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Saturday, October 31, 2026

Förderung für 300mm-Wafer in Itzehoe an Vishay übergeben

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Der Halbleiterhersteller Vishay hat bekannt gegeben, einen „hohen dreistelligen Millionenbetrag“ in seine Produktionsstätte in Schleswig-Holstein zu investieren. Die genaue Summe nannte das Unternehmen nicht. Nach Angaben des wirtschaftspolitischen Sprechers der CDU-Landtagsfraktion, Andreas Hein, geht es um rund eine Milliarde Euro.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) überreichte einen Förderbescheid von rund 215 Millionen Euro für den Standort in Itzehoe. Die deutsche Tochtergesellschaft des US-Herstellers wird künftig in einer weiteren Fabrik Wafer mit einem Durchmesser von 300 Millimetern herstellen. Am Standort sollen trotz automatisierter Produktionsabläufe dem Unternehmen zufolge bis zu 250 neue Arbeitsplätze entstehen.

Bislang produziert Vishay in Itzehoe herkömmliche 200-Millimeter-Wafer. Mit dem Umstieg auf 300-Millimeter-Scheiben ergibt sich 125 Prozent mehr theoretisch nutzbare Chipfläche für jeden Produktionsdurchlauf. Vishay will aus den großen Wafern Power-Mosfets fertigen. Diese sind auf hohe elektrische Ströme und Spannungen ausgelegt. „Die Produktion ist für die Automobilindustrie vorgesehen sowie für industrielle und kommerzielle Anwendungen, unter anderem in Hochleistungsrechnern für künstliche Intelligenz, Telekommunikation und IT-Infrastruktur“, teilte das Unternehmen mit.

Für die Erweiterung der Produktionsstätte erhält Vishay rund 215 Millionen Euro Förderung vom Bund und vom Land. Die EU-Kommission hat die Hilfe bereits genehmigt, wie im Juli bekanntgegeben wurde. Weiteres Geld fließt in Halbleiter-Projekte in NRW, Hessen und Bayern. Zur Übergabe des Förderbescheids sagte Madsen: „Das Land bekommt Hochtechnologie. Wir bekommen eine gewisse Souveränität und die Chance für Innovationen.“ Die Investition in Itzehoe führe zur Ansiedlung von Know-how und Fachkräften, was auch für benachbarte Betriebe wichtig sei.

Die FDP-Landtagsfraktion begrüßte die Investition, kritisierte aber die Informationspolitik der Regierung zu den Fördermitteln. Da es sich um ein Großvorhaben handele, wäre eine vollständige und frühzeitige Unterrichtung des Parlaments gemäß der Landesverfassung zwingend erforderlich gewesen, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion, Bernd Buchholz.

Nur durch staatliche Förderung sei es möglich, konkurrenzfähig zu bleiben, sagte Markus Keil, Fertigungschef für Waferherstellung bei Vishay. „Fördern ist dramatisch wichtig, weil die Kosten in Europa deutlich höher sind als in Wettbewerbsstaaten, beispielsweise in Asien.“ Auch dort ist jedoch staatliche Förderung in der Chipbranche üblich. Halbleiter gehören laut Keil zur kritischen Industrie. Es sei aufgrund der geopolitischen Lage wichtig, in der Halbleiterproduktion in Deutschland und Europa eigenständig zu sein.

Auf die Unabhängigkeit in der Produktion wies auch der Wirtschaftsminister hin. „Über die letzten Jahre haben wir gesehen, dass Lieferketten unterbrochen werden, weil ein Schiff irgendwo quer liegt oder weil es Kriege und Krisen gibt. Und umso wichtiger wird es, dass wir diese Technologien auch in Europa haben“, so Madsen.

Vishay ist Teil eines norddeutschen Netzwerks zur Förderung der regionalen Chipindustrie. Halbleiterunternehmen und Forschungseinrichtungen aus Hamburg und Schleswig-Holstein gründeten dieses Jahr das Northern Chip Network, an dem Nexperia, NXP Semiconductors, Semikron Danfoss und X-Fab beteiligt sind.

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