Sara Kulka: Ex-Mann wollte Buch-Enthüllungen verhindern

- Sara Kulka (36) veröffentlicht am 20. Oktober ihre Biografie «Das Mädchen, das ich retten musste».
- Darin schreibt die Reality-Darstellerin über Missbrauch durch ihren Onkel, Drogensucht und ihre Zeit als Stripperin.
- Ihr Ex-Mann wollte das Buch verhindern, weshalb einige Passagen laut Kulka seichter ausfallen.
Sara Kulka (36) hat ihre Lebensgeschichte auf Papier gebracht. Am 20. Oktober erscheint ihre Biografie «Das Mädchen, das ich retten musste», die sie gemeinsam mit Fred Sellin geschrieben hat. Darin erzählt die Reality-Darstellerin von sexuellem Missbrauch in ihrer Kindheit durch ihren Onkel, ihrer Drogensucht und ihrer Zeit als Stripperin. Auch ihre toxischen Beziehungen zu Männern, ein Seitensprung nach dem Dschungelcamp und ihr Weg zur Heilung werden offen thematisiert.
Bekannt wurde Kulka 2012 mit Platz fünf bei «Germany’s next Topmodel»; drei Jahre später zog sie in den australischen Busch. «Wenn ich meine Geschichte schreibe, dann zu 100 Prozent. Mit allem, was zu mir gehört», betont sie im Interview mit «spot on news». Das Aufschreiben sei für sie erneut «wie eine Therapiestunde» gewesen – allerdings waren nicht alle mit dem Buch einverstanden.
Warum sie sich entschieden hat, ihre Geschichte so offen zu erzählen
Sara Kulka habe tatsächlich schon vor fünf Jahren mit dem Gedanken gespielt und sei damals auch schon von einem Verlag angefragt, wie sie erzählt. «Da ging es mir psychisch aber gar nicht gut. Das war die Hochphase, in der ich selbst noch auf einem Findungsweg war.» Nach der «Villa der Versuchung» seien plötzlich drei Verlage auf Sara zugekommen, was sie als Zeichen wahrnahm.
«Mein Antrieb waren auch meine Kinder. Ich möchte, dass sie irgendwann verstehen, welchen Kampf ich manchmal mit mir selbst hatte und dass ich trotzdem immer versucht habe, mein Bestes zu geben.» Sara sei stets diejenige gewesen, die das Generationstrauma ihrer Familie endlich durchbrochen habe. «Gerade weil ich Töchter habe, möchte ich, dass sie stark werden und sehen, dass sie eine starke Mama haben, die immer wieder aufgestanden ist», erklärt sie der Newsplattform. «Ich möchte aber auch anderen Frauen Mut machen, darüber zu sprechen, was ihnen widerfahren ist.»
«Bin durch alle Emotionen gegangen»
Sara sei mittlerweile ein Mensch, der jede Emotion nach aussen trägt. «Und ich bin wirklich durch alle Emotionen gegangen: Weinen, Lachen, Wut. Nach manchen Stellen konnte ich eine Woche lang nicht mehr unter Menschen, habe mich abgeschottet und hatte tatsächlich wieder kleine depressive Schübe.» An anderen Stellen musste sie plötzlich laut auflachen.
«Das war wirklich wie eine Therapiestunde. Ich habe viele Sachen noch einmal anders reflektiert.» Durch das Aufschreiben habe Sara viel mehr Verständnis gewonnen für sich selbst, aber auch für ihre Mutter. «Sie hat mir zum ersten Mal wirklich detailliert erzählt, wie und von wem sie vergewaltigt worden ist.» Sie beschreibt die Geschichte zwar als traurig, jedoch sei es für sie auch «offenbarend und auch irgendwie schön».
Jemand wollte die Veröffentlichung verhindern
«Mein Ex-Mann hat mich damals rausgeworfen und wollte nicht, dass solche Themen aufkommen», erzählt sie weiter. Einige Sachen seien dadurch ein bisschen verfälscht worden – aber bevor Sara die Geschichte gar nicht schreibe, schreibe sie sie eben etwas seichter, als sie tatsächlich war. «Unsere Ehe war über Jahre hinweg völlig toxisch. Auch durch mich, weil ich nie vorgelebt bekommen habe, was eine Beziehung eigentlich ist.» Sara habe die Trennung lange hinterfragt und bereut. «Durch das Buch habe ich verstanden: Was wir hatten, war nie Liebe. Die Beziehung war für mich von Anfang an Abhängigkeit, eine Kompensation meines Vaterkomplexes.»
Wie stehst du dazu, dass Angehörige oder Ex-Partner versuchen, persönliche Enthüllungen in einem Buch zu bremsen?
Sara Kulka beschreibt ihren Ex als «unfassbar tollen Papa». «Aber ein guter Vater würde ja auch wollen, dass es seinen Kindern gut geht. Also warum hat er die Mutter kurz vor Weihnachten vor die Tür gesetzt? Das ist der Zwiespalt, den ich versuche, für mich auszublenden», sagt sie.
«Das Mädchen, das ich retten musste»
Das erste Mal so richtig alleine fühlte sich Kulka, als sie bei ihrem Ex ausgezogen ist. «Das Alleinsein, vor dem ich immer Angst hatte, hat mich begreifen lassen, dass nur ich mich glücklich machen und mir Vollkommenheit geben kann», gibt sie zu. «Ich hatte keine Retterin, wie ich es für meine Kinder versuche zu sein. Denn auch wenn ich mich selbst gerettet habe, hätte ich mir trotzdem immer jemanden gewünscht, der mich rettet.»
Mit Material von Spot On
Stella Regenscheit (str), arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie ist Praktikantin im People-Ressort.
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