Berliner Linke vertagt Entscheidung über umstrittene Abgeordnete Emde
Stand: 20.10.2026 • 15:27 Uhr
Die Linke-Fraktionsspitze in Berlin will nicht mehr mit Vanessa Emde zusammenarbeiten. Wie es im Konflikt mit der wegen ihrer Israel-Kritik umstrittenen Abgeordneten weitergeht, bleibt vorerst unklar - eine Entscheidung wurde vertagt.
Die Spitze der Linke-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus hat noch keine Lösung zum weiteren Umgang mit der wegen ihrer Israel-Kritik umstrittenen Abgeordneten Vanessa Emde gefunden. Der Fraktionsvorstand habe in einer digitalen Sitzung beraten, teilte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur mit. Emde, die eingeladen war, habe sich jedoch krankgemeldet und nicht an der Sitzung teilgenommen. Der Fraktionsvorstand habe Emde nun für die nächste Sitzung am kommenden Dienstag wieder eingeladen. "Die Beratungen zum Thema setzt die Fraktion in der kommenden Woche fort."
Im Wahlkampf für Palästina-Solidarität eingesetzt
Emde war bei der Wahl am 20. September erstmals in das Abgeordnetenhaus eingezogen. Im Wahlkampf setzte sie auf das Thema Palästina-Solidarität und löste wegen ihrer israelkritischen Positionen mehrfach Diskussionen aus. Emde vertrat im Wahlkampf unter anderem die These, dass es kein Existenzrecht für Staaten gebe, sondern nur für Menschen. Am vergangenen Donnerstag wiederholte sie das in einem Instagram-Video ausdrücklich. "Ich stehe zu meinen Aussagen, und ich nehme keine einzige dieser Aussagen zurück." Anschließend erklärte die Fraktionsspitze, sie sehe keine Grundlage mehr für eine Zusammenarbeit mit ihr. Ihr könnte der Ausschluss aus der Fraktion drohen.
Emde kritisierte auch eine Erklärung zum Antisemitismus, die sie wie alle Linke-Fraktionsmitglieder noch zwei Tage zuvor unterschrieben hatte. Darin bekennen sich die Unterzeichner unter anderem zum Existenzrecht Israels.
Die Grünen und die SPD in Berlin wollen nach erfolgreichen Sondierungsgesprächen über eine Koalition verhandeln. Die Linke will am 31. Oktober über die Aufnahme von Gesprächen entscheiden. Die Diskussion um ein konsequentes Vorgehen gegen Antisemitismus, angefacht durch mehrere Vorfälle in den Reihen der Linken, hatte die Gespräche über eine Regierungsbildung von Anfang an erschwert.
Sendung: rbb24 Inforadio, 20.10.2026, 14:30 Uhr Audio: rbb24 Inforadio, 20.10.2026, Ute Schuhmacher
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.