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Monday, October 5, 2026

Streit mit Nachbarn: Stahl-Erbe legt 25-Millionen-Chalets auf Eis

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  • Der spanische Stahl-Erbe José María Aristrain hat sein 25-Millionen-Franken-Luxuschalet-Projekt im Gstaader Oberbort auf Eis gelegt.
  • Nachbarin Heini Wathén-Fayed und weitere Anwohner beschwerten sich, das Projekt umgehe das Zweitwohnungsgesetz – die kantonale Berner Baudirektion stützte ihre Vorwürfe.
  • Aristrain kämpft auch gegen ein Scheidungsverfahren und drohende Steuerschulden von fast einer Viertelmilliarde Euro in Spanien.

Nirgends ist das Bauland so teuer wie im Oberbort: Das Quartier in der Gemeinde Gstaad im Berner Oberland erfreut sich vor allem bei ausländischen Schwerreichen enormer Beliebtheit. Eine UBS-Studie beziffert den Quadratmeterpreis in der Gegend mit teils über 100’000 Franken. Von einem «ganzen Quartier, das ins Ausland verkauft» wurde, schrieb der Beobachter im August 2026 – einer dieser Käufer ist José María Aristrain.

Sein Vermögen von geschätzt knapp zwei Milliarden Euro stammt aus Aktienpaketen an den weltweit wichtigsten Stahlunternehmen, die der Spanier im Alter von 24 Jahren erbte, als sein Vater starb. Während er heute vor allem in Portugal weilt, gilt laut dem «Tages-Anzeiger» auch das Oberbort als Zufluchtsort des schwerreichen Spaniers – doch jetzt gibts Streit im Paradies der Milliardäre.

Waffen, Autos, Hallenbad: So gross waren die Pläne

Wie die Zeitung schreibt, plante die Familie Aristrain, auf zwei Grundstücken im Oberbort mit einer Fläche von total gut 5000 Quadratmetern zwei Luxuschalets zu bauen; ein bereits bestehendes Gebäude sollte im Zuge dessen abgerissen werden. Die neuen Gebäude sollten mit allerhand Luxus aufwarten: Wellness, Heimkino, Schwimmbad, Oldtimerausstellung und auch eine Waffensammlung. Knapp 25 Millionen Franken will der 63-Jährige dafür ausgeben – oder wollte, die Pläne liegen nämlich auf Eis.

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Mehrere Anwohner des Oberborts rund um Heini Wathén-Fayed, Witwe des ägyptischen Milliardärs Mohamed Al-Fayed, haben nämlich Beschwerden gegen das Projekt des spanischen «Stahlkönigs» eingereicht. Der Vorwurf: Das Bauprojekt umgehe das Zweitwohnungsgesetz. Während die Gemeinde zum Schluss kam, dass das Bauprojekt nicht gegen die seit 2012 geltenden Regeln verstösst, kam die kantonale Berner Baudirektion zu einem anderen Schluss und stützte die Vorwürfe von Wathén-Fayed.

Der Fall ging vor Gericht, wo zeitweise alle drei geplanten Wohnungen als Erstwohnungen angegeben wurden. Dann erfolgte plötzlich die Wende: Im Mai 2025 zog Aristrain seine persönliche Beschwerde gegen den Entscheid der Baudirektion zurück. Seither liegen die Pläne auf Eis.

Scheidungs- und Steuerverfahren

Grund für den Sinneswandel des Milliardärs könnten Probleme in anderen Lebensbereichen des Spaniers gewesen sein: So befindet er sich seit 2023 in einem Scheidungsverfahren mit seiner Noch-Ehefrau. Dieser wirft er vor, aus einem Tresor im Chalet Bonheur in Gstaad Schmuck, Uhren und Bargeld im Wert von über 21 Millionen Euro gestohlen zu haben. Laut der Berner Staatsanwaltschaft werden die Ermittlungen in diesem Fall noch bis 2027 andauern.

Und auch in seiner Heimat drohen Aristrain grosse Probleme: Die spanische Steuerbehörde wirft ihm vor, total fast eine Viertelmilliarde Euro Steuerschulden zu haben. Konkret geht es um die Frage, ob er zwischen 2005 und 2009 in Spanien steuerpflichtig war. Der Milliardär wurde zunächst von den Vorwürfen freigesprochen, der oberste Gerichtshof des Landes erklärte den Entscheid aber für ungültig. Jetzt wird das Verfahren wiederholt – ihm drohen nebst der Steuernachforderung auch eine hohe Geldstrafe sowie eine mehrjährige Haftstrafe.

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Benedikt Hollenstein

Benedikt Hollenstein (bho) ist seit 2021 bei 20 Minuten. Er schreibt für den Newsdesk und übernimmt dort auch Tagesleitungsschichten.

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