreicht. Nun musste sie diese digital äussern. In ihrer Story schreibt sie zu einem gemeinsamen Foto: «Ich bin so stolz auf dich. Dein Sieg ist sehr verdient». Anfragen bei der Miss-Universe-Switzerland-Direktorin Lina Poffet zur aktuellen Situation und der Wahl am Samstag blieben bisher unbeantwortet.
Leonie Projer (pro), Jahrgang 1997, ist stellvertretende Leiterin im Ressort People und arbeitet seit Oktober 2022 bei 20 Minuten. Ihre ersten journalistischen Erfahrungen sammelte sie bei Tele M1 und «ArgoviaToday».
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