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Tuesday, October 6, 2026

Jobs in Redaktionen gestrichen – 34 Stellen weg bei Tamedia – ohne Einfluss auf Qualität?

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Im November 2024 hatte Tamedia mit den Gewerkschaften einen Entlassungsstop verhandelt, der bis Ende dieses Septembers galt. Nur wenige Tage später kündigt der Zeitungsverlag die Streichung von 34 Vollzeitstellen an. Betroffen sind 41 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Tamedia-Sprecher Edi Estermann begründet den erneuten Stellenabbau.

Edi Estermann

Tamedia-Kommunikationschef

Edi Estermann ist Kommunikationschef von Tamedia. Der Verlag gibt zahlreiche Tageszeitungen heraus, darunter sind etwa der «Tages-Anzeiger», «Der Bund» oder «20Minuten».

SRF News: Warum kommt die Ankündigung des Stellenabbaus gerade jetzt?

Edi Estermann: Der Medienmarkt verändert sich bekanntlich fundamental, die Lesegewohnheiten ändern sich. Zugleich sind die Werbeeinnahmen rückläufig, viel Geld aus der Schweiz fliesst zu internationalen Plattformen ab. Entsprechend müssen wir unsere Organisation und Arbeitsweise anpassen mit den unschönen Folgen, dass wir in der Publizistik diesen Stellenabbau vornehmen müssen.

Der Medienredaktor bei SRF, Salvador Atasoy, ordnet die neuste Entlassungswelle im Schweizer Journalismus und bei Tamedia ein:

«Der Abbau ist ein weiterer harter Schlag für den Journalismus in der Schweiz: Erst kürzlich hatte ja auch die SRG den Abbau von mehr als 70 Vollzeitstellen angekündigt – als ersten Schritt eines Sparprogramms. Ringier folgte mit der Ankündigung eines Abbaus von 14 Stellen, jetzt sind es 34 Stellen bei Tamedia.

Der Abbau bei Tamedia wird vor allem die kleineren Zeitungen des Verlags wie «Der Bund», «Berner Zeitung» oder «Basler Zeitung» – sowie jene in der Romandie – hart treffen. Der «Tages-Anzeiger» dagegen wird den Abbau wohl am besten verkraften.

Mit-Treiber des Abbaus ist die Künstliche Intelligenz. In der Branche ist die Hoffnung gross, dass mithilfe von KI mit weniger Angestellten gleich viel Output generiert werden kann, ohne gleichzeitig gross an Qualität einzubüssen. Das ist nicht komplett falsch: Tatsächlich kann KI den journalistischen Produktionsprozess entlasten und unterstützen. Aber KI kann nicht rausgehen, mit Leuten sprechen und verstehen, wo übergreifend der Schuh in diesem Land drückt.»

Vor zwei Jahren waren bei Tamedia bereits 55 Stellen abgebaut worden. Jetzt wieder 34 Stellen – führt Tamedia eine Salamitaktik beim Stellenabbau?

Nein. Aber wir müssen laufend unsere Arbeit neu ordnen, Prioritäten setzen, Aufgaben bündeln oder vereinfachen – und da ist jetzt leider ein Stellenabbau notwendig.

Was bedeutet der Abbau bei den Redaktoren und Journalistinnen für die Berichterstattung in den Tamedia-Zeitungen?

Wir wollen weiterhin relevanten, verlässlichen und vielfältigen Qualitätsjournalismus bieten. Aber die Art und Weise, wie wir die Ressourcen einsetzen, verändert sich dabei. Insbesondere wollen wir uns stärker auf den Lokaljournalismus konzentrieren – dank neuer Fokusse unserer Arbeit.

Dank Online-Messungen haben wir einen guten Überblick, was gefragt ist und was weniger.

Im Gegensatz dazu schauen wir sehr genau bei jenen Inhalten hin, die nicht so stark genutzt werden. Dank Online-Messungen haben wir da einen guten Überblick, was gefragt ist und was weniger.

Was bedeutet Ihre Ankündigung, vermehrt auf KI zu setzen, für die Leserinnen und Leser?

KI soll vor allem dabei helfen, die Prozesse effizienter zu gestalten. Dafür sollen die journalistischen Kräfte stärker dort eingesetzt werden, wo sie die grössten journalistischen Werte schaffen. KI wird vor allem bei standardisierten oder repetitiven Arbeiten eingesetzt. Aber KI wird künftig auch bei Recherche und Einordnung verstärkt beigezogen. Aber: Der Mensch bleibt klar entscheidend, doch die KI kann mithelfen.

Das Gespräch führte Rafael Wallimann.

SRF 4 News aktuell, 05.10.2026, 16:15 Uhr ;  srf/snep;lin;noes

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