Trainer schaut überallhin – nur nicht zur Reporterin

Darum gehts
- «Ich bin Aufmerksamkeit gewohnt», sagt Reporterin Sabina Jaksova nach dem viralen Interview mit Trainer David Oulehla.
- Oulehla vom tschechischen Zweitligisten FK Viagem Ústí nad Labem blickte während des Gesprächs wiederholt in die Ferne.
- Jaksova will künftig auch die Spiele der tschechischen Nationalmannschaft moderieren.
Ein Interview nach einem Spiel macht einen tschechischen Fussballtrainer plötzlich international bekannt. Der Grund: Während Reporterin Sabina Jaksova neben ihm steht, vermeidet David Oulehla, Coach des tschechischen Zweitligisten FK Viagem Ústí nad Labem, auffällig jeden Blick in ihre Richtung.
Eigentlich geht es um Fussball und die Niederlage von Oulehlas Mannschaft. Doch auf Social Media interessieren sich viele Zuschauerinnen und Zuschauer für etwas ganz anderes.
Video wird millionenfach geklickt
Jaksova trägt während des Interviews ein sehr tief ausgeschnittenes Oberteil. Oulehla scheint deshalb besonders darauf bedacht zu sein, seinen Blick nicht in Richtung der Reporterin wandern zu lassen. Während er ihre Fragen beantwortet, schaut er wiederholt in die Ferne, nach oben oder in Richtung Stadion.
Genau dieses Verhalten hat das Video zum viralen Hit gemacht. In den Kommentarspalten wird darüber gewitzelt, weshalb Oulehla der Reporterin während des Gesprächs kaum einen Blick zuwirft.
«Er weiss, dass seine Frau die Interviews schaut», schreibt ein Instagram-Nutzer. Ein anderer kommentiert: «Er kämpft um sein Leben.» Andere User loben den Trainer. «Er hat es mit Würde gemeistert», lautet ein weiterer Kommentar. Manche wollen zudem erkannt haben, dass sich Oulehla «sehr bemühte, sich zu konzentrieren».
Das Video wurde ursprünglich über den Kanal von FK Viagem Ústí nad Labem veröffentlicht und verbreitete sich anschliessend auf verschiedenen Social-Media-Plattformen. Inzwischen wird auch ausserhalb Tschechiens über die Szene berichtet. Das Video wurde millionenfach angeklickt.
«Die Leute erkennen mich in meinem Heimatland»
Jaksova führt erst seit Kurzem Interviews mit wichtigen Personen rund um den tschechischen Club. Sie ist im vergangenen Sommer zum Team gestossen. Gegenüber der «Sun» spricht die Moderatorin ausführlich.
«Ich bin Aufmerksamkeit gewohnt, denn FK Viagem Ústí nad Labem ist einer der beliebtesten Vereine in Tschechien», sagt sie. Und: «Die Leute erkennen mich in meinem Heimatland, und ich bin eine beliebte Moderatorin.»
Dass der Coach ihr nicht in die Augen geschaut habe, sei ihr nicht aufgefallen. Jaksova, die mit dem Boxtrainer Petr Petružálek zusammen ist und zwei Kinder hat, sagt: «Ich habe nicht bemerkt, dass er weggeschaut hat, weil ich mich auf das konzentriert habe, was er sagte.» An die Kritiker gerichtet, die ihr Outfit zu freizügig finden, hat sie auch klare Worte.
Sabina Jaksova hat grosse Ziele
«Ich glaube nicht, dass ich mich provokativ kleide», so die Moderatorin. «Hier in Tschechien ist es normal, dass eine Frau sich schick anzieht und hohe Schuhe trägt, wenn sie ausgeht und gut aussehen möchte.» Und: «Ich verstehe, dass es manche Leute freuen würde, wenn ich verhüllt wäre, aber andererseits würde ich damit auch viele Leute enttäuschen.»
Ihr grosses Ziel: Jaksova würde gerne «zu meiner Tätigkeit bei FK Viagem auch die Moderation der Spiele der tschechischen Nationalmannschaft übernehmen».
Nils Hänggi (nih) ist seit 2019 bei 20 Minuten. Er ist Sportredaktor und Teil des Social Responsibility Boards. Er schreibt oft übers Thema Fussball.
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