Umstellung zahlt sich aus: VfL besinnt sich auf seine Stärken
Der erneute Fehlstart hatte Unruhe in Bochum ausgelöst. Das 1:1 gegen Wolfsburg war zwar ein erster Schritt in die richtige Richtung, Torschütze Sean Klaiber wünscht sich dennoch mehr Konstanz.

Berkan Taz machte gegen den VfL Wolfsburg ein richtig gutes Spiel. IMAGO/DeFodi Images
Schlechter hätte das Heimspiel für den VfL Bochum gegen den VfL Wolfsburg nicht beginnen können. Fabian Reese hatte bereits nach zwei Minuten mit einem Traumtor für die Gästeführung gesorgt. Doch die Gastgeber schüttelten sich nur kurz und verzeichneten in der Folge die besseren Torchancen. Der Ausgleich durch Außenverteidiger Sean Klaiber in der zweiten Halbzeit war hochverdient.
"Eine Mannschaft, in der es nicht stimmt, bricht nach dem frühen Rückstand auseinander", sagte Trainer Uwe Rösler und war stolz auf seine Spieler: "In unserer Lage war das eine unglaublich positive Reaktion."
9. Spieltag
Der Druck in Bochum war nach drei Niederlagen in Folge mit teils schwachen Offensivleistungen immens. Besonders Rösler stand im Fokus, an dem es nicht nur im Umfeld, sondern auch intern bereits Kritik gab. Doch der 57-Jährige und sein Tainerteam wählten vor dem Spiel gegen Wolfsburg die richtigen Maßnahmen.
Mit der Hereinnahme von Berkan Taz für Christian Rasmussen nahmen sie zwar nur eine personelle Änderung vor, allerdings kombiniert mit taktischen Anpassungen und einer neuen Grundordnung. Sie verdichteten das Zentrum, boten mit Taz und Koji Miyoshi zwei Spielgestalter in den Halbräumen auf und formten aus Gerrit Holtmann und Philipp Hofmann eine Doppelspitze, um die Strafraumbesetzung zu verbessern.
Taz als Dreh- und Angelpunkt
Mitentscheidend für das 1:1-Unentschieden war vor allem die Hereinnahme von Taz. Der Sommerneuzugang war der Dreh- und Angelpunkt auf dem Platz und an mehreren Torchancen beteiligt. Trotzdem sank der Ballbesitzanteil - auch beeinflusst durch den Gegner - deutlich, was den Bochumern entgegenkam. Zuletzt hatten sie große Probleme, trotz Spielkontrolle Durchschlagskraft zu erzeugen. Der Plan von Rösler und einigen Verantwortlichen, eine dominante Ballbesitzmannschaft zu werden, ist vorerst gescheitert.
Das muss jetzt unser Standard sein.
Sean Klaiber
Ganz im Gegensatz zum VfL Wolfsburg, der in der Schlusssekunde einen zweiten Treffer erzielte, der wegen eines Handspiels im Vorfeld aber regelkonform zurückgenommen wurde. Auf den Schreckmoment folgte Bochumer Jubel.
Für die ganz große Erleichterung braucht es nun aber Siege. Die Lage an der Castroper Straße bleibt bei lediglich acht Punkten aus neun Spielen unverändert kritisch, doch Rösler und seine Mannschaft haben gezeigt, dass sie an einem Strang ziehen und Auswege aus der Krise finden können. "Ich hoffe, dieser Tag ist der Beginn von etwas Gutem", betonte Torschütze Klaiber. "Das muss jetzt unser Standard sein."
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