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Friday, September 25, 2026

Wasserzeichen für KI-Texte: Anthropic weitet Anwendung aus

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Anthropic weitet sein unsichtbares Text-Wasserzeichen auf weitere Claude-Modelle aus. Ab dem 30. September 2026 sollen auch Claude Fable 5, Claude Sonnet 5 und Claude Opus 4.8 entsprechend markierte Ausgaben erzeugen. Das geht aus einer am 24. September verschickten Kunden-E-Mail von Anthropic hervor, über die The Decoder berichtet.

Bislang tragen laut Anthropics laufend aktualisierter Modellübersicht Claude Fable 5.1, Claude Mythos 5.1, Claude Opus 5.5 und Claude Opus 5 das Text-Wasserzeichen. Bis zum 2. Dezember sollen laut Anthropic auch die betroffenen älteren Claude-Modelle nachgerüstet sein. Bei unterstützten Modellen wird das Text-Wasserzeichen auf Modellebene angewendet und lässt sich von Nutzern nicht deaktivieren.

Anthropic hatte das Wasserzeichen Mitte August angekündigt. Alle seit Anfang September neu veröffentlichten Claude-Modelle tragen das Text-Wasserzeichen bereits ab Start, zusätzlich wurde das zuvor erschienene Opus 5 nachgerüstet.

Hintergrund der Maßnahme sind die Transparenzpflichten des EU AI Act: Seit dem 2. August müssen Entwickler generativer KI-Systeme dafür sorgen, dass KI-generierte Inhalte einschließlich Text maschinenlesbar gekennzeichnet und als solche erkennbar sind. Obwohl die EU-Verordnung der Auslöser ist, wendet Anthropic das Text-Wasserzeichen weltweit auf alle Claude-Plattformen an.

Technisch setzt Anthropic auf eine eigene Variante von Google DeepMinds SynthID-Text. Statt unsichtbarer Zeichen oder Metadaten beeinflusst das Verfahren die Auswahl zwischen plausiblen nächsten Tokens. Über längere Passagen entsteht so ein statistisches Muster, das sich mit dem passenden Schlüssel erkennen lässt. Anthropic zufolge beeinträchtigt das Verfahren die Textqualität praktisch nicht.

Als Herkunftsnachweis hat das Verfahren klare Grenzen, die Anthropic selbst einräumt. Ein Treffer zeigt lediglich an, dass Claude an einem Text wahrscheinlich beteiligt war. Claude kann einen fremden Text etwa übersetzt, zusammengefasst oder bearbeitet haben. Starkes Umschreiben, Paraphrasieren, nachträgliches Übersetzen oder das Vermischen mit anderem Text kann das Signal abschwächen oder entfernen. Bei sehr kurzen Passagen fehlt zudem statistisches Material. Ein fehlendes Wasserzeichen beweist daher nicht, dass ein Text von einem Menschen stammt.

Der im August angekündigte Wasserzeichen-Detektor existiert inzwischen. Die zugehörige API befindet sich aber noch in einer privaten Vorschau und ist nur für bestimmte Organisationen und Personen verfügbar. Einen frei zugänglichen Detektor für Claudes Text-Wasserzeichen gibt es damit weiterhin nicht.

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