PunchLagos secures ₦759m for consumers in six years, resolves 10,720 complaintsBollywood HungamaGaiety-Galaxy made stars feel like SUPERSTARS; where are they now? Bollywood's RADIO SILENCE raises eyebrows as Manoj Desai pays FULL salaries despite ZERO revenue for 2 monthsInquirer EntertainmentRussell Brand convicted of rape; judge says he’ll get prison termThe Jerusalem Post'You'll know soon enough': Trump leaves door open to devastating new Iran strikesCNN TürkFATMA BETÜL SAYAN KAYA KİMDİR, KAÇ YAŞINDA, NERELİ? AK Parti'deki Görevlerinden Neden Ayrıldı? İşte Hayatı ve Siyasi KariyeriSky TG24Lecce, sequestrata oltre 1 tonnellata di fuochi pirotecniciDaily MaverickSQUAD STRENGTH: Boks’ superior depth could prove decisive in Nations Championship title raceInquirerMarbled monitor lizard rescued, released into wild in BatanesZDF heuteAktuelle Pressemitteilungen des ZDFRTL BoulevardTjitske Reidinga geeft opvoedfout bij haar drie zoons toe: 'Het is een leugen'Wirtualna PolskaKoniec holenderskiego eldorado. Polacy masowo pakują walizki i wracają do kraju01netOffice 2024 Pro à 22,99 € et Windows 11 Pro à 12,25 € : deux licences à vie pour remettre votre PC d’aplomb 🔥
The Daily Newsstand · Free, Always
Friday, November 6, 2026

Krieg im Jemen: „Alle Straßen nach Taiz sind wegen der Kämpfe gesperrt“

Translate

Die unter Regierungskontrolle stehende Stadt Taiz im Jemen wird von der Huthi-Miliz belagert. Den Menschen gehen Lebensmittel, Gas und Medikamente aus.

„Die Straße ist gefährlich, jedes vorbeifahrende Auto wird beschossen“, sagt Danya Abboud, eine Einwohnerin der jemenitischen Stadt Taiz, der taz über einen Messengerdienst. Sie habe die Stadt noch verlassen wollen, habe das aber nicht mehr geschafft, seit die Blockade durch die Huthi-Miliz erneut begonnen hat.

Taiz steht bereits seit 2015 unter einer mal mehr, mal weniger durchlässigen Belagerung der von Iran unterstützten jemenitischen Miliz. Damals kämpften die Huthis und die international anerkannte Regierung und mit ihr verbündete Truppen um die Vorherrschaft in der Stadt. Die Huthis umzingelten sie von drei Seiten, das Stadtzentrum selbst blieb in der Hand der Regierung.

Jahrelang waren die Einwohner auf lange, beschwerliche Bergstraßen angewiesen, um sich in die Stadt hinein- und hinausbewegen zu können. Zwischen 2015 und Juni 2024 kamen auf diesen unsicheren Routen mehr als 600 Menschen ums Leben. Im Juni 2024 öffneten die Huthis unter internationalem Druck eine der Hauptzufahrten zur Stadt.

Im September sperrten die Huthis diese Straße dann erneut. Damals hatte gerade eine Offensive der Gruppe begonnen, bei der sie ihre Kontrolle auf die strategisch wichtige Stadt Mocha an der Westküste des Jemen ausweiteten, Richtung der Meerenge Bab al-Mandab. Am 4. Oktober eroberten die Huthis die Stadt al-Turba südlich von Taiz – und schneiden sie nun auch von Süden her ab. Die Straße bei Hijat al-Abd – die letzte Verbindung zwischen Taiz und der Stadt Aden – wurde zerstört, wie Human Rights Watch mitteilte. Die Organisation erklärte, der Einsatz von Hunger als Waffe gegen die Zivilbevölkerung in Taiz durch die Huthis könne ein Kriegsverbrechen darstellen. Die Huthis bestreiten, die Stadt zu belagern.

Stéphane Dujarric, Sprecher des Generalsekretärs der Vereinten Nationen (UN) António Guterres, sagt hingegen: eine Belagerung wie im Mittelalter. Er erklärte, die UN könnten keine Hilfs-Lastwagen mehr in die Stadt Taiz bringen. Über eine Million Menschen leben dort. „Alle Straßen nach Taiz sind wegen der Kämpfe gesperrt, und es kommen keine kommerziellen Lieferungen mehr an“, so Dujarric.

Ein Sack Mehl für 30 Euro

Mustafa Noman, stellvertretender Außenminister der international anerkannten Regierung Jemens, sagt: Man sehe keinen Spielraum für Gespräche oder Vermittlung mit den Huthis, solange die Belagerung von Taiz nicht aufgehoben werde. „Wir wollen keine Verhandlungen, solange die Gruppe keine Ernsthaftigkeit zeigt“, sagt er.

Danya Abboud, die in der belagerten Stadt lebt, sagt: Die Krise zeigt sich auch am Preis einer Gasflasche. Vor der Belagerung kostete sie 10.000 jemenitische Rial, etwas über 5 Euro. Heute kostet sie mit 30.000 Rial das Dreifache – sofern sie überhaupt erhältlich ist.

Der Journalist Farouk al-Kamali aus Taiz berichtet, dass Gas in den letzten Wochen von den Märkten verschwunden sei – und nun zu den höheren Preisen wieder auftauche. Manche Familien kochten mit Brennholz und Pappe, sagt er. Auch ein Sack Mehl koste mittlerweile mehr als 55.000 Rial – etwa 30 Euro. Die Bäckereibesitzer hielten bislang den Brotpreis stabil – und machten eben die Brote kleiner. „Die Bürger können es sich nicht leisten, zu hohen Preisen einzukaufen, und die Bäckereibesitzer wissen das“, sagt er.

Und Wasser ist noch knapper. Der Gouverneur von Taiz, Nabil Shamsan, sagte jüngst bei einer Pressekonferenz, dass die Stadt täglich etwa 35.000 Kubikmeter Wasser benötige. Das ist bereits weniger als die von den UN als mittelmäßiger Wasserzugang definierten 50 Liter pro Person und pro Tag. Durch die aktuelle Belagerung komme an manchen Tagen nur noch etwa 1.000 Kubikmeter an, so Shamsan. Die Kosten für das per Tankwagen angelieferte Wasser haben sich verdreifacht.

Die Angst bringt uns um, die Belagerung lässt uns hungern, und der Rauch des brennenden Mülls über den Stadtvierteln macht uns krank

Ein anonymer Einwohner von Taiz

Danya Abboud sagt, das von ihr genutzte Trinkwasser stamme aus Brunnen innerhalb der Stadt, „aber es droht auszugehen“. Wasser für den täglichen Gebrauch komme von außerhalb der Stadt und sei deswegen oft nicht mehr verfügbar.

Brennende Müllhaufen, leere Straßen, geschlossene Kliniken

Auch die öffentliche Stromversorgung in Taiz ist seit 2015 unterbrochen, als die Huthi-Miliz und ihre damaligen Verbündeten, die Truppen des ehemaligen jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Saleh, das Kraftwerk Usaifira beschossen. Das geht aus einer Untersuchung des Yemeni Archive hervor. Seitdem sind viele Einwohner auf Solarmodule angewiesen, um ihre Wohnungen zu beleuchten und ihre Handys aufzuladen. Danya sagt: „Die vorherige Belagerung hat uns gelehrt, wie wir das Problem der Stromversorgung bewältigen können – aber diese Belagerung ist anders. Sie verhindern sogar, dass der Müll abtransportiert wird, und er türmt sich überall auf.“ Manche stecken ihn dann in Brand.

Ein weiterer Einwohner, der anonym bleiben will, berichtet der taz: „Die Angst bringt uns um, die Belagerung lässt uns hungern, und der Rauch des brennenden Mülls über den Stadtvierteln macht uns krank.“ Das Leben in Taiz sei seit Mitte Oktober zum Stillstand gekommen: Die lokalen Behörden der Provinz haben Schulen und Universitäten geschlossen. Danya sagt, die Straßen sähen „fast leer“ aus.

Neben dem Mangel an Lebensmitteln und Wasser herrscht laut dem Apotheker Iyad Sadiq in der Stadt ein gravierender Mangel an Medikamenten. Die kostenlose Ausgabe von Insulin in den staatlichen Gesundheitszentren sei eingestellt worden; auch Patienten mit Nierenversagen erhielten keine Dialysebehandlungen mehr. Nach Angaben der UN haben etwa 250.000 Menschen in der Stadt gar keinen Zugang mehr zur medizinischen Grundversorgung, darunter 23.000 schwangere Frauen.

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind nur 5 von 27 Gesundheitseinrichtungen in Taiz derzeit in Betrieb. Im einzigen Entbindungs- und Kinderkrankenhaus der Stadt wurde die Zahl der Inkubatoren aufgrund von Treibstoffengpässen von 40 auf 10 reduziert, wie Krankenhausmitarbeiter berichteten. Die UN warnt, dass 12 Krankenhäuser von der Schließung bedroht seien oder ihren Betrieb eingeschränkt hätten.

Danya sagt, sie schlafe derzeit zum Klang von Gefechten ein. Sie sagt: „Wenn ich aufwache, frage ich zuerst: Ist die Stadt gefallen? Geht es meiner Familie gut? Dann: Sind Gas und Benzin angekommen? Können wir rausgehen und Gemüse kaufen? Haben sie die Straße freigegeben?“

Aus dem Englischen Lisa Schneider

View the original on taz →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.