Prämien steigen wohl um rund 5 Prozent – das treibt die Kosten

- Am Dienstag verkündet Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider die Krankenkassenprämien für 2027.
- Die Erhöhung dürfte im Schnitt gegen 5 Prozent betragen – mehr als die 4,4 Prozent der letzten Runde.
- Ab 2028 soll die Efas-Reform die Prämien dämpfen, indem Kantone auch ambulante Leistungen mitfinanzieren.
Am kommenden Dienstag wird Bundesrätin und Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider den Anstieg der Krankenkassenprämien für 2027 verkünden. Wie die «SonntagsZeitung» berichtet, dürfte die Prämienerhöhung im Schnitt gegen 5 Prozent betragen – mehr als bei der letzten Runde mit 4,4 Prozent.
Dennoch gibt es einen Hoffnungsschimmer: Die einheitliche Finanzierung von ambulanten und stationären Leistungen (Efas), die 2024 vom Volk angenommen wurde, dürfte die Prämien ab 2028 dämpfen.
Kantone finanzieren bald ambulante Behandlungen
Mit Efas werden die Kantone künftig stärker in die Finanzierung von Behandlungen einbezogen. Ab 2028 tragen die Kantone nicht mehr ausschliesslich bei stationären Spitalaufenthalten bei: Neu leisten sie auch Beiträge an ambulante Therapien, Medikamente, Laborleistungen und Physiotherapie. Sie übernehmen künftig ein Viertel der Kosten, die Versicherer drei Viertel, wie die «SonntagsZeitung» schreibt.
Wie blickst du in Bezug auf die Krankenkassenprämien in die Zukunft?
Kostentreiber: Pflege und GLP-1-Analoga
Die «SonntagsZeitung» nennt zwei Kostentreiber im Gesundheitswesen: einerseits die Angehörigenpflege, andererseits die Abnehmspritze. Spezialisierte Firmen beschäftigen Personen, die beispielsweise ihren Partner oder ihre Partnerin im Alltag unterstützen – die Krankenkassen bezahlen dafür rund 53 Franken pro Stunde. Laut Zahlen des Krankenkassenverbands Prioswiss dürfte die Angehörigenpflege die Prämienzahler 2026 mindestens 350 Millionen Franken kosten.
Auch Medikamente zur Gewichtsreduktion treiben die Kosten. Eine Behandlung mit GLP-1-Analoga kostet pro Person rund 2100 Franken jährlich. Schweizweit summieren sich die Ausgaben für den Einsatz bei Adipositas und Diabetes Typ 2 auf etwa 160 Millionen Franken pro Jahr. Problematisch ist laut «SonntagsZeitung», dass viele Patientinnen und Patienten die Therapie bereits nach wenigen Monaten abbrechen. Das Gewicht steigt danach oft rasch wieder an – mit möglichen gesundheitlichen Folgen und ohne nachhaltigen Nutzen der bisherigen Behandlung.
Höhere Franchise, niedrigere Prämien?
Seit 2004 beträgt die Mindestfranchise der Krankenkasse 300 Franken. Der Bundesrat will die Mindestfranchise nun auf 400 Franken anheben. Davon verspricht er sich eine Senkung der Prämien. Das kommt jedoch nicht bei allen gut an: Laut dem Vergleichsdienst Bonus.ch sprachen sich bei einer Umfrage mit 5500 Beteiligten 59 Prozent gegen eine Erhöhung der Mindestfranchise aus.
Alessia Rambaldi (ram), arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin am Newsdesk.
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