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Friday, October 30, 2026

City-E-Bike Veio Y1 ST im Test: günstiger & guter Tiefeinsteiger mit Mittelmotor

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Ananda-Mittelmotor mit 70 Nm, 522 Wh und tiefer Einstieg: Das City-E-Bike Veio Y1 ST unterstützt angenehm natürlich und kostet unter 1300 Euro.

Das Veio Y1 ST, das der Hersteller auch als Yay ST anbietet, ist ein Trekking- und City-E-Bike mit Durchstieg. Am Tretlager arbeitet ein Mittelmotor von Ananda mit 70 Nm, im Unterrohr steckt ein Akku mit 522 Wh. Sieben Gänge, eine Federgabel mit 100 mm Federweg und hydraulische Scheibenbremsen runden die Ausstattung ab. Bei Zigbuy kostet das Rad 1299 Euro (100-Euro-Rabattcode: VEIO).

Beim Blick ins Datenblatt kommt uns vieles bekannt vor. Motor, Akku, Unterstützungsstufen, Gewicht und Zuladung gleichen fast aufs Haar dem Eleglide C1 (Testbericht), das es als Eleglide C1 ST mit denselben Eckdaten ebenfalls mit Durchstieg (ST = Step Through) gibt. Eigene Akzente setzt Veio am Cockpit: Das Display misst 3,5 statt 1,8 Zoll und sitzt mittig am Lenker. Statt von Tektro stammen die Bremsen von Logan, das Rücklicht hängt per Kabel am Akku statt an Batterien. Den Ananda-Motor mit 70 Nm kennen wir außerdem vom Touroll MA2 (Testbericht) mit Drehmomentsensor und 468 Wh sowie vom Engwe P275 ST (Testbericht), das mit 700 Wh und neun Gängen antritt. Ob das Y1 ST mehr ist als ein C1 mit neuem Cockpit, klärt unser Test.

Aufbau, Optik & Verarbeitung

Das Y1 ST kommt teilmontiert. Im Karton liegen Werkzeug, zwei Schlüssel fürs Akkuschloss und eine Anleitung mit deutschem Teil. Lenker, vorderes Schutzblech, Scheinwerfer, Vorderrad und Pedale bringen wir selbst an, ebenso Display und Bedieneinheit. Die Anleitung führt brauchbar durch die Schritte, sodass wir allein nach weniger als einer Stunde fertig sind.

Offensichtliche Mängel finden wir beim Auspacken nicht, ein Detail stört trotzdem: Am hinteren Bremssattel blüht bereits Flugrost an Belagbolzen und Splint. Den Aluminiumrahmen gibt es nur in einer Größe mit 17,5 Zoll und nur in einem matten, salbeifarbenen Grün. Seine Überstandshöhe liegt bei 58 cm. Wie schon beim Eleglide C1 (Testbericht) sind die Schweißnähte sichtbar und unverschliffen. An der Kettenstrebe laufen die Kabel außen, gehalten von Kabelbindern. Insgesamt tritt das City-E-Bike aber aufgeräumt auf – ganz ohne wilden Kabelsalat. Abgesehen vom Rost geht die Verarbeitung völlig in Ordnung.

Veio Y1 ST: Direkt nach dem Auspacken zeigt sich Flugrost an Belagbolzen und Splint.

Veio Y1 ST: Direkt nach dem Auspacken zeigt sich Flugrost an Belagbolzen und Splint. heise bestenlisten

Das Typenschild nennt 25,5 kg, Handbuch und Webseite sprechen von 24 kg. Fahrer und Gepäck dürfen zusammen 120 kg wiegen, auf den Gepäckträger entfallen davon laut Prägung höchstens 15 kg. Zur Ausstattung gehören Schutzbleche aus Kunststoff und ein Seitenständer am Hinterbau, ein Kettenschutz fehlt. Schnellspanner halten beide Laufräder und die Sattelstütze, die Schutzklasse IPX5 wappnet das Rad gegen Spritzwasser. An Reflektoren mangelt es nicht: Sie leuchten weiß vorn, rot im Rücklicht und orange in den Speichen und an den Pedalen.

Lenker & Display

Der Lenker misst mit Griffen 68 cm. Über den im Winkel verstellbaren Vorbau bringt man ihn auf eine Höhe zwischen 112 und 117 cm. Die verschraubten, ergonomisch geformten Griffe mit Handballenauflage liegen gut in der Hand.

Links sitzt eine Bedieneinheit mit drei Tasten für Ein/Aus, Plus und Minus, in der Mitte das mit 3,5 Zoll recht große Display. Das monochrome Segment-LCD ist auch in der Sonne gut lesbar und zeigt Tempo, Unterstützungsstufe sowie den Akkustand in fünf Balken. Ein Wechselfeld liefert Tages- und Gesamtkilometer, Durchschnitts- und Höchsttempo, Fahrzeit und Leistung. Hinter einer Gummikappe unter dem Display bietet eine USB-Buchse Strom fürs Smartphone. Eine App oder GPS-Ortung bietet Veio nicht.

Veio Y1 ST Bilder

Veio Y1 ST

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Veio Y1 ST

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Veio Y1 ST

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Im Stand öffnet ein Druck auf Plus und Minus von zwei bis drei Sekunden das Menü. Dort stellt man die Helligkeit in fünf Stufen, die automatische Abschaltung nach 0 bis 10 Minuten und die Einheit km/h oder mph ein. Unter SPEEd steht zudem ein Höchsttempo von 32 km/h, doch die Einstellung bleibt wie schon beim Eleglide C1 (Testbericht) ohne Wirkung: Bei 25 km/h endet die Unterstützung. Hält man Minus fünf Sekunden gedrückt, schiebt der Motor mit bis zu 6 km/h, einen Gasgriff gibt es nicht.

Ein langer Druck auf Plus schaltet das Licht ein, einen Dämmerungssensor hat das Rad nicht. Der Doppel-LED-Scheinwerfer an der Gabelbrücke lenkt mit, er leuchtet also auch in Kurven voraus. Das Rücklicht am Gepäckträger hängt am Akku und dient zugleich als Bremslicht.

Fahren

Den Antrieb übernimmt ein Ananda-Mittelmotor mit 250 W Nennleistung, 432 W Spitzenleistung und 70 Nm Drehmoment. Welchen Sensor er nutzt, verrät Veio nicht. Das Fahrgefühl spricht jedoch für einen Drehmomentsensor. Der Motor setzt ohne nennenswerte Verzögerung ein, läuft kaum nach und unterstützt sanft, natürlich und reaktionsschnell. Dabei arbeitet er leise. Die fünf Unterstützungsstufen begrenzen das Endtempo auf 12, 15, 18, 21 und 25 km/h.

Veio Y1 ST heise bestenlisten

Eine Shimano Tourney schaltet sieben Gänge auf einem Schraubkranz, bedient über einen Daumenhebel mit Ganganzeige. Die Gänge wechseln flüssig, solange man nicht unter Last schaltet, denn dann knallt die Kette. Hydraulische Scheibenbremsen von Logan mit Mineralöl und 16-cm-Scheiben vorn wie hinten verzögern kräftig, nachjustieren mussten wir sie nicht. Beide Hebel unterbrechen beim Ziehen die Motorunterstützung.

Vorn federt eine Gabel mit 100 mm Federweg, die ein blauer Drehknopf sperrt. Mit ihr und den CST-Reifen im Format 27,5 × 2,25 Zoll mit Straßenprofil rollt das City-E-Bike komfortabel über Asphalt und Feldwege.

Auf dem breiten Sattel von Selle Royal mit Mittelrinne sitzt man bequem. Veio gibt das Rad für 155 bis 195 cm Körpergröße an, die Sattelhöhe reicht von 85 bis 99 cm. Eine Skala an der Stütze erleichtert das Einstellen. Unserem 186 cm großen Tester passt die Stütze noch, für größere Fahrer wird es eng. Mit 185 cm Länge und 118 cm Radstand ist das Y1 ST sehr wendig, ohne auf gerader Strecke an Laufruhe einzubüßen.

Akku

Der Akku von LN Energy speichert 522 Wh bei 36 V und 14,5 Ah. Er steckt im Unterrohr, das Schloss findet sich oben am Rohr. Wie immer bei Akkus, die nach unten herauskommen, ist die Entnahme etwas fummelig, mit ein wenig Übung aber schnell erledigt. Laden lässt er sich ausgebaut oder direkt im Rad. Das Ladegerät liefert 2 A bei 42 V und füllt den leeren Akku in rund 7,5 Stunden. Die Warnhinweise sind kurios: Ein Aufkleber auf dem Akku warnt davor, ihn in Innenräumen zu laden, das Ladegerät ist laut Aufdruck dagegen nur für Innenräume gedacht.

Veio Y1 ST

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Auf seiner Webseite verspricht Veio bis zu 150 km Reichweite, im Handbuch sind es 120 km. Beide Werte gelten für 75 kg Last bei 26 Grad, konstant 15 km/h und flache Strecke ohne starken Wind, also für das Endtempo der zweiten Stufe unter Idealbedingungen. Wir halten 50 bis 60 km für realistisch. Wie weit man im Alltag kommt, entscheiden Fahrergewicht und Zuladung, die gewählte Stufe, Steigungen, Wind, Untergrund, Reifendruck und Temperatur. Viel Stop-and-go in der Stadt zehrt zusätzlich am Akku, Kälte ebenso.

Preis

Bei Zigbuy kostet das Veio Y1 ST 1299 Euro (100-Euro-Rabattcode: VEIO), der Versand ist kostenlos und dauert zwei bis fünf Werktage. Auf dem Otto-Marktplatz verkaufen es die Händler Delligent TA Cycles und GZelektop für 1399 Euro, dort zuzüglich Versand. Die UVP liegt bei 1499 Euro.

Zigbuy nimmt das Rad binnen 30 Tagen nach Erhalt zurück, allerdings nur unbenutzt, vollständig und in der Originalverpackung. Den Rückversand organisiert und bezahlt der Käufer, sofern kein Mangel vorliegt. Neben der gesetzlichen Gewährleistung von zwei Jahren gibt Veio drei Jahre Garantie auf den Rahmen und ein Jahr auf den Motor, auf den Akku aber nur sechs Monate. Auch Garantiefälle wickelt der Händler ab, nicht Veio.

Fazit

Das Veio Y1 ST ist ein unaufgeregtes, alltagstaugliches City-E-Bike für Stadt und Feldweg. Sein Ananda-Mittelmotor unterstützt sanft und reaktionsschnell, die Logan-Bremsen packen beherzt zu, Federgabel und Reifen nehmen Steinen und kleinen Wurzeln den Schrecken. Gegenüber dem fast baugleichen Eleglide C1 (Testbericht) legt Veio beim Cockpit nach: Das große Display thront mittig am Lenker, eine USB-Buchse lädt das Smartphone, das Rücklicht hängt am Akku und leuchtet beim Bremsen auf. Dazu kommen ein bequemer Sattel, gute Griffe und eine insgesamt ordentliche Verarbeitung.

Ein paar Abstriche verlangt das Rad dennoch. Schon beim Auspacken zeigt sich Flugrost am hinteren Bremssattel, einen Kettenschutz spart sich Veio. Wer unter Last schaltet, hört die Kette schmerzhaft knallen, größeren Fahrern reicht die Sattelstütze kaum.

Wer ein komfortables City-E-Bike mit feinfühligem Mittelmotor sucht und mit sieben Gängen auskommt, macht mit dem Y1 ST für 1299 Euro (100-Euro-Rabattcode: VEIO) bei Zigbuy wenig falsch. Wer auf den Mittelmotor verzichten kann, fährt mit dem Engwe P275 SE (Testbericht) und seinem Heckmotor mit Drehmomentsensor spürbar günstiger. Mehr Kraft liefert das erheblich teurere Fiido Nomads Pro (Testbericht) mit 100 Nm.

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