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Saturday, September 26, 2026

Von Auswahl für Preis gestrichen: Schrieb er seinen Roman mit KI?

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  • Der Roman «C'était ça ou mourir» des kanadisch-haitianischen Autors Thélyson Orélien wurde von der Auswahlliste für den Prix Goncourt gestrichen.
  • Mehrere Wissenschaftler und Journalisten kamen übereinstimmend zum Schluss, der Text sei «sehr weitgehend das Produkt einer Künstlichen Intelligenz».
  • Orélien bestreitet den KI-Einsatz; sein Verleger verweist darauf, dass er den Roman bereits 2017 begann – vor dem Aufkommen generativer KI.

Wegen des Verdachts auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz ist ein Roman des kanadisch-haitianischen Autors Thélyson Orélien von der Auswahlliste für den renommierten französischen Literaturpreis Prix Goncourt gestrichen worden.

Mehrere Wissenschaftler und Journalisten seien bei Analysen übereinstimmend zu dem Schluss gekommen, dass der Roman «C’était ça ou mourir» (Entweder das oder sterben) «allem Anschein nach sehr weitgehend das Produkt einer Künstlichen Intelligenz» sei, erklärte die Académie Goncourt am Freitag.

Autor streitet KI-Nutzung ab

Die Geschichte schildert die erschütternde Reise eines Migranten aus Haiti durch ein Dutzend Länder bis in die Sicherheit nach Kanada. Das Buch erhielt hervorragende Kritiken aus verschiedenen Medien. Nach der Veröffentlichung erlangte Orélien Aufmerksamkeit und wurde zu verschiedenen Fernsehinterviews und Talkshows eingeladen.

Allerdings wurden bereits vor dem Entscheid des Prix Goncourt Plagiatsvorwürfe gegen den Autoren bekannt. Der kanadische Verlag Boréal kündigte an, alle Werbeaktionen für das im Frühling in Kanada erschienene Buch bis auf Weiteres einzustellen.

Orélien bestreitet, KI eingesetzt zu haben, und sein französischer Verleger erklärte, er habe 2017 mit dem Schreiben des Romans begonnen und 2019 einen Entwurf fertiggestellt – Jahre, bevor generative KI-Programme auf den Markt kamen. Verteidiger des Autors weisen im Diskurs darauf hin, dass er aufgrund seiner Hautfarbe ins Visier genommen wurde und weil er in der Geschichte Migranten positiv darstellt.

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Simon Misteli

Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.

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