ICE-Beamter rammt Auto eines Mannes und feuert fünf Schüsse ab

- Mindestens fünf Schüsse feuerte ein ICE-Beamter am Sonntagnachmittag im Norden von Austin auf einen Mann ab.
- Rund hundert Personen versammelten sich daraufhin am Tatort zu Protesten gegen die Einwanderungsbehörde.
- Bürgermeister Watson weiss nicht, wo sich der beteiligte Beamte befindet, und verlangt Einbezug der Stadtpolizei in die Ermittlungen.
Ein Beamter der US-Einwanderungsbehörde ICE hat in Austin im Bundesstaat Texas einen Mann angeschossen und verletzt. Kurz darauf versammelten sich am Ort des Geschehens Protestierende. Nach Angaben des Stadtratsmitglieds Mike Siegel ereignete sich der Vorfall am Sonntagnachmittag im Norden der Stadt. Demnach rammte der ICE-Beamte zunächst das Auto des Mannes. Anschliessend stieg er aus seinem Dienstfahrzeug aus und gab mindestens fünf Schüsse ab. Der Mann wurde in ein Spital gebracht und befand sich in ernstem, aber stabilem Zustand, teilte Polizeichefin Lisa Davis mit. Polizisten seien weder an dem Einsatz noch an den Schüssen beteiligt gewesen, sagte Davis.
Der Wagen des Mannes stand mit Schäden an der Beifahrertür unter einer Unterführung. Nach Angaben lokaler Medien waren dort Einschusslöcher zu sehen. Siegel sagte, er habe mindestens zwei erkennen können.
Bürgermeister fordert Untersuchung des Vorfalls
Das US-Heimatschutzministerium, dem die Einwanderungsbehörde untersteht, reagierte zunächst nicht auf Anfragen nach weiteren Einzelheiten. Auf die Frage, ob die Behörden von Austin wüssten, wo sich der beteiligte Bundesbeamte befinde, sagte Bürgermeister Kirk Watson: «Das wissen wir nicht. Aber ich würde hoffen, dass ein Beamter, der in einen Schusswaffenvorfall verwickelt ist, die Stadt nicht verlässt. Ganz sicher nicht den Bundesstaat.»
Watson, ein Demokrat, sagte, er wolle, dass die Polizei der Stadt an den Ermittlungen beteiligt werde, damit sie für «einen klaren Blick von aussen» sorgen könne. Er halte es nicht für angemessen, wenn ICE die Ermittlungen allein durchführen würde. Die Einwohner von Austin hätten «das Recht, sich in ihrer Stadt sicher zu fühlen», sagte Watson.
«Der Schrecken ist in unsere Stadt gekommen»
Am Ort des Geschehens waren zahlreiche Einsatzkräfte sowie eine Gruppe von etwa hundert Protestierenden. Einige Demonstranten beschimpften Polizisten, die Schutzschilde trugen. Ein Mann hielt ein Schild mit der Aufschrift «Niemand ist sicher» und auf der anderen Seite «ICE Nazi» in die Höhe.
«Der Schrecken ist in unsere Stadt gekommen: ICE hat heute Morgen in Austin auf eine Person geschossen», schrieb der Kongressabgeordnete Greg Casar auf X. Er forderte eine vollständige, unabhängige Untersuchung, die sofortige Veröffentlichung der Aufnahmen der Körperkameras und Konsequenzen für jeden ICE-Beamten, der gegen das Gesetz verstossen habe.
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Yasmin Rosner (roy), Jahrgang 1980, arbeitet seit 2017 für 20 Minuten im Newsdesk als Nachtschicht vom Ausland aus.
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