Nordkorea testet Marschflugkörper
Erst vor wenigen Tagen hatte Nordkorea ballistische Raketen zu Testzwecken abgefeuert. Nun war ein anderer Lenkwaffentyp dran: Marschflugkörper stiegen von einem U-Boot auf, wie offiziell vom Regime in Pjöngjang veröffentlichte Fotos zeigen.
Wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA meldet, sollte damit die Einsatzbereitschaft von Unterwasser-Kampfsystemen überprüft werden. Die Raketenbehörde des ostasiatischen Landes habe am Mittwoch zwei Arten von strategischen Marschflugkörpern abgefeuert, die von U-Booten gestartet werden. Ziel sei es gewesen, die Marine zu schulen und die Fähigkeit von Mitteln zur Kriegsabschreckung zu demonstrieren.
Die Frage ist, welche Botschaft bedrohlicher ist: Dass Nordkorea offenbar Marschflugkörper starten kann oder dass das Regime im Besitz von U-Booten ist, die als Startrampen in allen Weltmeeren eingesetzt werden könnten.
Nachdem Machthaber Kim Jong Un ein Jahrzehnt lang das ballistische Raketenprogramm des Landes vorangetrieben hatte, ist Nordkorea nun dabei, seine Marine deutlich auszubauen. Anfang September stellte das Land seinen zweiten modernen Zerstörer "Kang Kon" in den Dienst.

KCNA machte keine Angaben dazu, was als Startrampe bei dem Marschflugkörpertest diente. Die von der Nachrichtenagentur veröffentlichten Fotos vom Abschuss deuten jedoch darauf hin, dass die "Hero Kim Kun Ok" eingesetzt wurde. Das U-Boot wurde 2023 vorgestellt, seine angeblichen Fähigkeiten von Regime gepriesen. Die Angaben wurden von internationalen Experten aber mit Skepsis betrachtet.
Weiterer Test binnen weniger Tage
Nordkorea hatte in den vergangenen Wochen immer wieder Raketentests durchgeführt. Zuletzt hatte das Land nach eigenen Angaben am Montag eine taktische ballistische Rakete getestet. Japan und Südkorea sprachen von mehreren Geschossen, die demnach aus dem Gebiet um die Hauptstadt Pjöngjang abgefeuert wurden und rund 900 Kilometer in Richtung Japanisches Meer (koreanisch: Ostmeer) flogen.
Nordkorea ist es durch UN-Beschlüsse untersagt, ballistische Raketen jeglicher Reichweite zu starten. Abhängig von der Bauart können solche Geschosse auch mit einem Atomsprengkopf ausgerüstet werden.
Brückenschlag zu China
Neben dem Säbelrasseln, das bis nach Seoul in Südkorea und in die US-Hauptstadt Washington schallen soll, versucht das Regime von Kim Jong Un seine Beziehungen zu China wieder zu vertiefen. Dazu wurde jetzt ein zehn Jahre lang brach liegendes Bauprojekt vollendet: eine neue Brücke über den Yalu-Fluss.
Sie verbindet nun mit einer vierspurigen Straße Dandong in Chinas Nordosten mit der nordkoreanischen Metropole Sinuiju. Die beiden Großstädte verbindet bereits die einspurige und in die Jahre gekommene sino-koreanische Freundschaftsbrücke.

Eigentlich hätte die neue Brücke 2014 eröffnet werden sollen. Jedoch hatte Nordkorea Gebäude zur Zollabfertigung und Grenzkontrolle nicht fertig gebaut. Die Hintergründe sind offiziell nicht bekannt. Als mögliche Erklärung gelten Streitigkeiten zwischen den Führungen in Peking und Pjöngjang und die spätere Grenzschließung Nordkoreas wegen der Corona-Pandemie.
Die Eröffnung gilt als weiteres Zeichen sich bessernder Beziehungen der beiden Länder. Die Brücke werde den Wirtschafts- und Handelsaustausch fördern, sagte Chinas Außenamtssprecherin Mao Ning in Peking.
China ist der wichtigste Handelspartner Nordkoreas, das wegen seines Atomwaffenprogramms mit UN-Sanktionen belegt ist. Die neue Brücke könnte laut Experten zu einem Anstieg des Handels beitragen. Doch wegen der UN-Sanktionen gebe es wenig Aussicht auf groß angelegte industrielle Investitionen, hieß es in einer Analyse von Südkoreas Institut für nationale Sicherheitsstrategie Ende August.
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