WhatsApp testet In-App-Browser für alle Links unter iOS
Der Messenger WhatsApp soll unter iOS künftig Links direkt in der App in einem In-App-Browser öffnen können. Das gilt dann nicht mehr nur für bestimmte Business-Links wie bisher, sondern für jeden im Chat geteilten Link. Darauf deuten Funde in einer Beta-Version der App hin. Nutzer ersparen sich damit den Wechsel zwischen Apps. Zugleich wirft ein solcher Browser Fragen zum Datenschutz auf.
Entdeckt wurde die Funktion von der Website WABetaInfo in der TestFlight-Beta 26.41.10.72. Laut WABetaInfo ist sie noch in Entwicklung und für Betatester nicht freigeschaltet. Verweise darauf stecken aber im aktuellen Build, die Website hat dazu Screenshots veröffentlicht. Bereits seit Mai 2025 öffnet WhatsApp in Beta-Versionen bestimmte Business-Links in der App, sofern die Zielseite etwa HTTPS nutzt. Für Meta dürfte neben dem Komfort auch eine längere Verweildauer in der App eine Rolle spielen.
Freie Wahl des Nutzers
Den Angaben zufolge soll es in den Einstellungen eine neue Option „In-app browser“ geben, mit der Nutzer festlegen, ob Links in der App oder wie bislang im Standardbrowser des Geräts geöffnet werden. Beim ersten Aktivieren soll ein Hinweisfenster die Funktion erklären. Der Standardbrowser lasse sich jederzeit wieder einstellen. Auch aus dem geöffneten In-App-Browser heraus soll sich ein Link über das Drei-Punkte-Menü im Standardbrowser öffnen lassen.
In den Einstellungen sollen sich außerdem Cookies und Cache des In-App-Browsers löschen lassen. WABetaInfo schreibt, WhatsApp könne weder die im Chat geteilten noch die tatsächlich geöffneten Links einsehen. Im Januar hat Meta mit den „strikten Kontoeinstellungen“ eine Funktion eingeführt, die den Datenschutz in WhatsApp auf Wunsch per Klick deutlich verschärft – etwa durch das Blockieren von Medien unbekannter Absender und eine verschleierte IP-Adresse bei Anrufen. Der Forscher Felix Krause hatte 2022 gezeigt, dass die Apps von Instagram und Facebook in ihren In-App-Browsern auf iOS eigenen JavaScript-Code in aufgerufene Webseiten einschleusen können. Damit lassen sich Interaktionen wie angetippte Buttons und Links, Texteingaben und Formularinhalte erfassen. Meta verwies damals auf die Einhaltung von Apples Tracking-Regeln (App Tracking Transparency).
Zeitlicher Ablauf noch unklar
Offen ist, ob und wann die Funktion in eine für alle veröffentlichte Version von WhatsApp für iOS kommt. WhatsApp hat dazu keinen Termin genannt. Erfahrungsgemäß testet das Unternehmen manche Änderungen sehr lange, bis sie in den finalen Status übergehen. So dauerte es etwa Jahre, bis WhatsApp eine eigenständige iPad-Einrichtung bereitstellte.
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