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Saturday, September 12, 2026

Kann die Sonne Superflares auslösen? Forscher finden Hinweise

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  • Die Sonne ist laut Forschenden grundsätzlich in der Lage, extrem starke Superflares zu erzeugen.
  • Solche Ausbrüche könnten rund hundertmal energiereicher sein als das Carrington-Ereignis von 1859.
  • Ein besonders grosser Sonnenfleck von 1947 liefert Hinweise auf das enorme Potenzial der Sonne.

Die Sonne ist zu gewaltigen Leistungen fähig. So schleudert sie immer wieder Partikel und Strahlung ins All und gefährdet damit die technische Infrastruktur auf der Erde. Doch damit nicht genug, wie das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) mitteilt. Offenbar ist sie zumindest «prinzipiell in der Lage, Superflares zu erzeugen», wie die Forschenden aus Deutschland zusammen mit Kolleginnen und Kollegen der University of Colorado (USA) berichten.

Was ist an Superflares so speziell?

Bei Superflares handelt es sich um Strahlungsausbrüche, bei denen auf einem Stern innerhalb kürzester Zeit Energiemengen im Bereich von Billiarden Joule freigesetzt werden. Das entspricht der Energie von mehr als einer Billion explodierender Wasserstoffbomben: Bisher wurde das Phänomen nur bei fernen Sternen direkt beobachtet. Es wäre etwa hundertmal so viel wie beim sogenannten Carrington-Ereignis von 1859, schreibt Heise.de. Unklar war bislang, ob auch unsere Sonne zu solchen Superflares in der Lage ist. Das Team um Natalie Krivova hat nun statistische Hinweise dafür gefunden, dass das prinzipiell möglich ist.

Carrington-Ereignis?

1859 kam es nach mehreren Sonneneruptionen zum sogenannten Carrington-Ereignis, dem bisher grössten wissenschaftlich beobachteten Sonnensturm. Bis in Äquatornähe konnten damals Polarlichter beobachtet werden. In Telegrafenleitungen bauten sich so starke Ströme auf, dass aus den Apparaten Funken sprühten, die Brände auslösten. Heute könnte ein mit dem Carrington-Ereignis vergleichbarer Sonnensturm zum Absturz von Satelliten und einem totalen und weltweiten Internet-Blackout führen und damit gigantische Schäden anrichten.

Wie sind die Forschenden das Thema angegangen?

Das Team kombinierte Daten moderner Sonneneruptionen mit historischen Aufzeichnungen besonders grosser Sonnenflecken. Dafür werteten die Forschenden Beobachtungsdaten des Nasa-Satelliten Solar Dynamics Observatory aus den Jahren 2010 bis 2016 aus. Zudem verglichen sie die Energie der 300 stärksten Sonneneruptionen in diesem Zeitraum mit der Grösse der jeweiligen aktiven Regionen auf der sichtbaren Sonnenoberfläche. Diese Grösse wiederum korreliert mit der von Sonnenflecken. Diese werden seit etwa 400 Jahren systematisch erfasst. So konnten Krivova und ihre Kolleginnen und Kollegen aus der Grösse eines Sonnenflecks auf die Stärke eines möglichen Ausbruchs schliessen.

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Besonders ins Auge fiel ihnen dabei ein Sonnenfleck, der im April 1947 etwa 0,6 Prozent der sichtbaren Sonnenscheibe bedeckte. «Sein Durchmesser war etwa 40-mal so gross wie der der Erde», berichtet das MPS-Team. Zwar habe es damals keinen Superflare gegeben. Die Studie belege aber, dass ein Sonnenfleck dieser Grösse in statistisch seltenen Fällen einen Superflare auslösen könne. Oder anders ausgedrückt: «Unsere Sonne besitzt das Potenzial für Superflares», so Krivova. «Sie kann massive Sonnenflecken erzeugen, die prinzipiell als Ausgangspunkt für extremste Strahlungsausbrüche dienen können.»

Die Studie ist im Fachjournal «Philosophical Transactions of the Royal Society A» erschienen.

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Fee Anabelle Riebeling

Fee Anabelle Riebeling (fee) arbeitet seit 2014 für 20 Minuten. Sie ist stv. Leiterin Wissen/AI, Data und Leiterin des Fachgremiums Faktencheck & Verifikation.

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