InquirerVeteran journo feted ‘MassKara Legacy Award’Bollywood HungamaEXCLUSIVE: Sunny Deol's Gabru set for 2027 release; Vishal Rana promises a NEVER-SEEN-BEFORE avatar: “Sunny sir says, ‘Iss baar dhai kilo ka haath nahin, dhai kilo ka HEART leke aaya hoon’!”The Jerusalem PostKatz says opposition will bear blame for future attacks on Israel after ignoring warningsRTP DesportoSp. Braga procura primeiros pontos na estreia de Franclim CarvalhoCNN TürkALTIN NEDEN DÜŞÜYOR? Gram altın, çeyrek altın ne kadar? 22 Ekim Kapalıçarşı ons altın, cumhuriyet altın fiyatı: Altında sert düşüş!PunchGuinea-Bissau stops controversial US-funded vaccine trial on newbornsInquirer EntertainmentStar Magic eyes collab with Chinoy pageant to cast winners in vertical shortsESPNTransfer rumors, news: Man United consider defensive clearout in summerSouth China Morning PostHong Kong port needs a new lease of life in value-driven eraThe South AfricanChiefs and Pirates in rare CAF Friday night double-header7sur7Meta prépare ses levées de fonds pour l’IA, Zuckerberg garde le contrôleZDF heuteAktuelle Pressemitteilungen des ZDF
The Daily Newsstand · Free, Always
Thursday, October 22, 2026

El Niño färbt Meer tiefblau – droht Krise für Mensch und Tier?

Translate
  • Im Pazifik bahnt sich laut Fachleuten ein möglicherweise historisch starker «Godzilla-El-Niño» an.
  • Der Nasa-Satellit Pace zeigt am Äquator immer mehr tiefblaues statt grünliches Wasser, weil das Phytoplankton schwindet.
  • Das gefährdet die Nahrungskette bis zu Fischen und Seevögeln sowie die Fischerei der Küstenbevölkerung.
  • UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher warnt vor wirtschaftlichen Schocks, Konflikten, Vertreibungen und Migration.

Im Pazifik bahnt sich laut Fachleuten ein möglicherweise historisch starker «Godzilla-El-Niño» an. Das natürliche Wetterphänomen tritt alle zwei bis sieben Jahre im tropischen Pazifik zum Jahresende auf – daher der Name El Niño, spanisch für Christkind (siehe Box). Doch die kommende Ausgabe könnte die Welt vor massive Herausforderungen stellen – zuerst mit Blick auf die Natur- und Tierwelt und in der Folge auch im Zusammenhang mit Kriegen, Flüchtlingsströmen und der Weltwirtschaft.

Das ist der El Niño

Normalerweise wehen im Pazifik starke Passatwinde, die warmes Wasser nach Westen schieben: Bei El Niño schwächen sich diese Winde ab, und es staut sich ungewöhnlich warmes Wasser vor der Küste Südamerikas. Es kommt zu einer mehrere Monate dauernden Strömungsumkehr. Typische Folgen sind zum Beispiel mehr Regen und Überschwemmungen in Teilen Südamerikas sowie Dürren oder Hitze in Australien, Indonesien und anderen Regionen. Das Klima in diesen Regionen kippt sozusagen von seinem normalen Zustand ins extreme klimatische Gegenteil. Der El Niño kann auch das globale Wetter für mehrere Monate beeinflussen.

El Niños werden nicht durch den Klimawandel verursacht, können dessen Folgen aber zusätzlich verschärfen.

Dass das Wetterphänomen im kommenden Jahr wohl so stark wie noch nie seit Messbeginn ausfallen wird, zeigt auch der Ozean schon eindrücklich: Wie Messungen des Nasa-Satelliten Pace zeigen, hat sich der Westpazifik zuletzt verfärbt. Am Äquator nahm der Anteil von grünlichem Wasser zuletzt laufend ab und wurde mehr und mehr durch tiefblaues Wasser ersetzt.

Der Vergleich mit dem Vorjahr zeigt deutlich:Nasa
Die Phytoplankton-Konzentration im tropischen Pazifik ist deutlich schwächer als 2025.Nasa

«Manche Leute denken, Wasser sei einfach blau, aber es ist erstaunlich, wie viele Farben der Ozean haben kann», sagt Matthew Kehrli vom Pace-Team. Denn das grüne Wasser lässt auf Phytoplankton schliessen, da die in den Algen enthaltenen Farbstoffe blaues und rotes Licht schlucken und grünes Licht zurückwerfen.

So wichtig sind die Phytoplankten

Die Kleinstlebewesen können sich am Äquator normalerweise über ein konstantes Nahrungsangebot freuen, da die Passatwinde laufend neue Nährstoffe aus der Tiefe nach oben befördern. Jetzt aber fehlt diese Durchmischung, die Deckschicht aus warmem Wasser wird dicker und die pflanzlichen Phytoplanktonbestände werden immer dünner.

Das wirkt sich auf die ganze lokale Biosphäre aus, der die Kleinlebewesen als Grundlage dienen: Normalerweise ernähren sich diverse Zooplankton-Arten vom pflanzlichen Plankton. Sie wiederum dienen als Nahrungsgrundlage für die Fische, die wiederum für das Überleben diverser Seevögel essenziell sind.

Chlorophyll-Konzentration (grün eingefärbt) im Pazifik im Vergleich zwischen 2025 (links) und 2026 (rechts).

Chlorophyll-Konzentration (grün eingefärbt) im Pazifik im Vergleich zwischen 2025 (links) und 2026 (rechts).Nasa Earth Observatory

Während der drohende Rekord-El-Niño also nicht nur der Pflanzen- und Tierwelt im Meer, sondern auch der für die Bevölkerung der  Küstengebiete überlebenswichtigen Fischerei erhebliche Probleme bereiten könnte, hat sich in der Vergangenheit nach früheren El Niños ein umgekehrter Effekt eingestellt: Dabei gelangte nährstoffreicher Staub aus Küstenregionen und Eisen aus Meeresströmungen ins Meer und liess die Chlorophyll-Konzentration deutlich über den Normalwert hochschiessen.

UN: Kriege, Wirtschaftsschocks, Vertreibungen

Die Auswirkungen des Phänomens dürften aber vielfältig und weltweit bemerkbar sein: «Die Schäden werden nicht auf die Länder beschränkt bleiben, die unmittelbar von diesem El Niño betroffen sind», warnte der UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher. «Sie werden wirtschaftliche Schocks für die Weltwirtschaft auslösen und zu weiteren Konflikten, Vertreibungen und Migration führen.»

Mehr zu diesem Thema

Nach Angaben der WMO drohen unter anderem in Ostafrika und Teilen Zentralamerikas Dürren. Dagegen müssen das südliche Afrika, Teile Südostasiens und der Nordwesten Nordamerikas sowie die westliche Seite Südamerikas mit heftigeren Regenfällen rechnen.

Wie stark beunruhigt dich ein möglicher Rekord-El-Niño?

Saulo und Fletcher forderten dringend Vorbereitungen, damit den Betroffenen, die in vielen Weltregionen bereits durch Konflikte und Armut schwer getroffen sind, schnell geholfen werden kann.

Benedikt Hollenstein

Benedikt Hollenstein (bho) ist seit 2021 bei 20 Minuten. Er schreibt für den Newsdesk und übernimmt dort auch Tagesleitungsschichten.

View the original on 20 Minuten →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.