Nach Tennisball-Protest: Schuster kritisiert Freiburger Fans
Im Topspiel bei Bayer 04 Leverkusen hat der SC Freiburg den Kürzeren gezogen. Julian Schuster musste sich dabei auch noch über das Verhalten der Gästefans ärgern.

Suchte den direkten Austausch mit den Gästefans: Julian Schuster IMAGO/Eibner
"Wir hätten das Spiel nicht verlieren müssen", bilanzierte Julian Schuster nach dem 1:2 in Leverkusen bei DAZN. Vor allem die Entstehung der beiden Gegentore bezeichnete Freiburgs Trainer als "ärgerlich" - ähnlich wie die Spielunterbrechung, die die Gästefans zwischenzeitlich verursacht hatten.
Direkt zu Beginn der Partie war diese für über fünf Minuten unterbrochen gewesen, nachdem aus dem SC-Block Tennisbälle auf das Spielfeld geflogen waren. "Fankultur eingeschränkt = Spielbetrieb unterbrochen - gegen Materialverbote", war auf einem großen Banner zu lesen gewesen.
Zum Spiel
Hintergrund der Aktion, die auch die Leverkusener Anhänger unterstützten, waren Materialverbote für Gästefans in der BayArena. "Im Fußballsport gibt es Dinge, auf die man sich verlassen kann: Der eigene Verein verliert garantiert gegen das Krisenteam, nach Videobeweis herrscht immer noch keine Gerechtigkeit und auf Einschränkungen der Fankultur folgen stets Antworten von uns Fans. Bei Letzterem kann die Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH auf einen respektablen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Schlauer zu werden, scheint man trotzdem nicht", schrieben zwei Freiburger Ultra-Gruppierungen in einem gemeinsamen Statement. Die Fankultur werde in Leverkusen seit Jahren "wiederkehrend mit Füßen getreten. So auch heute - unter anderem mit dem kollektiven Verbot von Fahnen und Doppelhaltern".
Schuster hat kein Verständnis für Einflussnahme aufs Spiel
Schuster jedenfalls hatte die Reaktion schon während deren Durchführung nicht nachvollziehen können, sich auf den Weg zum Gästeblock gemacht und die Fans dazu aufgefordert, keine Tennisbälle mehr auf das Feld zu werfen. Zu weiteren störenden Aktionen kam es in der Folge nicht.
"Generell ist zu sagen, dass ich maximal offen bin für Proteste, da gerne auch zuhöre und Verständnis entwickeln kann", erklärte der Trainer nach dem Spiel auf der Pressekonferenz. "Wofür ich kein Verständnis entwickeln kann, ist dann eben, Einfluss auf das Spiel zu nehmen. Das geht für mich zu weit. Das habe ich gesagt", führte Schuster aus.
Er unterstütze "unsere Fans, unsere tollen Fans" jederzeit, "wenn es etwas gibt, worüber sie nicht zufrieden sind. Da bin ich gerne für Gespräche bereit. Aber nicht, dass man eben Einfluss aufs Spiel nimmt. Das geht für mich definitiv zu weit und das war nicht in Ordnung", so der 41-Jährige.
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