Formel 1 gastiert in Spanien – Auf Tradition in Monza folgt Spektakel in Madrid

Am vergangenen Wochenende gastierte die Formel 1 in Monza, wo seit 1950 Rennen in der «Königsklasse» gefahren werden. Eine Woche später betreten die Fahrer Neuland: Die Strecke in Madrid wird zum ersten Mal von der Formel 1 befahren. Die Fahrer stellen sich auf maximale Crash-Gefahr ein. Carlos Sainz, geboren in Spaniens Hauptstadt, spricht von einer «der grössten Herausforderungen der Formel 1 der vergangenen Zeit» und rechnet mit Safety-Car-Einsätzen und Unterbrüchen.
Wie viel Madrid steckt im Madring?
Der Kurs, 5,416 Kilometer lang mit 22 Kurven, ist um die eher schmucklose Messe Madrid herum gebaut. Der berühmte Erdbeerbaum mit dem Bären, dem Wahrzeichen Madrids auf der Puerta del Sol, liegt rund 16 Kilometer entfernt. Wie viel Madrid im «Madring» wirklich steckt, wird sich noch zeigen müssen.
Die Organisatoren rechnen am Grand-Prix-Wochenende mit 350'000 Zuschauenden. Allein 45'000 Fans bietet das Prunkstück des Circuito Madring Platz, das den bescheidenen Namen «La Monumental» trägt, eine Steilkurve mit 13,5 Grad Neigung und 550 Meter lang – mit Vollgas gefahren. «Man kommt komplett blind aus dieser Kurve heraus. Man sieht nur den Himmel», sagt Sainz, der den Kurs in einem GT-Auto mal abgefahren ist.
Passagen, in denen die Fahrer praktisch nicht sehen, was nach der nächsten Kurve kommt, sind nicht selten auf dem Kurs. Hinzu kommt: Auslaufzonen sind Mangelware, Streckenmauern die Regel.
Testfahrten in der Formel 3 mit viel Schrott
Bei den Testfahrten der Formel 3 hagelte es jüngst Unfälle. 19 Rote Flaggen, drei zerstörte Chassis, dazu noch sechs Schäden an der Radaufhängung. Dass der Kurs kaum Haftung für die Reifen der Autos bietet, macht es nicht einfacher. Dass die Autos wegen der Batterie-Power noch unberechenbarer in Sachen Tempo und Beschleunigung sind, erhöht das Unfallrisiko ebenfalls.
Live-Hinweis
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Den GP von Spanien in Madrid können Sie am Wochenende live bei SRF verfolgen:
- Samstag, 15:55 Uhr: Qualifying live auf SRF zwei
- Sonntag, 14:20 Uhr: GP live auf SRF info
Für alle Fahrer werden die ersten Runden auf der Strecke Neuland sein am Freitag in den beiden Trainings – bis auf Lewis Hamilton und Charles Leclerc. Die Scuderia hatte im Juli einen Filmtag auf dem damals noch im Bau befindlichen Madring, der Brite und der Monegasse bekamen einen Vorgeschmack auf den Kurs.
Einfluss der Fussball-Teams
In Madrid wollen sie aller möglicher Probleme zum Trotz mit dem Kurs, der auch aus temporären Passagen besteht, die normalerweise öffentlich genutzt werden, Massstäbe setzen. Im Trainingszentrum von Real Madrid, das nicht mal einen Kilometer direkt neben der «Curve Monumental» liegt, dürften sie die Motoren heulen hören.
Die «Königlichen» unterstützen als lokaler Sponsor die Rückkehr der Formel 1 in Spaniens Hauptstadt nach fast 50 Jahren ebenso tatkräftig wie Stadtrivale Atletico.
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