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Friday, October 16, 2026

KI-Update: Schwarzer Donnerstag, Neue Open-Weight-Modelle, Klagen gegen OpenAI

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Nach heftigen Kursverlusten bei mehreren US-Firmen aus dem KI-Umfeld sind am Donnerstag die Börsen in Asien eingebrochen. Am stärksten traf es Südkorea. Das Land verdient kräftig am Bau von KI-Rechenzentren, vor allem über die Speicherhersteller Samsung und SK Hynix. Beide sind in den Indizes stark vertreten, und ihre Aktien fielen teils um 10 bis 12 Prozent. Der Leitindex Kospi hat seit seinem Höchststand im Juni fast 40 Prozent verloren. Laut Analysen ist das beinahe so viel wie in der Asienkrise, beim Platzen der Dotcom-Blase oder in der Finanzkrise 2008.

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Die genauen Gründe sind unklar. Den Anfang machte CoreWeave, ein US-Anbieter von KI-Rechenleistung. Die Firma hat sich für den Ausbau hoch verschuldet, und ihre Schulden sind nun noch teurer geworden. Das nährte erneut Zweifel, ob der KI-Ausbau solide finanziert ist. Bei Samsung und SK Hynix kam die Studie eines südkoreanischen Analysehauses hinzu. Sie warnt, dass um 2029 Überkapazitäten drohen, falls die Speicherproduktion weiter so schnell wächst. Auf andere Märkte griff der Absturz bisher nicht über. Börsen in Europa und den USA zogen am Donnerstag nicht nach, und am Freitag erholten sich auch die Kurse in Südkorea und Japan.

Die Turbulenzen haben TSMC nicht erfasst. Der taiwanische Chipauftragsfertiger meldet für das dritte Quartal 2026 erneut Rekordzahlen. Grund ist die starke Nachfrage nach Chips mit 2 und 3 Nanometern Strukturbreite. Die 3-Nanometer-Chips stellen inzwischen den größten Anteil am Wafer-Umsatzes. Die neueren 2-Nanometer-Chips fertigt TSMC unter anderem für Apple und AMD. Ihr Anteil ist noch kleiner, wächst aber schnell.

Für 2027 gibt sich Konzernchef Wei vorsichtig. Die Nachfrage sei robust, und der KI-Trend halte an. Druck sieht er aber in preissensiblen Segmenten wie günstigen Smartphones oder Haushaltselektronik. Dort reagieren Kunden empfindlich auf höhere Preise. Teurere Bauteile und wirtschaftliche Unsicherheit könnten in diesen Bereichen die Nachfrage bremsen.

Viele Anbieter von KI-Infrastruktur könnten in Geldnot geraten, schätzt das Marktforschungsunternehmen Gartner. Sie stecken riesige Summen in Rechenzentren und Hardware. Mit dem Verkauf von Rechenleistung dürften sie aber deutlich weniger einnehmen. Besonders gefährdet sind die sogenannten Neoclouds, also auf KI spezialisierte Cloud-Anbieter wie Nebius oder CoreWeave. Rund 80 Prozent von ihnen werden laut Gartner bis 2030 nicht mehr eigenständig bestehen. Ihre Kosten sind hoch, sie hängen an einem einzigen Geschäft, und ihre Hardware veraltet schnell.

Profitieren könnten Amazon, Meta und Google. Sie verdienen ihr Geld in vielen Geschäftsfeldern und halten unrentable KI-Investitionen deshalb länger durch. Am Ende könnten sie als dominierende Anbieter übrig bleiben.

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Künstliche Intelligenz hat in Deutschland bislang kaum Arbeitsplätze vernichtet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Manche Berufe sind stark von KI betroffen, etwa in der Büro- und Wissensarbeit. Dort entwickelte sich die Beschäftigung seit 2022 sogar besser als in anderen Jobs. Das gilt allerdings nur für Beschäftigte ab 30 Jahren.

Bei Berufseinsteigern zwischen 20 und 29 Jahren misst das IAB leicht negative Effekte. Den Hauptgrund sieht das Institut aber in der schwachen Konjunktur. In Flauten fallen die Stellen junger Beschäftigter oft als Erste weg.

SpaceXAI, der Anbieter des Chatbots Grok, hat mit Grok Voice 3.0 ein Modell für Sprachdialoge in Echtzeit vorgestellt. Solche Modelle klären vor allem im Kundendienst Anliegen am Telefon, ohne dass ein Mensch eingreift. Das neue Modell soll menschlicher wirken als sein Vorgänger, weil es Sprechpausen und Zwischenrufe offenbar besser erkennt. Artificial Analysis, ein unabhängiger Testdienst für KI-Modelle, sieht es im Gesamtindex vor den Konkurrenten von OpenAI und Google. Am deutlichsten ist der Vorsprung bei simulierten Kundendienstgesprächen. In Blindtests mit Menschen landet es dagegen nur auf Rang drei.

Laut SpaceXAI läuft das Modell bereits in Tesla-Fahrzeugen und im Sprachmodus von Grok Bot. Beim Satellitendienst Starlink nimmt es Kundenanrufe an. Rund 70 Prozent davon erledigt es ohne menschliche Hilfe.

Nvidia will, dass Unternehmen ihre KI-Agenten selbst betreiben, statt sie bei OpenAI oder Anthropic einzukaufen. Dafür veröffentlicht der Chipdesigner das offene Modell Nemotron 3.5 Super VL. Es versteht Text, Bilder und Videos und soll im Hintergrund etwa Verträge prüfen oder Belege abtippen. Nvidia hat es aus seinem größten Modell Nemotron 3 Ultra destilliert, also darauf trainiert, dessen Antworten nachzuahmen. Mit 120 Milliarden Parametern ist es nur ein Fünftel so groß, soll bei Agentenaufgaben aber ähnlich genau arbeiten. Auf einer einzelnen GPU verarbeitet es laut Nvidia bis zu fünfmal mehr Text als vergleichbare offene Modelle. An die Spitzenmodelle von Anthropic und OpenAI reicht es in Benchmarks nicht heran. Nvidia legt auch Datensätze und Trainingsrezepte offen. Dutzende Firmen nutzen das Modell bereits, darunter Salesforce und der Sicherheitsanbieter CrowdStrike.

Für lokale Rechner kommt das kleinere Modell Bolt. Es braucht 24 Gigabyte Speicher und läuft damit vor allem auf teuren Workstations. Eine Version mit vier Gigabyte für Sprachassistenten soll noch in diesem Monat folgen. Alle Modelle sind auf Nvidia-Hardware abgestimmt. Je mehr Firmen sie selbst betreiben, desto mehr Chips verkauft Nvidia. Meta, Google, Anthropic und OpenAI setzen dagegen zunehmend auf eigene Chips.

Das Freiburger Start-up für Bildgenerierung Black Forest Labs stellt sein Modell Flux 3 Image Klein mit offenen Gewichten bereit. Es erzeugt hochauflösende Bilder aus Text, bearbeitet vorhandene Bilder und verarbeitet bis zu zehn Referenzbilder.

Mit 5,6 Milliarden Parametern ist es deutlich kleiner als sein Vorgänger. In internen Tests schlägt es trotzdem alle anderen offenen Modelle. Eine komprimierte Version läuft schon auf Grafikkarten mit 8 Gigabyte Speicher, und eine RTX 4070 braucht für ein Bild weniger als neun Sekunden. Firmen mit weniger als fünf Millionen Dollar Jahresumsatz dürfen das Modell kostenlos kommerziell nutzen.

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Meta veröffentlicht mit Muse Spark Open erstmals seit der Llama-Reihe wieder ein offenes Sprachmodell. Der Konzern nennt es das leistungsfähigste Open-Weight-Modell aus den USA. Das sind Modelle, deren trainierte Parameter frei verfügbar sind. Muse Spark Open zielt auf Programmierung und Agentenaufgaben. Von seinen 816 Milliarden Parametern sind jeweils 42 Milliarden gleichzeitig aktiv. Es verarbeitet bis zu eine Million Token und versteht Text, Bild, Video und Audio.

In Benchmarks liegt es laut Meta teils deutlich vor chinesischen Modellen wie Qwen, GLM und Kimi. Es bleibt aber hinter Muse Wonder zurück, das Meta erst am Montag als sein erstes Spitzenmodell vorgestellt hat. Meta hat das offene Modell für Apples M5 Ultra optimiert. Für den lokalen Betrieb empfiehlt der Konzern trotzdem mindestens zwei Mac Studios mit je 512 Gigabyte Speicher. Die Gewichte liegen kostenlos auf Hugging Face.

Metas KI-Assistent Muse sammelt offenbar detaillierte Informationen über Verwandte, Freunde und Bekannte seiner Nutzer. Das haben mehrere Sicherheitsforscher dokumentiert, nachdem sie die KI dazu brachten, interne Dateien preiszugeben. Muse legt demnach zu Personen aus dem Umfeld zunächst leere Dateien an und füllt sie nach und nach. Darin landen Namen, Geburtstage, Adressen und Berufe. Hinzu kommt, wie oft man sich austauscht, wann der letzte Kontakt war, was man gemeinsam erlebt hat und wie nah man sich steht. Sogar der beste Weg, mit der Person zu reden, soll festgehalten werden. Dafür greift Muse offenbar auch auf Daten aus Facebook und Instagram zu.

Fragwürdig ist auch der Umgang mit Chats. Transkripte bleiben offenbar erhalten, selbst wenn Nutzer sie löschen lassen. Ein Meta-Sprecher sagte, ein KI-Assistent könne nur mit solchem Kontext nützlich sein. Muse nutze dabei nur öffentlich zugängliche und freiwillig geteilte Daten.

Acht US-Bundesstaaten gehen mit eigenen Klagen gemeinsam gegen OpenAI vor, nämlich Arizona, Arkansas, Idaho, Iowa, Kansas, Montana, Nebraska und West Virginia. Sie werfen dem Unternehmen vor, die Risiken von ChatGPT für Minderjährige verharmlost und den Chatbot irreführend als sicher dargestellt zu haben. ChatGPT soll Nutzer zu Selbstverletzung und Suizid angeleitet und bei der Planung von Gewalttaten geholfen haben. Außerdem könne der Chatbot Wahnvorstellungen verstärken und gefährliche medizinische Ratschläge geben. Einzelne Staaten werfen OpenAI zudem vor, Daten Minderjähriger ohne die nötige Einwilligung gesammelt zu haben. Arizona sieht darin auch kommerzielle Interessen.

Die Staaten fordern Geldbußen, Schadensersatz und die Herausgabe von Einnahmen. Dazu verlangen sie Alterskontrollen, Grenzen für die Nutzungszeit und die Löschung von Daten. Arkansas will sogar weitere Tests fortgeschrittener KI und die Entwicklung selbstverbessernder Modelle stoppen, bis genug Schutzvorkehrungen bestehen. OpenAI verweist auf Elternkontrollen und Pausenerinnerungen. Das Unternehmen will den Schutz ausbauen und mit den Staaten an Regeln für die ganze Branche arbeiten.

Das Landgericht Köln hat Snap, dem Betreiber von Snapchat, untersagt, Daten aus Chats mit dem hauseigenen KI-Chatbot für personalisierte Werbung zu nutzen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Snap kann Berufung einlegen. Wird es rechtskräftig und hält sich Snap nicht daran, drohen bis zu 250.000 Euro Ordnungsgeld pro Verstoß. Geklagt hatte der Bundesverband der Verbraucherzentralen.

Die Richter halten die Nutzungsbedingungen des Chatbots für unvereinbar mit europäischem Datenschutzrecht. Snap hatte die Einwilligungen voreingestellt. So stimmten Nutzer unbemerkt auch zielgerichteter Werbung zu. Laut Snap floss alles, was sie der KI schrieben, in die Auswahl der Werbung ein. Das Argument eines „berechtigten Interesses“ ließ das Gericht nicht gelten. Für Daten Minderjähriger gelten im europäischen Recht inzwischen besonders strenge Regeln, auch durch den Digital Services Act.

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