Zwischenwahlen in den USA – Die Midterms 2026 im Überblick

Was sind die Midterms? «Die Midterms sind immer ein Referendum über den gegenwärtigen Präsidenten», sagt Andrea Christen, SRF-Korrespondent in Chicago. Die Zwischenwahlen finden in der Mitte der Amtszeit des Präsidenten statt, Anfang November. Gewählt wird der Kongress, die Legislative. Sie besteht aus dem Senat und dem Repräsentantenhaus.
Wird der ganze Kongress neu gewählt? Nein. Das Repräsentantenhaus mit seinen 435 Sitzen wird neu bestellt, vom Senat wird nur ein Drittel neu gewählt. Dieses Jahr sind 35 der 100 Senatssitze zu vergeben. Senatorinnen und Senatoren amten sechs Jahre, Abgeordnete dagegen nur zwei. «Wenn du dich alle zwei Jahre zur Wahl stellen musst, bist du eigentlich im ständigen Wahlkampf», so Christen. Im Repräsentantenhaus gewannen die Republikaner vor zwei Jahren 220 Sitze, die Demokraten 215. Holen die Demokraten drei Sitze dazu, kippt die Mehrheit.
Welche Partei gewinnt? Für den gewählten Präsidenten enden die Midterms oft schlecht: Seit 1946 hat die Partei des Präsidenten in 18 von 20 Zwischenwahlen Sitze im Repräsentantenhaus verloren. Aktuelle Prognosen sehen die Demokraten im Repräsentantenhaus klar vorn. Trumps Zustimmung liegt je nach Umfrage zwischen 30 und 40 Prozent.
Im Senat benötigen die Demokraten vier Sitze mehr als bisher, um auf eine Mehrheit von 51 Sitzen zu kommen. Dafür müssten mehrere Wahlen in verschiedenen Bundesstaaten in ihrem Sinne ablaufen, sagt Barbara Colpi, SRF-Korrespondentin in Washington. Die Demokraten müssten unter anderem Sitze in North Carolina, Maine, Ohio und Texas hinzugewinnen und gleichzeitig ihre Mandate in Michigan und Georgia verteidigen, zwei Bundesstaaten, die Donald Trump 2024 gewonnen hat. Den Republikanern reichen dagegen 50 Sitze für die Mehrheit, da bei einem Patt der Vizepräsident J. D. Vance den Stichentscheid hat.
Midterms 2026: Aktuelle Umfragewerte zum Repräsentantenhaus
Was sind die wichtigsten Wahlkampfthemen? Das dominanteste Thema ist das Portemonnaie. Die Teuerung liegt bei 3.7 Prozent, Benzin kostete im September ein Drittel mehr als vor einem Jahr. Die Klage über die Lebenshaltungskosten komme «fast in jeder Antwort», beobachtet Colpi auf ihren Reisen. Trump habe versprochen, die Preise zu senken, sagt Christen. Das Gegenteil sei geschehen: «Mit dem Iran-Krieg und dem Zoll-Streit hat Trump die Teuerung angeheizt.» Der Krieg, die Gesundheitskosten und die Einwanderung sind weitere Themen im Wahlkampf.
Wie wird gewählt? Eine nationale Wahlbehörde gibt es nicht, jeder Bundesstaat macht eigene Regeln, bis zur Ausweispflicht. Wer wählen will, muss sich registrieren. «Man muss sich aktiv darum bemühen», sagt Christen. Darum sei die Mobilisierung der Basis ein grosses Thema. Vielerorts habe das Early Voting bereits begonnen, sagt Colpi. Wer gewonnen hat, zeigt sich oft erst Tage nach dem Wahltermin, denn das Auszählen der Stimmen dauert.
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