Wichtige Zeugin im «Kegelbrüder»-Prozess ist tot

- Im «Kegelbrüder»-Prozess um den Schilfdach-Brand an der Playa de Palma vom 20. Mai 2022 beginnt das Verfahren wohl erst 2028.
- Eine wichtige Zeugin – die Betreiberin des beim Brand beschädigten Bordells – ist inzwischen gestorben.
- Bei einer Verurteilung drohen acht deutschen Männern bis zu sieben Jahre Haft sowie Schadenersatz von 100’000 Euro.
Am 20. Mai 2022 fing das Schilfdach der Bar «Why not Mallorca» an der Playa de Palma in der Nähe zum Ballermann plötzlich Feuer. Acht Männer aus Deutschland werden beschuldigt, das Feuer fahrlässig durch das Wegwerfen von Zigarettenstummeln verursacht zu haben. Seither warten die «Kegelbrüder» auf ihren Prozess. Die meisten von ihnen sassen mehrere Wochen in U-Haft, bevor sie auf Kaution in der Höhe von 500’000 Euro freigelassen wurden. Ursprünglich waren auch sechs weitere Männer der Gruppe kurzzeitig festgenommen worden.
«Schon jetzt ist der zeitliche Abstand eine Gefahr für das Verfahren», schreibt die «Bild» am Freitag. Inzwischen ist nämlich eine wichtige Zeugin gestorben. Es handelt sich um die Betreiberin des Bordells, das durch das Feuer ebenfalls beschädigt wurde.
Prozess soll 2028 beginnen
Anklage gegen die Kegelbrüder wurde im Januar 2026 erhoben. Ein offizieller Termin für das Gerichtsverfahren steht aber noch nicht fest, da die Justiz auf Mallorca ausgelastet sei. Gemäss der «Bild» erhielten die Parteien aber Vorschläge für mündliche Verhandlungstermine im Mai 2028. Eine Informationsquelle aus dem Gericht sagt, der Prozess könnte auch früher stattfinden, wenn sich Anwälte und Staatsanwaltschaft einigen können.
Bei einer Verurteilung könnte gegen die Angeklagten eine Haftstrafe von bis zu sieben Jahren verhängt werden. Die Staatsanwaltschaft fordert zusätzlich Schadenersatz in der Höhe von 100’000 Euro. Weitere zivilrechtliche Forderungen der Geschädigten sind nach einer Verurteilung möglich.
Angeklagte weisen Vorwürfe zurück
Die Kegelbrüder beteuern ihre Unschuld. «Wir haben von Anfang an mit den spanischen Behörden kooperiert und werden dies auch weiterhin tun», sagten sie in einer Stellungnahme 2023. Entgegen anderslautender Medienberichte seien sie nicht geflüchtet.
«Einzelne Mitglieder unserer Gruppe haben andere Hotelgäste gewarnt und die Einsatzkräfte bei der Verkehrsleitung unterstützt.» Als der Brand gelöscht war, sei man «unaufgefordert von der Strandpromenade zum Hotel zurückgekehrt» und habe alle Fragen umfangreich beantwortet.
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Justin Arber (jar), Jahrgang 1999, arbeitet seit 2022 als Redaktor am Newsdesk. Zeitweise übernimmt er da die Schichtleitung im Früh- und Spätdienst.
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