Früher Brustkrebs: Wie Heilung gelingen kann
Wie eine neuartige mRNA-Impfung Frauen mit tripel-negativem Brustkrebs vor einem Rückfall schützen könnte.
01.10.2026 | 6:18 minBrustkrebs ist häufig ein Zufallsbefund. In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 77.000 Frauen neu daran. Es gibt verschiedene Arten von Brustkrebs, wobei Therapie und Heilungschancen von der jeweiligen Art abhängig sind.
Was früher Brustkrebs bedeutet
Von frühem Brustkrebs spricht man, wenn der Krebs noch nicht in andere Organe gestreut, also noch keine Metastasen gebildet hat. Sind auch die Lymphknoten in den Achseln noch nicht befallen, seien die Chancen für eine Heilung besonders hoch, sagt Marcus Schmidt, Leiter des Brustzentrums an der Universitätsmedizin Mainz. Aber auch bei befallenen Lymphknoten seien sie noch gut.
Früher Brustkrebs ist heute in der großen Mehrzahl der Fälle heilbar.
Prof. Dr. Marcus Schmidt, Facharzt für Frauenheilkunde
Mit dem Mammografie-Screening soll Brustkrebs möglichst früh erkannt werden. Welche Vor- und Nachteile hat die Untersuchung? Und was passiert, wenn ein Befund auffällig ist?
01.10.2025 | 4:57 minDie Therapieverfahren bei Brustkrebs haben sich in den letzten Jahren weiterentwickelt. Je nach Beschaffenheit des Tumors werden viele heute oft gezielt eingesetzt - ergänzend zu Standardtherapien wie Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie.
Standardtherapien bei Brustkrebs
Spezialisierte Behandlungsformen
Um festzustellen, ob weitere Therapien für eine Patientin infrage kommen, wird zunächst untersucht, ob der Brustkrebs für bestimmte Hormone empfänglich ist oder ob er sogenannte HER-2-Rezeptoren aufweist, die das Wachstum des Tumors beschleunigen können. Diese können als Angriffspunkte für eine Therapie dienen, wodurch sich weitere Behandlungsmöglichkeiten ergeben, erklärt Schmidt.
Neue zielgerichtete und immunonkologische Therapien können heute bei vielen Patientinnen das Leben deutlich verlängern.
Prof. Marcus Schmidt, Universitätsmedizin Mainz
Sarah und Jacqueline sind noch keine 30 Jahre alt, als sie an Brustkrebs erkranken und plötzlich vor der großen Frage stehen, ob sie noch Kinder bekommen können.
12.10.2025 | 27:10 minHormonabhängiger Brustkrebs
In manchen Fällen regen die Hormone Östrogen oder Progesteron das Wachstum des Tumors an, der dafür Rezeptoren ausgebildet hat. Bestimmte Medikamente können die Produktion dieser Hormone dann blockieren oder drosseln.
Hormonabhängiger Brustkrebs kann oft über viele Jahre kontrolliert werden.
Prof. Dr. Marcus Schmidt, Leiter Brustzentrum Universitätsmedizin Mainz
Die Medikamente werden täglich über mindestens fünf Jahre eingenommen. Studien belegen, dass eine Einnahme über diesen Zeitraum das Risiko eines Rückfalls erheblich verringert.
Mehr als die Hälfte aller Frauen entwickelt in und nach den Wechseljahren Bluthochdruck – auch, wenn sie zu keiner Risikogruppe gehören. Der Grund: Ein sinkender Östrogenspiegel.
15.05.2026 | 5:03 minAntikörpertherapie bei HER-2-postivem Brustkrebs
Befinden sich auf der Oberfläche der Krebszellen HER2-Rezeptoren, gibt es einen weiteren Behandlungsansatz. Diese Rezeptoren sind an Wachstumssignalen beteiligt, die die Zellteilung anregen.
HER2-positiver Brustkrebs kann heute ganz gezielt behandelt werden.
Prof. Dr. Marcus Schmidt, Facharzt für Frauenheilkunde
Mithilfe von Antikörpern könne man deren unkontrolliertes Wachstum verlangsamen, so Schmidt. Dadurch sei dieser Brustkrebs im Frühstadium in vielen Fällen heilbar.
Das Krebsmittel Keytruda ist das umsatzstärkste Medikament der Welt. Beim triple-negativen Brustkrebs wird es bei erhöhtem Rückfallrisiko verabreicht und steigert die Überlebensrate um fünf Prozent gegenüber einer einfachen Chemotherapie.
14.04.2026 | 11:29 minTriple-negativer Brustkrebs: Aggressiv mit hohem Rückfallrisiko
Triple-negativer Brustkrebs (TNBC) hat weder Hormon- noch HER-2-Rezeptoren. Er gilt als besonders aggressiv und schwerer behandelbar. Als Behandlungsoptionen bleiben hier Operation, Chemotherapie - meist in Kombination mit einer Immuntherapie - und Bestrahlung.
Entscheidend für die Prognose sind immer auch Stadium, Tumorbiologie und Therapieansprechen.
Prof. Dr. Marcus Schmidt, Universitätsmedizin Mainz
Auch die Rückfallquote ist hier deutlich höher als bei anderen Brustkrebsarten. Beim frühen triple-negativen Brustkrebs treten die meisten Rückfälle in den ersten drei Jahren auf. Nach fünf Jahren ist das Rückfallrisiko bereits deutlich geringer.
Um einen Rückfall zu vermeiden, können Frauen auch selbst einiges tun. Wichtig ist körperliche Aktivität. Allein durch drei Stunden Spazierengehen pro Woche könne man sein Rezidivrisiko, also das Risiko, dass der Tumor wiederkomme, um 27 Prozent senken, erklärt Annette Hasenburg von der Universitätsmedizin Mainz. Das sei richtig viel, so die Direktorin der Frauenklinik. Mit vielen Therapien bekäme man das nicht hin.
Auch eine pflanzenbasierte Ernährung sei für Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind oder waren, zu empfehlen. Darüber hinaus sollte der Alkoholkonsum so weit wie möglich eingeschränkt oder vermieden werden.
Individualisierte Impfstoffe und neue Zelltherapien könnten die Krebstherapie revolutionieren. Wo die Forschung steht, erklärt Professor Niels Halama vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg.
14.08.2025 | 5:27 minStudie zu mRNA-Impfung gegen Rückfall bei TNBC
In einer Studie mit 14 Patientinnen, die Triple negativen Brustkrebs hatten, wurde eine individualisierte mRNA-Impfung untersucht, mit der ein Rückfall verhindert werden soll.
Bei der individualisierten mRNA-Impfung wird für jede Patientin ein persönlicher therapeutischer Impfstoff hergestellt, der dem Immunsystem typische Merkmale ihres eigenen Tumors zeigt und es so gezielt gegen möglicherweise verbliebene Krebszellen aktiviert.
Erste Studienergebnisse wurden jetzt in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht. Elf der 14 Patientinnen sind bis heute krebsfrei. Ob das jedoch auf die Impfung zurückzuführen ist oder ob die Teilnehmerinnen auch ohne Impfung zu den Frauen ohne Rückfall gehört hätten, muss weiter erforscht werden.
Julia Tschakert ist Redakteurin der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".
Eine von acht Frauen in Deutschland erhält im Laufe ihres Lebens die Diagnose Brustkrebs. Die Erkrankung hat weitreichende Folgen - für den Körper, aber auch für die Seele: Die Nebenwirkungen von Chemo- oder Strahlentherapie, eine Brust-Abnahme oder Haarverlust erschüttern Betroffene in ihrem Selbstverständnis. Wie gelingt es betroffenen Frauen, ihre Stärke zu bewahren?
28.01.2026 | 30:15 minÜber dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 01.10.2026, ab 09:05 Uhr.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.