Soforthilfe wegen Trockenheit – Freiburg spricht als erster Kanton 10 Millionen für Bauern in Not

Die Ausgangslage: Die anhaltende Trockenheit setzt der Schweizer Landwirtschaft stark zu. Fehlt Regen, trocknen die Böden aus und Pflanzen wachsen schlechter. Dadurch sinken die Erträge bei Getreide, Gemüse und Obst. Auch Wiesen liefern weniger Futter für Kühe und andere Nutztiere. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Bewässerung, während Wasser regional knapp werden kann. Besonders problematisch sind lange Trockenperioden, weil sie Betriebe vor höhere Kosten stellen und die Ernten unsicherer machen.
Der Plan: Nun unterstützt Freiburg als erster Kanton die Landwirtschaft mit A-fonds-perdu-Beiträgen. Und zwar als Soforthilfe in der Höhe von 10 Millionen Franken, die die Bauern nicht zurückzahlen müssen. «Bauernfamilien können zum Teil ihre Rechnungen kaum zahlen und wissen nicht, wie sie sich auf das nächste Jahr vorbereiten sollen», sagt SVP-Grossrat und Landwirt Eric Barras. Zusammen mit Adrian Brügger hat er die Forderung nach Soforthilfe für Landwirtschaftsbetriebe im Freiburger Kantonsparlament eingereicht.
Wenn es der Freiburger Landwirtschaft schlecht geht, heisst das weniger lokale Produkte, schlechtere Qualität und mehr Importware.
Das sagt die Freiburger Regierung: Der Staatsrat ist grundsätzlich einverstanden damit, die Bäuerinnen und Bauern finanziell zu unterstützen: «Wenn es der Freiburger Landwirtschaft schlecht geht, heisst das weniger lokale Produkte, schlechtere Qualität und mehr Importware», sagt der zuständige Staatsrat Didier Castella. Allerdings solle das Geld nicht nach dem Giesskannenprinzip ausgeschüttet werden, sondern nur an jene gehen, die effektiv grosse Schäden hätten. Während Kartoffeln oder Zuckerrüben stark unter der Trockenheit litten, gab es Getreidekulturen, deren Ernte heuer gut ausgefallen sei.
So hat das Kantonsparlament entschieden: Mit grosser Mehrheit hat das Freiburger Kantonsparlament die Soforthilfe für die Landwirtschaft angenommen. Das Geld soll nicht an alle fliessen, sondern nur an jene Betriebe, die grosse Schäden erlitten haben. Wie das gemessen wird, kann Staatsrat Didier Castella noch nicht sagen. Aber: «Es soll möglichst schnell und unkompliziert gehen ohne zusätzliche Formulare für die Bauernbetriebe.»
Das machen andere Kantone: Die Kantone Bern und Luzern beispielsweise haben beschlossen, einen Teil der Direktzahlungen vorzeitig auszuzahlen. In Solothurn und Bern können Landwirtschaftsbetriebe, die wegen der Trockenheit in finanzielle Not geraten sind, einen zinslosen Überbrückungskredit beantragen. Im Kanton Zürich wurden die Auflagen für Direktzahlungen bis Ende September ausgesetzt. Wegen der Trockenheit hat auch der Kanton Wallis Ausnahmeregelungen erlassen: Es wurde erlaubt, Biodiversitätsförderflächen früher zu mähen. Im Kanton Waadt läuft eine Initiative: Viehzüchter, die von der Trockenheit betroffen sind, sollen 30 Millionen Franken Direkthilfe erhalten, ebenfalls à fonds perdu.
Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 7.10.2026, 17:30 Uhr ; swak;buec;brus
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.