Charles soll nach Dianas Tod «überglücklich» geklungen haben

- Charles Spencer erhebt in seinem neuen Buch «Swan Song» schwere Vorwürfe gegen König Charles III.
- Laut Spencer soll Charles nach Dianas Tod «überglücklich» geklungen haben – «wie ein Lottogewinner».
- Der Palast reagierte auf die Enthüllungen ungewöhnlich scharf und stellte Spencers Erinnerungen infrage.
Das Buch, auf das Royal-Fans weltweit seit Wochen warten, ist da: «Swan Song: Diana, My Sister» ist ab sofort erhältlich. Darin blickt Charles Spencer, der jüngere Bruder der 1997 verstorbenen Prinzessin Diana, auf ihre gemeinsame Kindheit, ihre Ehe mit dem damaligen Prinz Charles und die Tage nach ihrem tödlichen Unfall in Paris zurück.
Der 9. Earl Spencer präsentiert seine Erinnerungen als persönlichen Versuch, die «Wahrheit über Diana» zu erzählen. Die «Daily Mail» veröffentlichte bereits vorab Auszüge des Buchs, was für Diskussionen sorgte. Diese fünf Behauptungen von Spencer werfen ein schlechtes Licht auf König Charles und das Königshaus.
Earl Spencer beschreibt ein Telefonat mit dem damaligen Prinz Charles kurz nach Dianas Tod. Der Earl will den Eindruck gehabt haben, Charles habe «überglücklich» und auffallend gut gelaunt geklungen – «wie ein Lottogewinner». Er habe sich aus Spencers Sicht möglicherweise stärker darauf konzentriert, was Dianas Tod für seine eigene Zukunft bedeute, als auf die Verstorbene selbst – nämlich, dass sich Charles nun auf Camilla konzentrieren könne.
Spencer betont in einem Interview mit «CBS Sunday Morning», dass er nicht werte oder kritisiere, sondern lediglich über Fakten berichte. «Ich kann nicht sagen, was Charles gedacht hat. Ich habe nur versucht zu verstehen, warum jemand in einem solchen Moment ausgelassen reagiert.»
Streit um William und Harry im Trauerzug
Besonders emotional ist Spencers Darstellung der Planung von Dianas Beerdigung. Er habe nicht gewollt, dass William und Harry damals hinter dem Sarg ihrer Mutter gehen. Die beiden Prinzen waren zu diesem Zeitpunkt 15 und 12 Jahre alt.
Spencer argumentiert, dies sei nicht Dianas Wunsch gewesen. Charles soll daraufhin am Telefon heftig reagiert haben. Spencer beschreibt, dass der damalige Prinz in diesem Streit seine angestaute Verachtung für Diana und sein Unverständnis über die riesige öffentliche Trauer gezeigt habe.
Wie Spencer später über einen Bekannten aus der Downing Street erfuhr, wollte Charles unbedingt selbst im Trauerzug mitgehen. Im Palast habe man befürchtet, Schaulustige könnten ihn beschimpfen, wenn er allein hinter dem Sarg laufe. Die Anwesenheit der Söhne sollte das verhindern. Einen Tag vor der Beerdigung habe Ross gemeldet, William und Harry wollten nun selbst mitgehen, sofern ihr Grossvater Prinz Philip (1921–2021) an ihrer Seite sei. Spencer stimmte zu, unter dem Vorbehalt, dass die Jungen nicht dazu gedrängt werden dürften.
Der umstrittenste Satz im Buch
Im selben Gespräch soll Charles laut Spencer gesagt haben: «Seien Sie versichert, wir werden sie bald genug vergessen.» Diese Behauptung löste die bisher deutlichste Reaktion des Palasts auf ein Buch eines Royal-Familienmitglieds aus.
Ein Sprecher erklärte, der König kommentiere Bücher grundsätzlich nicht. Er sei sich aber bewusst, dass der Schmerz brüderlicher Trauer «die Vernunft trüben, das Urteilsvermögen beeinträchtigen und Erinnerungen verfälschen» könne. Das ist kein direktes Dementi des Wortlauts, stellt Spencers Erinnerung aber klar infrage.
Spencer bezeichnete diese Reaktion später als «Gaslighting». Er sagte, er habe enge Freunde und Familienmitglieder gleich nach dem Gespräch über den angeblichen Satz informiert, weil er ihn als «monströs» empfunden habe. Der langjährige Diana-Vertraute Richard Kay erinnerte sich daran, Spencer habe ihm damals von einem heftigen Streit mit Charles erzählt. Ob der umstrittene Satz tatsächlich fiel, lässt sich dadurch nicht belegen.
Diana soll vor der Hochzeit erfahren haben, dass Charles sie nicht liebe
Spencer schreibt zudem, Diana habe einer engen Freundin erzählt, Charles habe ihr am Tag vor der Hochzeit gesagt, er heirate sie zwar gerne, sei aber nicht wirklich in sie verliebt. Der Earl verknüpft dies mit Dianas wachsender Verunsicherung vor der Eheschliessung und ihrer späteren Einsamkeit in der königlichen Familie.
Schon während der Verlobung habe Diana ein Armband entdeckt, das Charles für Camilla gekauft hatte. Nach einem Fest auf Schloss Windsor, bei dem der Prinz sie kaum beachtet habe, wollte sie die Verlobung sogar lösen. Ihr Vater habe das jedoch abgelehnt.
Die Queen soll Dianas HRH-Titel zurückgeben wollen
Eine weitere Enthüllung betrifft Queen Elizabeth II. Laut Spencer soll sie nach Dianas Tod angeboten haben, ihr den Titel «Her Royal Highness», kurz HRH, für die Beerdigung posthum zurückzugeben. Diana hatte diesen Titel nach der Scheidung von Charles 1996 verloren und trug danach weiterhin den Titel Prinzessin von Wales, jedoch ohne HRH-Anrede.
Die Botschaft soll Spencer über den damaligen Privatsekretär der Queen, Robert Fellowes, erreicht haben. Der Earl will das Angebot abgelehnt haben, weil der Titel seiner Schwester nach ihrem Tod nichts mehr bedeutet hätte. Später habe er sich aber gefragt, ob ihre Söhne William und Harry die Geste vielleicht geschätzt hätten.
Reisst das Buch alte Wunden auf oder bringt es neue Details ans Licht?
Aus dem Umfeld des Königs wird Spencer nun vorgeworfen, mit dem Buch alte Wunden aufzureissen und aus der Erinnerung an Diana Kapital zu schlagen. Gemäss einem Royal-Insider sei auch Dianas älterer Sohn, Prinz William «ausser sich». Der Earl weist das entschieden zurück: Geld sei nie ein Motiv gewesen. Er sehe es als Historiker und Bruder als seine Verantwortung, Dianas Geschichte aus seiner Sicht festzuhalten.
«Swan Song: Diana, My Sister» wird damit mehr als eine Erinnerung an die «Prinzessin der Herzen». Das Buch eröffnet einen neuen Kampf um Dianas Vermächtnis.
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Gina Sergi (gis), Jahrgang 1997, arbeitet seit März 2024 bei 20 Minuten. Sie ist seit September 2025 Ressortleiterin People.
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