Xbox Labs: Microsoft gründet Team für Experimente mit dekompilierten Spielen
Microsoft richtet mit Xbox Labs eine neue Gruppe aus Spieleentwicklern, Ingenieuren und Wissenschaftlern ein, die mit Spiele-Rekompilierungen und KI-Technik experimentieren soll. Das teilte Xbox-Chefin Asha Sharma am Dienstag ihrer Belegschaft mit.
Den Anlass benennt Sharma in der auch öffentlich verbreiteten Mitteilung: In den vergangenen Wochen seien Spiele in kurzer Zeit dekompiliert und für Hardware neu gebaut worden, für die sie nie gedacht waren. Windows-Versionen liefen nach einer Übersetzung auf Apple Silicon oder per WebAssembly und WebGPU im Browser. Zudem seien viele Spiele in den Quellcode eines anderen Spiels übertragen worden, schreibt Sharma. Moddern war es beispielsweise gelungen, Skateboard-Mechaniken aus „Skate 2“ in „Call of Duty“ einzubauen.
Solche Experimente rüttelten an lange gültigen Annahmen der Branche, meint Sharma. „Das sind für Spieler unverkennbar gute Ergebnisse, selbst wenn (und manchmal gerade weil) sie unsere bestehenden Geschäftsmodelle infrage stellen.“
Leitung durch den CTO
Aufbauen soll das Team Scott Van Vliet, der seit Mai Chief Technology Officer bei Xbox ist. Van Vliet war zuvor bei Microsoft für den Dienst Azure OpenAI und die KI-Infrastruktur verantwortlich. Auch Sharma selbst kam im Februar aus Microsofts KI-Sparte CoreAI zu Xbox.
Die genaue Aufgabe von Xbox Labs umreißt Sharma nur grob: „Wir werden offen entwickeln, aus dem Verhalten der Menschen lernen und unseren Erfolg daran messen, ob mehr Menschen spielen und kreativ werden“, schreibt die Xbox-Chefin. Die Tools, die von Xbox Labs entwickelt werden, sollen mit der Branche geteilt werden.
Activision verschickt Takedowns
Sharma beschreibt in dem Post eine Welle an Ports, mit denen zuletzt Spiele wie „Halo: Combat Evolved“, „GTA: Vice City“ und „Call of Duty: Black Ops“ im Browser liefen. Viele davon entstanden mit Unterstützung von KI-Modellen, die das Dekompilieren von Code massiv beschleunigen können.
Microsoft findet das also offenbar beeindruckend, aber nicht unbedingt gut: Die Tochter Activision geht juristisch gegen mehrere dieser Projekte vor. Der Entwickler Luckey Faraday hat nach eigenen Angaben DMCA-Takedowns für seine Browser-Umsetzungen von „Call of Duty: Black Ops“ und „Black Ops II“ erhalten, berichtet XDA Developers.
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