LIV Golf insolvent – Pleite im noblen Golfsport – Saudi-Arabien zieht den Stecker

Darum geht es: Saudi-Arabien investiert in einem langfristigen Plan 50 Milliarden Dollar in verschiedene Sportarten. Fussball, Golf, Tennis, Formel 1, Boxen, E-Sport und so weiter. Das Geld fliesst in Turniere und in die Infrastruktur. Das Land will die Einnahmen aus dem Ölgeschäft diversifizieren, den Tourismus ausbauen und den Sport als neuen Wirtschaftszweig etablieren. Der Sport hat in der Strategie des Landes eine zentrale Rolle. Nun haben sich die Prioritäten verlagert.
Das ist LIV Golf: Der Profi-Golfsport wird seit Jahrzehnten von der Organisation PGA Tour aus den USA dominiert. Die Organisation hat eine Art Monopol. PGA Tour organisiert die wichtigsten und grössten Golfturniere der Welt. Vor vier Jahren gab es erstmals Konkurrenz. Saudi-Arabien startete mit LIV Golf eine eigene Liga mit Turnieren in den verschiedensten Ländern. Die Ölscheichs nahmen einige der weltbesten Golfspieler bei LIV Golf unter Vertrag, um eigene Turniere durchzuführen. Der saudische Staatsfonds investierte in den vergangenen Jahren fünf Milliarden Dollar in den Golfsport und in die Verträge der Spieler.
So kam es zur Wende: Vor ein paar Monaten kündigte der Staatsfonds von Saudi-Arabien an, die Zahlungen an LIV Golf per Ende Jahr zu stoppen. Das Interesse ist weg und Golf passt nicht mehr in die nationale Strategie. Die Investitionen brachten nicht die gewünschten Resultate und der Versuch, die PGA‑Tour zu verdrängen, ist gescheitert. Auch vor dem Hintergrund des Krieges in der Region passt Golf nicht mehr ins Konzept.
Fussball statt Golf: Nach dem Scheitern im Golf verlagert sich das Interesse. Saudi-Arabien fokussiert sich auf den Fussball. Das Land hat von der Fifa den Zuschlag erhalten, die übernächste Fussball-Weltmeisterschaft durchzuführen, 2034 oder 2035. Allein die für die WM eingeplanten 15 Fussballstadien dürfen laut Schätzungen um die 30 Milliarden Dollar kosten.
Die Insolvenz: Ohne das Geld aus Saudi-Arabien hat die neue Liga einen schweren Stand. Die Organisation ist bankrott und hat vor einem Gericht in den USA Insolvenz gemeldet und Gläubigerschutz beantragt. Die Organisation braucht neue Geldgeber. Die Zukunft der Liga ist infrage gestellt – der Rückzug der Saudis hinterlässt Spuren.
Fehlende Millionen: Die Unterlagen vor Gericht zeigen, dass bei LIV Golf ein finanzielles Loch von zwischen 500 und 900 Millionen Dollar entstanden ist – abhängig davon, wie die Sanierer die Vermögen bewerten. Zu den grössten Gläubigern gehören jene Golfspieler, die sich kaufen liessen und sich verpflichtet haben, von der PGA‑Tour zu LIV Golf zu wechseln.
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Bild 1 von 2. Dustin Johnson ist einer der Spieler, der auf sein Geld wartet. Bildquelle: Getty Images / Chung Sung-Jun.
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Bild 2 von 2. Jon Rahm, ist einer der erfolgreichsten Golfspieler der Gegenwart. Er ist das Aushängeschild von LIV Golf. Bildquelle: Getty Images / ISI Photos / Michael Miller.
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Spieler warten auf Geld: so zum Beispiel Jon Rahm. Der Champion aus Spanien hat ausstehende Forderungen von mehr als sieben Millionen Dollar. Weitere bekannte Golfspieler wie Bryson DeChambeau und Dustin Johnson warten auf Zahlungen von je mehr als fünf Millionen. LIV Golf schuldet bis zu 5000 Gläubigern Geld, das sind Spieler, Lieferanten, Partner, Angestellte und so weiter.
So könnte es weitergehen: Derzeit laufen die Verhandlungen, ob LIV Golf in irgendeiner Form weiter bestehen kann. Die Angestellten wurden bereits zum grössten Teil entlassen und die ersten Turniere abgesagt. Die Organisation ist im Gespräch mit potenziellen Investoren. Die Spieler könnten ihre Guthaben umwandeln und Teilhaber der Liga werden. Ein Name wäre schon gefunden. Die Nachfolgegesellschaft soll LIV 2.0 heissen.
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