Midterms 2026 – Kongresswahlen USA: So stehen die Chancen für die Demokraten

Die Midterms stehen kurz bevor. Die Demokraten konnten in den letzten Monaten an Boden gewinnen. Kommt es zum Machtwechsel im US-Kongress? Korrespondent Andrea Christen mit den wichtigsten Antworten.
Andrea Christen
USA-Korrespondent
Andrea Christen ist USA-Korrespondent für Schweizer Radio SRF. Zuvor war er stellvertretender Redaktionsleiter von SRF 4 News und Auslandredaktor. Er arbeitet seit 2010 für SRF.
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Welche Chancen können sich die Demokraten ausrechnen?
Sehr wahrscheinlich werden sie im Abgeordnetenhaus mit seinen 435 Sitzen die Mehrheit erlangen. Erstens sind dafür nur einige wenige zusätzliche Sitze nötig, zweitens sind die Midterms ein Referendum über den Präsidenten, dessen Partei fast immer Sitze verliert. Trumps Zustimmungswerte sind sehr tief – die Zeichen für die Republikaner stehen auf Sturm.
Im Senat steht nur etwa ein Drittel der 100 Sitze zur Wahl. Die diesjährige Sitzkombination ist für die Demokraten ungünstig. Dank der politischen Grundstimmung dürfen sie aber auf die vier zusätzlichen Sitze hoffen, die nötig sind, um die Kontrolle im Senat zu übernehmen. Für eine Senatsmehrheit muss für die Demokraten aber vieles aufgehen, auch in Bundesstaaten, in denen Trump 2024 gewonnen hat.
Mit welchem Thema können sie besonders punkten?
«Affordability», also die gestiegenen Lebenshaltungskosten, ist das dominierende Thema. Trump versprach 2024 im Wahlkampf, er werde die Preise rasch senken. Stattdessen hat er das Problem verschlimmert: Seine Zölle wirkten inflationär, der Iran-Krieg trieb Benzin- und Gaspreise hoch. Vermutlich werden die Republikaner dafür an der Urne abgestraft.
Wo wird das Rennen besonders spannend?
In Bundesstaaten, die als republikanische Hochburgen gelten: in Iowa, Kansas oder Texas. Es ist erstaunlich, dass die Republikaner dort um Senatssitze fürchten müssen. Ein Senatssitz in Texas ist schon lange ein Traum der Demokraten. Nun könnte er in Erfüllung gehen: Nicht nur ist die politische Grundstimmung grottenschlecht für die Republikaner, sie haben mit Ken Paxton auch einen schwachen, skandalumwitterten Kandidaten ins Rennen geschickt. Dass die Republikaner hunderte Millionen Dollar aufwenden, um den Sitz zu halten, spricht Bände. In diesen Bundesstaaten, die als sicheres republikanisches Territorium galten, wird sich zeigen, ob eine grosse «blaue Welle» über die USA rollt oder ob die Umfragen danebenlagen.
In welchen Bundesstaaten könnte es für die Demokraten kritisch werden?
In Maine und Michigan. In Maine kann sich die republikanische Senatorin Susan Collins seit Jahrzehnten halten, obwohl dort 1988 letztmals ein republikanischer Präsidentschaftskandidat gewann. Collins, die von Washington viel Geld in den kleinen Bundesstaat bringt, ist für die Demokraten nicht einfach zu besiegen. In Michigan ist der Demokrat Abdul El-Sayed ein riskanter Kandidat. Es wird sich zeigen, ob er im hart umkämpften Swing State mit seinen linken Positionen, seinem muslimischen Glauben und seinem Namen gewinnen kann. New Hampshire und Minnesota neigen den Demokraten zu, aber republikanische Siege sind denkbar.
Die Republikaner investieren mehr Geld ins Rennen – verschafft ihnen das Vorteile?
Die Republikaner haben die Nase deutlich vorne, was das Geld angeht, das die Kandidaten nicht via Direktspenden einnehmen. Enorme Summen gelangen von aussen über Super-PACs, eine Form von Lobby- und Wahlkampforganisationen, in die Senatsrennen. Trumps Super-PAC kann hunderte Millionen Dollar aufwenden. Die Geldsummen, die Grossspender so in die Politik leiten dürfen, sind unbegrenzt. Allein Elon Musk hat hunderte Millionen Dollar ausgegeben, speziell für Paxton in Texas. Das kann helfen, etwa um die republikanische Basis zu mobilisieren.
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