Kosovare tarnt sich als Franzose – und täuscht Schweizer Behörden

- Ein Mann täuschte mehrere Schweizer Behörden, indem er sich mit einem französischen Fremdenpass als Franzose ausgab.
- Er liess zwei Firmen im Zürcher Handelsregister eintragen und erschlich sich beim Genfer Migrationsamt eine Grenzgängerbewilligung.
- Die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von 4500 Franken und zwei Jahren Probezeit.
Von Genf bis Zürich: Ein Kosovare gab sich bei mehreren Schweizer Behörden als Franzose aus – und kam damit monatelang durch. Wie der «Tages-Anzeiger» zuerst berichtete, legte er dafür einen französischen Fremdenpass vor, ein Reisedokument für Menschen ohne französische Staatsbürgerschaft.
Seine Täuschungsserie begann am linken Zürichseeufer. Laut dem rechtskräftigen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis gelang es ihm, ein Gemeindeammannamt im Bezirk Horgen von seiner angeblichen französischen Nationalität zu überzeugen. So konnte er ein Einzelunternehmen als Franzose ins Zürcher Handelsregister eintragen lassen. Auch auf Gemeindeebene blieb seine falsche Identität unentdeckt: In den offiziellen Unterlagen wurde er als französischer Staatsbürger geführt.
Zwei der grössten Schweizer Migrationsämter getäuscht
Auch das Genfer Migrationsamt erkannte den Schwindel nicht und stellte dem Mann eine Grenzgängerbewilligung aus. Fast ein Jahr lang arbeitete er als Reinigungskraft und verdiente dabei rund 3000 Franken im Monat.
Später kehrte er ans linke Zürichseeufer zurück und gründete erneut eine Firma. Mit einer notariellen Beglaubigung liess er sie als Franzose im Zürcher Handelsregister eintragen. Danach beantragte ein Geschäftspartner für ihn beim Zürcher Migrationsamt einen Arbeitgeberwechsel. Die Behörde bewilligte den Antrag, ohne zu erkennen, dass der Mann Kosovare war.
Bedingte Geldstrafe und zwei Jahre Probezeit
Rund sechs Monate nach der letzten Täuschung flog der Kosovare schliesslich auf. Als er über Genf in die Schweiz einreiste, wurde er noch am selben Tag in Zürich festgenommen.
Das Urteil: Die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis verurteilte den Kosovaren per Strafbefehl zu einer bedingten Geldstrafe von 4500 Franken und zwei Jahren Probezeit. Dazu kommen eine Busse und Gebühren von insgesamt 1700 Franken.
Darum wurde das Kommentarfeld deaktiviert
Josephine Schertenleib (jos), Jahrgang 2001, arbeitet seit September 2024 für 20 Minuten und ist Teil des Regionen-Teams.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
