Baustellenlärm kostet Sandras Kiosk fast die Hälfte des Umsatzes

- Mehrere Betriebe am Claraplatz in Basel kämpfen wegen einer Baustelle mit Umsatzeinbussen und erschwertem Zugang.
- Die Greifen Apotheke berichtet von Lärm während Beratungsgesprächen und von weniger Laufkundschaft seit September.
- Grossrat Alex Ebi hat eine Motion für einen Unterstützungsfonds eingereicht.
- Bisher gibt es schon eine Entschädigung, diese gilt allerdings erst ab sechs Monaten Beeinträchtigung.
Nach einem entspannten Schlendern sieht es am Claraplatz in Basel aktuell nicht mehr aus. Die Baustellen beeinträchtigen mehrere Läden: Lärm, Stolperfallen und Umsatzeinbussen.
Davon ist auch die Greifen Apotheke am Claraplatz in Kleinbasel betroffen. Seit Anfang September erschwert die Baustelle auch den Alltag in der Apotheke. «Bei Beratungsgesprächen etwa haben wir oft Lärm, und da ist es schwierig, der Kundschaft etwas zu erklären», erklärt Apothekerin und Inhaberin Dr. Pasqualine Gallacchi von der Greifen Apotheke. Ein Blick auf die Apotheke und die daneben liegenden Läden zeigt, dass der provisorische Fussweg sehr schmal ist. «Unsere automatisierte Eingangstür geht jetzt bei jedem Fussgänger auf.»
«Insbesondere Rollstuhlfahrer haben es schwer, an unseren Laden zu gelangen. Es hat sich sogar mal eine Schlange gebildet, weil die Leute draussen und drinnen nicht aneinander vorbeikamen.» Seit Beginn der Baustelle Anfang September spürt Gallacchi deutlich den Rückgang der Laufkundschaft.
Weniger Umsatz im Kiosk
Der Kiosk ein paar Läden weiter kämpft besonders mit Umsatzeinbussen. Sandra arbeitet Vollzeit im Kiosk und merkt besonders den Unterschied in der Kasse. Alleine im September verzeichnet das Geschäft 40 Prozent weniger Umsatz. «Jetzt muss die Kundschaft erst mal um die ganze Baustelle laufen, um zu uns zu gelangen», so die 55-Jährige.
Weniger Tische draussen
Auch der Kebabladen Küsne leidet unter den Bauarbeiten. «Normalerweise haben wir draussen drei lange Tische und zwei einzelne Tische. Jetzt beschränken wir uns nur auf zwei einzelne, das ist schon ein sehr kleiner Aussenbereich», erklärt Inhaberin Mine.
Die anliegenden Läden auf der unteren Rebgasse müssen sich gedulden. Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis Frühjahr 2028 an. Zwischen Claraplatz und der Kaserne wird einiges los sein, denn die unterirdischen Leitungen und die Strassenoberfläche werden erneuert, zusätzliche Bäume werden gepflanzt und die Fahrgäste sollen künftig stufenlos ein- und aussteigen können, heisst es in einer Mitteilung aus Ende August.
Entschädigung erst ab sechs Monaten Beeinträchtigung
Bisher gibt es eine Entschädigung erst, wenn ein Laden mindestens sechs Monate bei starker Lärm-, Staub- oder Erschütterungsbelastung, etwa durch schwere Baumaschinen, belastet ist, wie es im Infoblatt vom Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt heisst.
Alex Ebi (LDP) hält in seiner Motion dagegen. Er will diesen Zeitraum für eine Entschädigung verkürzen. Sein Argument: Läden wie die Greifen Apotheke und der Kiosk am Claraplatz spüren bereits nach einem Monat die unterschiedliche Kundenfrequenz und die Umsatzeinbussen. Grossrat Ebi führt weiter aus: «Auch unter sechs Monaten kann die Existenz der Betriebe wegen Baustellen beeinträchtigt werden.»
Vorschlag wird ausgearbeitet
Daniel Hofer vom Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt sieht die Baustellen vor der Tür als eine Belastung und sieht ebenfalls Handlungsbedarf. Auf Anfrage von 20 Minuten schreibt Hofer: «Wir versuchen, die Auswirkung so gering wie möglich zu halten. Wir treiben die Umsetzung dieses Unterstützungsfonds voran und müssen dafür noch einige rechtliche und finanzielle Detailfragen klären.» Hofer geht davon aus, dass schon nächstes Jahr die Regierungsräte einen Vorschlag unterbreiten können.
Wie beeinträchtigen dich Baustellen in deinem Alltag?
Pina Olivia Wiemer (pow) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie ist seit Mai 2026 Praktikantin bei der Lokalredaktion Basel.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
