Umfrage: Deutsche wollen keine KI-generierten Bücher, KI-Übersetzungen sind okay
Die meisten Deutschen würden kein von KI geschriebenes Buch lesen, befürworten aber Übersetzungen von Büchern mithilfe von KI. Das ist zumindest das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Bitkom anlässlich der Frankfurter Buchmesse. Darin haben 79 Prozent der Teilnehmenden den Einsatz von KI bei der Übersetzung von Büchern befürwortet. Dagegen würden lediglich 29 Prozent ein vollständig von KI geschriebenes Buch lesen. Rund ein Drittel (34 Prozent) hält es für unproblematisch, wenn Autorinnen und Autoren KI als Inspirationsquelle oder Schreibunterstützung nutzen. KI werde also von Leserinnen und Lesern als zusätzliches Werkzeug akzeptiert, jedoch nicht als Ersatz für menschliche Kreativität, fasst Bitkom-Experte Sebastian Klöß zusammen.
Die Antworten deuten darauf hin, dass hinter der Ablehnung zwei verschiedene Sorgen stecken. 65 Prozent der Befragten befürchten, dass KI menschliche Autorinnen und Autoren ersetzen könnte. Dazu kommt die Skepsis hinsichtlich der eigenen Fähigkeiten, KI-generierte Bücher und Texte zu erkennen. So glauben 58 Prozent, dass sie selbst nicht erkennen würden, ob ein Buch von einem Menschen oder der KI geschrieben wurde.
Kennzeichnung gewünscht, Alter entscheidet
Angesichts dieser Unsicherheit fordern 72 Prozent der Befragten eine Kennzeichnungspflicht, wenn KI beim Erstellen eines Buches verwendet wurde. Bis jetzt gibt es in Deutschland noch keine allgemeine Kennzeichnungspflicht für den Einsatz von KI bei fiktionalen Büchern. Die EU-KI-Verordnung verlangt seit dem 2. August 2026 eine Kennzeichnung KI-generierter Texte, die die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse informieren sollen – sofern sie nicht redaktionell geprüft wurden und keine natürliche oder juristische Person die redaktionelle Verantwortung trägt. Laut einem Beitrag auf der Website des Verbands der Freien Lektorinnen und Lektoren (VFLL) sind Romane, die zur Unterhaltung dienen, von dieser Transparenzpflicht ausgenommen.
Bei der Bitkom-Umfrage gab es zudem einen deutlichen Unterschied der Antworten je nach Alter der Befragten. Jüngere Menschen zeigen sich aufgeschlossener gegenüber der Technik als ältere Generationen. Nur 23 Prozent der befragten Menschen ab 65 Jahren würden ein von KI geschriebenes Buch lesen, bei den 16- bis 29-Jährigen sind es dagegen 36 Prozent. Zudem finden es 40 Prozent der Jüngeren unproblematisch, wenn KI beim Schreiben unterstützt, bei den Befragten ab 65 Jahren sind es lediglich 29 Prozent. Zugleich wächst der Wunsch nach Transparenz, je älter die befragte Person ist. Eine Kennzeichnungspflicht wünscht sich 77 Prozent der älteren Menschen. Hingegen fordern das nur 68 Prozent der Jüngeren.
Für die repräsentative Umfrage wurden 1006 Personen vom 6. Juli bis zum 9. August in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt. Die Frage lautete: „Welche der folgenden Aussagen treffen auf Sie beziehungsweise Ihrer Meinung nach zu beziehungsweise nicht zu?“ Zur Auswahl standen:
- „KI sollte eingesetzt werden, um Bücher zu übersetzen.“
- „Der Einsatz von KI in Büchern sollte gekennzeichnet werden.“
- „Ich mache mir Sorgen, KI könnte menschliche Autorinnen und Autoren ersetzen.“
- „Ich würde es nicht erkennen, wenn ein Buch mithilfe von KI geschrieben wurde.“
- „Ich finde es unproblematisch, wenn sich Autorinnen und Autoren beim Schreiben von KI unterstützen lassen.“
- „Ich würde ein komplett von KI geschriebenes Buch lesen.“
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