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Friday, October 2, 2026

Schrei und Knall: Neue Details zum Tod von 20-Jähriger

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  • Vor einem Wohnblock an der Morillonstrasse in Bern wurde Ende Juni eine 20-jährige Schweizerin tot aufgefunden.
  • Ein 35-jähriger Tatverdächtiger sitzt in Untersuchungshaft – das Berner Obergericht wies seine Beschwerde am 16. Juli ab.
  • In seiner Wohnung wurde das Handy der Verstorbenen gefunden; seine Aussagen gelten laut Staatsanwaltschaft als «Schutzbehauptungen».

Eine 20-jährige Frau wurde Ende Juni tot vor einem Wohnblock an der Morillonstrasse in Bern gefunden. Die Polizei schliesst ein Tötungsdelikt nicht aus. Der verdächtige Mann (35), der in der Vergangenheit bereits wegen Vergewaltigung verurteilt wurde, sitzt seither in Untersuchungshaft. Nun geben Gerichtsdokumente neue Einblicke in den Fall, wie die«Berner Zeitung» berichtet. Der Mann bestreitet jedoch, dass die Indizien gegen ihn für die Untersuchungshaft ausreichen.

Gemäss einem Beschluss des Berner Obergerichts argumentiert der Verdächtige, aus den Akten gehe nicht hervor, ob die Frau getötet worden sei oder Suizid begangen habe. Das Gericht folgte ihm nicht und bestätigte den dringenden Tatverdacht. Es gilt die Unschuldsvermutung.

«Schutzbehauptungen» vom mutmasslichen Täter

Die Staatsanwaltschaft verweist auf widersprüchliche Aussagen des Mannes. Er sagte, er sei am 26. Juni erst nach dem Mittag aufgewacht. Mehrere Zeugen wollen ihn jedoch bereits zwischen 6 und 8 Uhr gesehen oder gesprochen haben. Die Strafverfolger werten seine Aussagen als «Schutzbehauptungen».

In seiner Wohnung fanden die Ermittler das Handy der Verstorbenen. Der Mann erklärte, sie sei wohl mitten in der Nacht gegangen und später möglicherweise zurückgekehrt. Die Staatsanwaltschaft hält das für nicht glaubhaft.

Die Frau wurde im Morillon-Quartier tot aufgefunden: Anwohner berichten von einem lauten «Boom»-Geräusch in der Nacht.

Die Frau wurde im Morillon-Quartier tot aufgefunden: Anwohner berichten von einem lauten «Boom»-Geräusch in der Nacht.20min/Zoé Stoller

Anwohner durch lautes Geräusch geweckt

Der 35-Jährige macht geltend, die Frau habe unter Angstzuständen und einer posttraumatischen Belastungsstörung gelitten und ihm gesagt, sie wolle nicht mehr leben. Einen Suizid schliesst die Staatsanwaltschaft nicht aus. Dagegen sprächen jedoch Verletzungen, die auf gröbere stumpfe Gewalteinwirkung hindeuten, die Bekleidung der Verstorbenen sowie die Aussage einer Anwohnerin. Sie sei zwischen 2 und 2.30 Uhr durch einen Schrei und ein lautes Geräusch geweckt worden.

Für die Haftprüfung berücksichtigte das Gericht auch frühere Verfahren gegen den Mann. Er wurde erstinstanzlich wegen qualifizierter Vergewaltigung beziehungsweise qualifizierter sexueller Nötigung zu sieben Jahren Freiheitsstrafe und zehn Jahren Landesverweis verurteilt. Wegen einer Berufung ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.

Das Obergericht wies seine Beschwerde am 16. Juli ab. Die Untersuchungshaft wurde inzwischen bis zum 26. Dezember 2026 verlängert.

«Ich dachte, die Schweiz sei sicher»

Bereits nach dem Fund der 20-Jährigen zeigten sich Bewohnerinnen des Wohnhauses stark verunsichert. Eine 25-jährige Studentin sagte damals gegenüber 20 Minuten: «Ich dachte, die Schweiz sei sicher, das ist jetzt aber echt unheimlich.»

Eine weitere Bewohnerin bezeichnete die Situation als «mega beängstigend» und sagte, sie frage sich, ob sie nachts noch bedenkenlos das Wohnhaus verlassen könne.

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Flurin Pestalozzi

Flurin Pestalozzi (flu) arbeitet seit 2025 bei 20 Minuten und ist Korrespondent in Bern.

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