Migros will schlanker werden: 3000 Jobs weg bei Monster-Umbau?

- Die Migros will ihre zehn Regionalgenossenschaften, die Supermarkt AG und den MGB zu einer Einheitsgenossenschaft verschmelzen.
- Jede Regionalgenossenschaft muss eine Urabstimmung durchführen, zwei Drittel der Mitglieder müssen zustimmen.
- Laut «SonntagsZeitung» könnten rund 3000 Stellen wegfallen, vor allem in den Zentralen.
Zu Beginn der kommenden Woche präsentieren Verwaltungsratspräsidentin Ursula Nold und Migros-Chef Mario Irminger einen Reformplan mit Sprengkraft: Die zehn Regionalgenossenschaften, die Migros-Supermarkt AG und der Migros-Genossenschafts-Bund (MGB) sollen zu einer einzigen Einheitsgenossenschaft verschmelzen, wie die «SonntagsZeitung» schreibt. Damit will die Migros ihre verschachtelte Führungsstruktur loswerden, die als Nachteil gegenüber Coop, Aldi und Lidl gilt.
Jede der zehn Regionalgenossenschaften muss eine Urabstimmung durchführen. Zwei Drittel der Mitglieder müssen zustimmen. Danach wären die Genossenschafterinnen und Genossenschafter an der neuen Migros beteiligt. Der Anteil jeder Region richtet sich nach ihrer Mitgliederzahl. Die Delegiertenversammlung bleibt und wählt weiterhin die Verwaltung. Operativ bleibt Irminger am Steuer.
Fast 40'000 Mitarbeitende
Wichtigste Tochter wird die Migros Supermarkt AG. Um regional verankert zu bleiben, soll sie in sechs Regionen aufgeteilt werden. Diese folgen aber nicht den heutigen Genossenschaftsgrenzen, sondern der Logistik. Wie die Regionen genau aussehen, ist noch offen.
Die Kundschaft soll vom Umbau nichts merken. Im Gegenteil: Es sollen mehr Filialen entstehen und bestehende modernisiert werden. In den Regionalgenossenschaften und der Supermarkt AG arbeiten heute fast 40'000 Personen, inklusive Filialpersonal. Dieses dürfte kaum betroffen sein, die Angestellten in den Zentralen dafür umso mehr.
Wie stehst du zum Umbau der Migros zu einer Einheitsgenossenschaft?
Wie viel die Migros sparen will, sagt sie nicht. Ehemalige Kaderleute bezifferten die Mehrkosten der heutigen Struktur in einem SRF-Dokumentarfilm von 2025 auf rund 300 Millionen Franken. Laut «SonntagsZeitung» könnten damit rund 3000 Stellen wegfallen. Coop hat den Schritt zur Einheitsgenossenschaft bereits vor 25 Jahren vollzogen.
Einige Genossenschaften machen kaum Gewinn
Die heutige Struktur geht auf Gründer Gottlieb Duttweiler zurück, der bewusst keine starke Zentrale wollte. Doch heute machen einige Genossenschaften kaum Gewinn, die Migros Zürich schreibt seit Jahren Verluste. Zudem hat die Zentrale das Geld, das die Regionen für die Modernisierung ihrer Läden brauchen.
Migros-Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir sagt: «Bei einer allfälligen Fusion von Migros-Genossenschaften müssten sowohl die Delegiertenversammlung des Migros-Genossenschafts-Bundes als auch die Mitglieder der betroffenen Genossenschaften im Rahmen von Urabstimmungen zustimmen.»
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