Kameras statt Augen – KI macht die Schweizer Schienen sicherer

Es ist schon fast eine gemütliche Fahrt. Mit 120 Kilometern pro Stunde statt der auf der Neubaustrecke erlaubten 200 rollt der Diagnosezug über die Schienen und vermisst und filmt die Geleise.
Fürs Auge ist die Geschwindigkeit dennoch viel zu zügig: «Diese Bilder kann ein Mitarbeiter gar nicht sichten», sagt SBB-Diagnosetechnikleiter Marcel Zurkirchen. Hilfe gibt es dabei deshalb von der KI.
2000 Kilometer fahren die beiden KI-Diagnosezüge monatlich ab und entdecken dabei gut 1500 meist kleinere Mängel. Die KI erkennt etwa Fehler auf dem Schienenkopf, also der oberen Seite der Schiene, aber auch solche an der Befestigung, beispielsweise, wenn eine Klammer verbogen ist.
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Bild 1 von 2. Die Klammer links ist im unteren Bereich verbogen. Die KI hat diese deshalb mit einem grünen Kästchen markiert. Bildquelle: SRF.
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Bild 2 von 2. Auf der oberen Seite der Schiene hat die KI einen Fehler entdeckt. Bildquelle: SRF.
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Vor zehn Jahren hat die SBB begonnen, KI für die Erkennung von Fehlern im Geleise einzusetzen. Der Anfang sei ernüchternd gewesen, die KI habe sehr fehlerhaft gearbeitet. Mittlerweile sei man aber an dem Punkt angelangt, wo die KI die gewünschte Zuverlässigkeit aufweise und das Arbeiten effizienter mache.
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Bild 1 von 3. Der Diagnosezug ist ausgestattet mit zig Kameras, die hauptsächlich die Schienen und das Gleisbett filmen. Bildquelle: SRF.
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Bild 2 von 3. Diverse Messgeräte (hier ein Gleisgeometriemessgerät) zeichnen winzige Abweichungen auf. Bildquelle: SRF.
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Bild 3 von 3. Ausgewertet werden die Daten mittels KI. Dies geschieht im Rechenzentrum im Depot und nicht im Zug selbst. Bildquelle: SRF.
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Dennoch werde die KI den Menschen nicht ersetzen. So erkenne die KI beispielsweise nur gewisse Fehler an gewissen Orten. Alles, was ausserhalb des Gleisabschnittes liegt, etwa der Fahrstrommast, werde nicht erkannt. Deshalb brauche es auch weiterhin geschulte Augen für die Fehlererkennung und dann auch geschulte Hände für die Fehlerbehebung.
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