"Reine Propagandataktik": Israelische Behörden sehen keine Beweise für Wahlbetrug

"Reine Propagandataktik"Israelische Behörden sehen keine Beweise für Wahlbetrug
29.10.2026, 12:02 Uhr

Ein überraschend starkes Ergebnis arabischer Parteien könnte das Kräfteverhältnis in der Knesset verändern. Die Likud-Partei wittert ausländische Einflussnahme. Polizei und Wahlkommission sehen derweil keine Belege für Manipulation.
Die israelische Polizei und die Wahlkommission weisen im Zusammenhang mit dem starken Abschneiden der arabischen Parteien Vorwürfe des Wahlbetrugs zurück. Es gibt demnach bislang keine Beweise für Behauptungen, arabische Wähler hätten die Parlamentswahl "gestohlen".
Ein leitender Polizeibeamter bezeichnete die Anschuldigungen laut Tageszeitung "Haaretz" als reine Propagandataktik ohne sachliche Grundlage. Im laufenden Wahlverfahren seien bei den Behörden sogar weniger Beschwerden über Unregelmäßigkeiten eingegangen als bei vorherigen Urnengängen.
Polizeichef Daniel Levy erklärte später, jede eingegangene Beschwerde und jeder Verdacht auf eine Straftat im Zusammenhang mit der Wahl würden gründlich und unparteiisch geprüft. Sollte ein Verdacht auf Straftaten bestehen, werde die Polizei entschlossen handeln, um die Wahrheit aufzudecken und die Beteiligten vor Gericht zu bringen.
Auch Dean Livne, der amtierende Generaldirektor der Wahlkommission, wies die Vorwürfe im Gespräch mit dem öffentlich-rechtlichen Sender Kan zurück. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass Stimmen im arabischen Wählersegment unrechtmäßig erlangt oder gefälscht worden seien.
Arabische Parteien verzeichnen hohe Beteiligung
Auslöser der Anschuldigungen ist der starke Zuwachs der vorwiegend arabisch geprägten Parteienbündnisse. Nach dem vorläufigen Auszählungsstand sichern sie sich 19 der 120 Sitze im Parlament. Damit verdoppeln sie ihr Ergebnis gegenüber der Parlamentswahl von 2022 nahezu.
In israelischen Medienberichten wird zudem auf Vermutungen der Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verwiesen, wonach Staaten wie Katar und die Türkei Organisationen zur Steigerung der arabischen Wahlbeteiligung finanziert haben sollen. Öffentliche Beweise für eine ausländische Einflussnahme oder Verfehlungen arabischer Parteienvertreter wurden bislang nicht vorgelegt.
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