Ukrainische Drohnen betroffen – Wer war für die Drosselung bei Starlink verantwortlich?

Das ist passiert: Laut Ukraine war in der Nacht zu Mittwoch ohne Vorwarnung ein Tempolimit für das militärisch genutzte US-amerikanische Satelliteninternet von Starlink etabliert worden. Die Einschränkung bestand etwas mehr als einen Tag. Demnach verloren Flugobjekte ihre Verbindung, wenn sie sich schneller als 160 Kilometer pro Stunde bewegten. Praktisch bedeutet das, dass weitreichende ukrainische Drohnen, die teilweise mit bis zu 300 Kilometern pro Stunde fliegen, bei Überschreitungen der Geschwindigkeitsbegrenzung im Blindflug unterwegs sind. Sie können nicht mehr aus der Ferne gesteuert werden und verfehlen ihr Ziel.
Das sagt Trump: US-Präsident Donald Trump hat eine Verantwortung seiner Regierung oder des Tech-Unternehmers Elon Musk für den eingeschränkten Zugriff der Ukraine auf das Satelliten-Netzwerk Starlink bestritten. Weder er noch Musk, der Chef des US-Raumfahrtkonzerns SpaceX, zu dem Starlink gehört, seien dafür verantwortlich, dass die Ukraine den vollen Zugriff eingebüsst habe. Eventuelle Einschränkungen beim Zugriff auf das Starshield-System seien nicht von den USA verhängt worden. «Das habe ich nicht getan. Nein, wir haben das überhaupt nicht getan», sagte er vor Journalisten in Washington. Trump bestritt, dass das Satelliteninternet überhaupt verlangsamt worden sei. Er gab sich zuversichtlich, dass das Internet «wahrscheinlich funktioniere».
Trump erklärte auch, er habe ein gutes Verhältnis zum ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski. Allerdings hatte Trump kürzlich den Druck auf Selenski erhöht und in einem TV-Interview gesagt, er sei kein grosser Fan von ihm. Er finde den Umgang mit Selenski schwieriger als mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Das ist der Widerspruch: Trumps Aussagen stehen im Widerspruch zu jenen von Elon Musk. «Jegliche Geschwindigkeits- oder Nutzungsbeschränkungen werden vom US-Militär und letztlich vom US-Präsidenten festgelegt», hatte dieser zuvor auf X gepostet. Dabei ging es explizit um Starshield, der militärischen Funktion von Starlink. Unklar bleibt damit weiter, wer tatsächlich für eine etwaige Drosselung verantwortlich war.
Das ist die Position der Ukraine: In Kiew glaubt man, dass die US-Regierung die Ukraine militärisch schwächen will, damit sie kapituliert, wie David Nauer, Ukraine-Korrespondent von SRF am Mittwoch sagte. «Ob das tatsächlich der strategische Masterplan von Trump ist, ist schwierig zu beurteilen», sagt Nauer. Die letzten Jahre hätten gezeigt, dass der US-Präsident in diesem Krieg oft erratisch agiere. Mal lobe er Putin und verteufele die Ukraine. Dann sei er wieder begeistert von Selenski. «Mein Eindruck ist: Trump will diesen Krieg beenden, aber er weiss nicht wie. Also versucht er, die schwächere Kriegspartei – also die Ukraine – unter Druck zu setzen. Das Kalkül: Wenn die Ukraine kapituliert, ist der Krieg vorbei. Aber für die Ukrainer und auch für die Europäer ist das inakzeptabel. Denn sie fürchten, dass Russland die Ukraine nach einem Sieg als unabhängige Nation quasi auslöscht», sagt Nauer.
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