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Saturday, September 5, 2026

Influencer sorgen am US Open für Unmut und Spielunterbruch

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In den sozialen Medien tauchen Videos auf, die zeigen, wie Influencer gegen die Tennis-Etikette verstossen.TikTok

Darum gehts

  • An den US Open sorgen Influencer mit Fotoshootings und Selfie-Lichtern für Störungen während laufender Spiele.
  • Beim Auftaktmatch von Naomi Osaka musste Stuhlschiedsrichter Kader Nouni die Partie unterbrechen und eine Influencer-Gruppe zur Ruhe auffordern.
  • Osaka und Jessica Pegula fordern mehr Respekt – die USTA entzog zwei Influencerinnen bereits nach zwei Stunden die Akkreditierung.

Ringlichter, Fotoshootings und TikTok-Videos statt Tennis: An den US Open sorgen ausgerechnet jene Gäste für Ärger, mit denen das Turnier neue Zielgruppen erreichen will. Immer mehr Influencer tummeln sich auf der Tribüne. Einige scheinen dabei aber zu vergessen, weshalb sie eigentlich dort sind.

Besonders deutlich wurde das beim Auftaktspiel zwischen Naomi Osaka (28) und Anastasia Zakharova (24). Während Osaka bei Einstand zum Aufschlag bereitstand, veranstaltete eine Influencer-Gruppe in einer Loge ein wildes Fotoshooting. Es wurde herumgelaufen, posiert und mit hellem Licht fotografiert. Stuhlschiedsrichter Kader Nouni reichte es schliesslich. Er unterbrach die Partie und forderte die Gruppe auf: «Bitte setzt euch hin.»

Spielerinnen bitten um mehr Respekt

Die Störung ist kein Einzelfall, wie ein Blick in die sozialen Medien zeigt: So sorgt beispielsweise Lifestyle-Influencerin Isabella Lauren mit ihrem knappen Outfit online für Furore. «Ich finde es unfair, dass du kostenlos rein kommst nur um Bilder von dir zu machen, während richtigen Fans das Geld für Tickets aus der Tasche gezogen wird», äussert sich ein verärgerter User. Auch einige der Spielerinnen haben die Nase voll und finden klare Worte zum Influencer-Zirkus.

Die US-Amerikanerin polarisiert zuletzt mit ihrem knackigen Outfit.

Die US-Amerikanerin polarisiert zuletzt mit ihrem knackigen Outfit.Instagram/ isabella.lauren

«Wenn man zu einem Sportevent kommt, muss man den Sport respektieren», stellte Osaka klar. Es gehöre für sie zum gesunden Menschenverstand, sich vorher über Regeln und Etikette zu informieren. Grundsätzlich sieht die Japanerin die neue Aufmerksamkeit durchaus positiv: Influencer könnten helfen, Tennis populärer zu machen. «Ich denke einfach, dass das viel besser gemanagt werden muss.»

Ähnlich sieht es Jessica Pegula. Sie könne zwar verstehen, weshalb die US Open auf Creator setzen. Wenn deren Content aber die Profis bei der Arbeit störe, werde es «ein bisschen respektlos».

Zwei Influencerinnen wird der Zugang verwehrt

Ganz unbeabsichtigt ist die Influencer-Flut nicht: Die USTA vergab dieses Jahr fast hundert Akkreditierungen an Content Creators – 2025 waren es noch 54. Dass die Organisatoren aber auch durchgreifen, zeigen die US-Amerikanerinnen Meg Radice und Audrey Jongens vom Instagram-Account «The VIP List».

Nach nur zwei Stunden auf dem Turniergelände wurde der Zutritt noch vor Spielbeginn zurückgezogen, wie die zwei empört in einem Video verraten. Grund dafür soll ein veröffentlichtes Foto der Zugangsbadges gewesen sein. «Der Zugang ist weg, und das nur, weil wir zeigen wollten, wie heiss wir auf den Bildern aussehen», drückt eine der beiden ihr Unverständnis aus.

Wie gehst du mit Influencern an Sportevents um, wenn sie den Ablauf stören?

Céline Eicher

Céline Eicher (eic), Jahrgang 1996, arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie ist Praktikantin im Ressort Sport.

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