Lila Zauberwürfel: 25 Jahre Nintendo GameCube
Der GameCube wird 25: Am 14. September 2001 veröffentlichte Nintendo die Spielkonsole in Japan. In die USA kam sie zwei Monate später, nach Europa erst im Frühjahr. Die Konsole bleibt bis heute kultig, war aber nur bedingt erfolgreich.
Das hat mehrere Gründe. Vor allem: Nachdem es bis Mitte der neunziger Jahre vor allem um Nintendo gegen Sega geht, betritt 1994 mit Sony ein dritter Player die Bühne. Während Nintendo auf seinen Modulen beharrt, die höchstens 64 Megabyte bieten, lockt die Playstation mit dem zehnfachen Speicher. Viel Platz für Videos, Musik in CD-Qualität und Sprachausgabe. Das überzeugt Entwickler wie Square und Enix, ihre Serien wie „Final Fantasy“ und „Dragon Quest“ nicht wie erwartet auf dem Nintendo 64 fortzusetzen, sondern auf der Playstation. Dass sich CDs leicht kopieren lassen, ist ein Risiko, erweist sich aber als starkes Verkaufsargument für die Konsole.
Am Ende stehen 33 Millionen N64 mehr als 100 Millionen Playstation gegenüber. So startet Nintendo in die nächste Generation nicht mehr als Platzhirsch – es kommt sogar ein weiterer Akteur dazu: Microsoft mit seiner Xbox. Somit gibt es 2001 vier miteinander konkurrierende Geräte: Playstation 2, Xbox, GameCube und Segas Dreamcast, auch wenn dessen Zeit bereits abgelaufen ist.
Dem Zeitalter der Silberscheiben kann sich Nintendo nicht mehr entziehen, geht aber dennoch einen Sonderweg: Der GameCube liest Mini-DVDs mit einer Kapazität von 1,46 GByte. Damit bleibt der Playstation 2 ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal: Sie kann Film-DVDs abspielen – und ist günstiger als ein DVD-Player. Zudem erscheint sie anderthalb Jahre eher als der GameCube: Wie bereits beim Vorgänger kommt Nintendo zu spät. Sonys Vorsprung kann nicht aufgehalten werden, zumal sich viele Entwickler der Playstation zuwenden. Ja, und genau wie der Vorgänger, die „Playsi 1“, hat die PS2 ein cooleres Image. Die ernüchternde Bilanz: 155 Millionen Playstation 2 gegenüber 24 Millionen Xbox, 22 Millionen GameCube und 9 Millionen Dreamcast.
Zehn Spiele-Tipps
Das Wort Flop möchte man dennoch nicht in den Mund nehmen: Immerhin werden mehr als 200 Millionen Spiele verkauft. Mit Blick zurück gilt der GameCube als Konsole, die besonders gut gealtert ist, die zahlreiche exklusive Spiele bietet, die auch 25 Jahre später noch gut aussehen und sich gut spielen lassen – zumal mit dem Controller, der als einer der besten für eine Konsole überhaupt gilt.
Müsste man sich auf zehn Spiele beschränken, käme vielleicht folgende Liste heraus:
– „Super Smash Bros. Melee“ ist der meistverkaufte GameCube-Titel, ein spaßiges Prügelspiel, das man am besten mit vier Spielern spielt – zwei gegen zwei. Bei solchen Spielen kommen die vier Controller-Anschlüsse besonders gut zum Tragen. Kaum ein anderes Retro-Spiel wird heute so häufig in Turnieren ausgetragen.
– Genau wie bei „Mario Kart – Double Dash“, das die Reihe nach dem SNES- und dem N64-Teil weiterentwickelt.
– „The Legend of Zelda – The Wind Waker“ ist in einem gezeichnet wirkenden Comic-Stil, mit Cel Shading, was seinerzeit sehr umstritten ist („Celda“). Heute gilt das Spiel als zeitloser Klassiker.
– Beim Sommerspiel „Super Mario Sunshine“ ist es umgekehrt: Zum Erscheinen gibt es Höchstwertungen, heute schaut man deutlich kritischer auf Story, Steuerung und Schwierigkeitsgrad.
– Im originellen „Pikmin“ müssen Gruppen kleiner Pflanzenwesen, ähnlich Ameisen, Aufgaben erledigen. „Lemmings trifft Command & Conquer“ beschreibt eine Zeitung treffend das Prinzip.
– „Eternal Darkness“ ist ebenfalls ein Exklusiv-Titel, ein grusliges Action-Adventure, das in verschiedenen Epochen spielt.
– „Metroid Prime“ versetzt den 2D-Plattform-Klassiker in die dreidimensionale Welt.
– Die GameCube-Variante der Serie „Star Fox“ ist ein Action-Adventure in der Art von „Zelda“. Es ist der letzte Titel von Rare für Nintendo, bevor Microsoft das Studio übernimmt.
– „Luigi's Mansion“ ist einer der Starttitel, ein putziges Action-Adventure, mit Anleihen an „Ghostbusters“. Quasi „Zelda“ in einem Herrenhaus mit Geistern und Rätseln.
– „Donkey Konga“ ist ein Rhythmus-Spiel, für das spezielle Trommeln angeboten werden. Ein leicht zugänglicher Spaß auch für junge Spieler.
Spiele für GameCube (18 Bilder)

Ubisoft
)Der GBA als Begleiter
Wovon man heute ebenfalls profitiert (und was die rudimentären Online-Funktionen vergessen lässt), ist die Verknüpfung mit dem ebenfalls 2001 erschienenen Game Boy Advance. Rund 60 GameCube-Spiele betten den GBA aktiv mit ein. Für zusätzliche Anzeigen oder für Minispiele, die Extras für den GC-Titel freischalten. Nötig ist dazu ein spezielles Link-Kabel.
Mit dem Zubehör Game Boy Player, den man unter die Konsole steckt, lassen sich Spiele für den GBA und sogar den Game Boy auf dem Fernseher abspielen. Heute ein seltenes (und teures) Sammlerstück ist der Panasonic Q, ein silberner Würfel, der zugleich DVD-Player und GameCube-Konsole ist. Der Q erscheint nur in Japan und verkauft sich weniger als 100.000 Mal. Ein Grund ist vielleicht, dass er teurer ist, als wenn man die Konsole und einen DVD-Player separat kaufen würde.
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