Feuer nach Drohneneinschlag: Ukrainischer Angriff legt russisches KI-Rechenzentrum lahm

Feuer nach DrohneneinschlagUkrainischer Angriff legt russisches KI-Rechenzentrum lahm
08.10.2026, 11:30 Uhr
00:00
03:09

Immer wieder greift Russland ukrainische Rechenzentren an. Nun holt die Ukraine zum Gegenschlag aus und trifft erstmals einen wichtigen Standort in Russland. Der Drohnenangriff löst beim Tech-Konzern Yandex einen Brand aus. Das betroffene Rechenzentrum stellt den Betrieb ein.
Die Ukraine hat bei einem Gegenangriff im Abwehrkampf gegen Moskaus Invasion ein Rechenzentrum des größten russischen Internetkonzerns Yandex getroffen. Ein Feuer sei ausgebrochen und der Betrieb der Anlage in der Region Rjasan habe vollständig eingestellt werden müssen, teilt Yandex mit. Es gebe keine Verletzten, gab der mitunter auch als russisches Google bezeichnete KI-Konzern bekannt.
Das Unternehmen betreibt unter anderem YandexGPT, eines der führenden generativen KI-Modelle in Russland. Das Unternehmen arbeite an der Beseitigung der Folgen und der Wiederherstellung der betroffenen Dienste. Die Kerndienste für Verbraucher seien jedoch nicht betroffen. Auf der Webseite seines Cloud-Dienstes teilte Yandex zudem mit, es gebe Probleme mit der Stromversorgung in einem Bereich des Rechenzentrums.
In den vergangenen Wochen hatte Russland immer wieder ukrainische Rechenzentren attackiert. Umgekehrt hatte es bisher aber keine bestätigten größeren Drohnenangriffe der Ukraine auf russische Datenzentren gegeben. Von einem ukrainischen Angriff war in der Unternehmensmitteilung nicht die Rede, nachdem es in der Region Drohnenalarm gegeben hatte. Medien in Kiew meldeten, dass bei dem Angriff Raketen oder Drohnen eingesetzt worden seien.
Maschinenbauer auf demselben Gelände
Zuvor hatten Augenzeugen in sozialen Netzwerken von einem Brand in dem Datenzentrum berichtet. Ukrainische Medien sprachen von einer für das russische Militär wichtigen Anlage auf dem Gelände eines Maschinenbauunternehmens, auf demselben Gelände soll sich das Yandex Datenzentrum befinden. In der russischen Stadt Salawat in der Region Baschkortostan brach zudem nach dem Absturz von Drohnenteilen ein Feuer auf einem Industriegelände aus, wie örtliche Behörden mitteilten.
Die Ukraine setzt bei ihren Gegenangriffen im russischen Angriffskrieg immer schnellere und schlagkräftigere Waffen ein. Am Dienstag traf Kiews Militär dabei im Schwarzen Meer vor der Küste Sotschis einen Öltanker, der in Flammen aufging. Auch Präsident Wladimir Putin sei über die Lage um die "Aframax Rio" informiert worden, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax.
"Mit der Beseitigung der Folgen ist alles gut", meinte Peskow. Russische Behörden hatten zuvor behauptet, dass es keine Öl-Verschmutzung im Meer gebe. Die ukrainischen Angriffe auf Anlagen der russischen Ölindustrie führen immer wieder zu massiven Umweltschäden. Kiew will mit den Attacken verhindern, dass Moskau seine Kriegsmaschinerie mit den Einnahmen aus dem Energieexport finanziert.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.