Betreuerin kommt verhüllt zur Arbeit – Chefin zieht sich aus

Darum gehts
- In einer Kleinkindbetreuung in Lustenau (Österreich) erschien eine Mitarbeiterin im Juni vollverschleiert zur Arbeit.
- Die Leiterin reagierte damit, sich zu entblössen.
- Die Gleichbehandlungsanwaltschaft Innsbruck wirft ihr nun Diskriminierung und sexuelle Belästigung vor.
In einer Kleinkindbetreuung in Lustenau, Österreich, kam es im Juni zu einem Vorfall, der nun Konsequenzen nach sich zieht. «Von einem Tag auf den anderen» kam eine Mitarbeiterin plötzlich verhüllt zur Arbeit, erinnert sich die Leiterin gegenüber ORF Vorarlberg.
Sie sei geschockt gewesen, sagt die Leiterin weiter. Daraufhin habe sie blank gezogen. «Ich hatte einen völlig irrsinnigen Gedanken», erklärt sie dem österreichischen Sender ihr Verhalten.
«Wie wirkt das auf Eltern? Wie auf die Kinder?»
Die Gleichbehandlungsanwaltschaft in Innsbruck beschäftigt sich nun mit dem Fall. Sie wirft der Kleinkindbetreuungsleiterin Diskriminierung aufgrund der Religion, der ethnischen Zugehörigkeit und des Geschlechts sowie sexuelle Belästigung vor. «Ein solches Verhalten hat in einer Kinderbetreuung keinen Platz», so die Anwaltschaft.
«Meine Angst war einfach: Wenn ich einen Schock bekomme, wenn ich sie ansehe, weil ich sie nicht erkenne, wie wirkt das auf Eltern? Wie wirkt es auf die Kinder?», erklärt sich die Leiterin. Es sei ihr zu viel gewesen: «Das hat bei mir sozusagen dieses absolute Fehlverhalten ausgelöst, das mir wirklich leidtut. Natürlich hätte das nicht passieren dürfen.»
Mitarbeiterin «einvernehmlich» entlassen
Das Arbeitsverhältnis mit der betroffenen Mitarbeiterin ist einvernehmlich aufgelöst worden, wie ORF Vorarlberg berichtet. Sie erhielt eine Entschädigung in Höhe von 3500 Euro. «Wir bedauern die Situation natürlich ausserordentlich», heisst es vom Familienverband, der Träger der Kinderbetreuung ist. «So ein Konflikt ist immer unangenehm und komplex».
Allerdings habe die Kündigung «definitiv nichts» mit dem Vorfall zu tun. «Die geburtenschwachen Jahrgänge führen dazu, dass es Überkapazitäten gibt. Das hat dazu geführt, dass man fünf Personen kündigen musste. Egal, wie es jetzt gelaufen wäre.»
Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Rassismus betroffen?
Hier findest du Hilfe:
GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
