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Friday, August 28, 2026

Historischer Abend: «Für 20 Millionen lasse ich ihn nicht gehen»

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  • Winsley Boteli (20) vom FC Sion erzielte im Playoff-Hinspiel gegen Ajax Amsterdam einen Hattrick.
  • Sein Hattrick ist historisch: Er ist nämlich der jüngste Spieler, der je einen Hattrick gegen ein niederländisches Team in Europa erzielt hat.
  • Barthélémy Constantin stellt klar: Unter 20 Millionen Franken ist Boteli nicht zu haben.

Der 20-jährige Genfer Winsley Boteli hat in dieser Saison wettbewerbsübergreifend neun Partien bestritten, neun Tore erzielt und zwei Assists geliefert. Damit wurde er sogar zum erfolgreichsten Skorer der Qualifikation für die Ligaphase der Conference League, die sein Club nach dem Ausscheiden gegen Ajax Amsterdam nun dennoch verpasst.

Und dies trotz seines Hattricks vom Donnerstag – sowie insgesamt sieben Treffern auf europäischer Bühne. Kein Wunder, ist der junge Schweizer zum Liebling der Sion-Fans geworden. Aber zwangsläufig auch zu einem Thema in den sozialen Netzwerken und für Scouts aus ganz Europa.

Wie geht es weiter mit dem Shootingstar?

Sion verpflichtete den Spieler diesen Sommer nach einer erfolgreichen Leihsaison im Wallis für mehr als drei Millionen Franken von Borussia Mönchengladbach. Nun könnte Boteli dem Club einen beträchtlichen Gewinn einbringen. Vielleicht allerdings nicht sofort.

Was Boteli am Donnerstag schaffte, war historisch. Er ist nämlich der jüngste Spieler, der je einen Hattrick gegen ein niederländisches Team in Europa erzielt hat.

Was Boteli am Donnerstag schaffte, war historisch. Er ist nämlich der jüngste Spieler, der je einen Hattrick gegen ein niederländisches Team in Europa erzielt hat.IMAGO/MB Media Solutions

«Für 20 Millionen lasse ich Boteli nicht gehen», sagte Sportchef Barthélémy Constantin diese Woche im RTS-Podcast «Potos Goal». Doch die Realität des Schweizer Fussballs könnte die Walliser in den kommenden Tagen rasch einholen. Ein astronomisches Angebot eines Clubs in Panik, beispielsweise aus England, könnte die Ausgangslage jederzeit verändern. Denn: Für einen Schweizer Club gibt es Beträge, die sich kaum ablehnen lassen.

Winsley Boteli ist historisch

Der junge Schweizer Stürmer wirkt wie ein geborener Torschütze. Am Donnerstag in der Arena gab er drei Schüsse ab, alle drei kamen aufs Tor, alle drei waren drin. Und das bei insgesamt weniger als 0,5 erwarteten Toren, also xG. Das ist längst kein Zufall mehr. Dieser Junge hat etwas Besonderes. Sobald der Ball im Sechzehner bei ihm landet, weiss er etwas damit anzufangen. Oft zappelt das Netz kurz darauf.

Der letzte Schweizer, der in einem grossen europäischen Cup-Wettbewerb noch erfolgreicher war, war Fabio Celestini: mit vier Toren im August 1998. Damals erzielte der spätere Trainer des FC Sion für Lausanne gegen Araks Ararat im Cup der Cupsieger an der Pontaise einen Viererpack.

Und dennoch: Was Boteli am Donnerstag schaffte, war historisch. Er ist nämlich der jüngste Spieler, der je einen Hattrick gegen ein niederländisches Team in Europa erzielt hat.

«Winsleys Marktwert wird sicher weiter steigen», sagte Barthélémy Constantin. «Wir werden ihn auch in der Meisterschaft brauchen. Ich bin sehr zufrieden mit dem, was er macht, aber er muss weiterarbeiten. Er hat noch Entwicklungspotenzial. Wir stehen hinter ihm, glauben an ihn und werden ihn fördern, damit er der bestmögliche Spieler wird.»

«Wir haben Anfang der Woche mit ihm gesprochen»

Captain Numa Lavanchy sagte in den Katakomben der Johan-Cruijff-Arena: «Ich freue mich sehr für ihn, aber auch für die Mannschaft. In seinem jungen Alter einen solchen Moment zu erleben, ist natürlich etwas Besonderes.» Gleichzeitig sei klar, dass Boteli noch Entwicklungspotenzial habe.

Sion-Captain Numa Lavanchy sagte in den Katakomben der Johan-Cruijff-Arena: «Ich freue mich sehr für ihn.»

Sion-Captain Numa Lavanchy sagte in den Katakomben der Johan-Cruijff-Arena: «Ich freue mich sehr für ihn.»IMAGO/DeFodi Images

Und Didier Tholot drückte auf die Euphoriebremse: «Wir haben Anfang der Woche mit ihm gesprochen. Ich fand ihn in den letzten Spielen sehr effizient, war aber auch der Meinung, dass er zu wenig für die Mannschaft arbeitete. Wir haben ihm gesagt, dass er noch mehr Chancen bekommen würde, wenn er sich stärker in den Dienst des Kollektivs stellt. Und dann hat er drei Tore erzielt …»

Die Sittener Fans hoffen natürlich, dass es nicht seine letzten waren.

Robin Carrel

Robin Carrel (rca) ist Journalist und Leiter der Sportredaktion bei 20 minutes, wo er seit 2011 tätig ist. Er arbeitet ausserdem für lematin.ch.

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