Trotz Sieg – unzufriedener Seoane wird zum YB-Chefkritiker

«Kamen mit blauem Auge davon»
Trotz Sieg – unzufriedener Seoane wird zum YB-Chefkritiker
Samuel Essende bringt den Young Boys den späten 3:2-Sieg in Luzern. Aber YB-Trainer Gerardo Seoane mag nicht jubilieren.
Publiziert: vor 47 Minuten
Florian RazReporter Fussball
So viel passiert an diesem Samstagabend in Luzern. Und doch kann man dieses Fussballspiel in ein Wort fassen. «Wild», sagt Luzerns Verteidiger Loïc Lüthi. «Wild», sagt YB-Torschütze Christian Fassnacht nach dem 3:2-Sieg seiner Young Boys.
Ein Spieler steht stellvertretend für das Auf und Ab, für das Tohuwabohu in der Schlussphase: Levin Winkler (23). Beim ersten YB-Tor sieht der Luzerner Mittelfeldspieler höchst unglücklich aus. Beim zweiten Tor der Gäste ist es dann pure Naivität, wie er den Ball im eigenen Strafraum verliert.
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Aber es ist genau dieser Winkler, der erst das 2:2 erzielt. Und in der 94. Minute das viel umjubelte 3:3. Nur, um in der 96. zu erfahren, dass Kollege Lars Villiger zuvor ein paar Zentimeter im Abseits gestanden ist.
Kein Tor für Luzern. Keine Punkte für Luzern. Ungerecht! Findet nicht etwa ein FCL-Vertreter. Sondern Gerardo Seoane, YB-Cheftrainer. Der gebürtige Luzerner ist an diesem Abend auch YB-Chefkritiker. «Luzern hätte einen Punkt verdient gehabt. Wenn nicht sogar mehr», stellt Seoane fest. Und: «Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen.»
Der Sieg ist tatsächlich ein sehr guter Lohn für den Berner Auftritt. Der FCL verteidigt genau so, wie es sich Trainer Udo Portmann (49) vorgenommen hat: mutig, aggressiv. Zusammen mit dem tiefen Rasen ergibt das eine Kombination, die YB nicht schmeckt.
Torjäger Samuel Essende (28) wird vor der Pause von FCL-Innenverteidiger Loïc Lüthi (23) so sehr bearbeitet, dass er kurz die Lust an der Arbeit zu verlieren scheint. Aber am Ende ist es dann halt doch der Berner Topskorer, der das Spiel entscheidet.
Die Luzerner haben vor der Pause ein 0:1 aufgeholt. Sie haben in der 82. das 2:2 erzwungen. Aber dann verlieren sie den Kopf. Naiv sucht der FCL in der Schlussphase den Sieg – und steht hinten plötzlich so offen, dass Essende in der 92. Minute aus fünf Meter einschieben darf.
Es ist eine schmerzhafte Niederlage für den FCL, der von seinen letzten sieben Spielen bloss eines gewonnen hat. Und doch wirkt FCL-Trainer Portmann am Ende zufriedener als sein Berner Kollege. «Wir haben uns nach dem FCZ-Spiel zweimal gesteigert», sagt Portmann.
Und Seoane? Der YB-Trainer nimmt ein paar Hausaufgaben mit in die Nati-Pause: «Es gibt einiges aufzuarbeiten.»
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 12 | 26 | 34 | |
2 | BSC Young Boys | 13 | 16 | 28 | |
3 | FC Sion | 13 | 11 | 26 | |
4 | FC Zürich | 12 | -1 | 20 | |
5 | FC St. Gallen | 12 | -3 | 19 | |
6 | Servette FC | 12 | 1 | 16 | |
7 | FC Basel | 12 | -4 | 14 | |
8 | FC Luzern | 13 | -7 | 13 | |
9 | FC Thun | 12 | -10 | 13 | |
10 | Grasshopper Club Zürich | 13 | -13 | 11 | |
11 | FC Vaduz | 13 | -5 | 10 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 13 | -11 | 7 |
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